Exklusive Kunst und die teuersten Kunstwerke der Welt

Gesteigerter Absatz

Die extravaganten Schöpfungen des Schuhdesigners Kobi Levi aus Israel sind Skulpturen, in denen man laufen kann. Grenzgänge zwischen Kunst, Design und Mode, die stets aus dem Rahmen fallen. Fest steht: der Schuhmacher zeigt Humor – surreal, ironisch, poppig, augenzwinkernd oder total ausgeflippt. Ob seine Schuhskulpturen auch tragbar sind, ist dabei reine Ansichtssache.

 

Kobi Levi lässt sich selbst von so etwas Banalem wie seinem morgendlichen Kaffee inspirieren. Egal was er sieht: es wird immer ein Schuh draus.

 

 

Frauen lieben mörderische High-Heels. Keine Femme Fatale ohne Stilettos, für die sie eigentlich einen Waffenschein benötigt. Beim Modell “Sling Shot“ von Kobi Levi darf man das wörtlich nehmen. Seine Sandalette hat eine Astgabel als Absatz. Daran geknotete Lederriemchen, fertig ist die Steinschleuder. Kein Goliath hat da noch eine Chance.

Und der Haifisch, der hat Zähne, und die trägt er… bei einem Paar Lederpumps von Levi an den Hacken. Neuerdings dürfen im Fall des Modells “Shark“ auch Männer für “Mr. Shark“ Fersengeld geben. Die Herren der Schöpfung hatten bislang nur eine weitere Option: zum schwarzweißen “Orca“ für Damen, die den abgehobenen Auftritt mit Killerwal wagen, bietet Kobi Levi ihnen “Mr. Orca“ als Pendant.

Sportlicher Sohlenspielraum

Die flachen Schuhe sind aber auch in kleineren Größen für Frauen erhältlich, die nicht ganz so schwindelerregend hoch hinaus wollen. Schließlich tauchen zuweilen Situationen auf, in denen der weibliche Teil der Welt es gern bequem hat. Sportlichen Sohlenspielraum braucht, wer mit Speed den Sprint beim Durchqueren des Haifischbeckens auf Pflaster oder Parkett hinlegen will. Schwindelfreie Damen ohne Höhenangst haben wesentlich mehr und stilistisch noch ganz andere Optionen. Ob knallrote Kinderrutsche mit blauer Leiter, Einkaufswagen in Schottenkaro auf Rollen oder die Comicfigur Olive Oyl, Partnerin des spinatsüchtigen Seemanns Popeye: bei dem phantasiebegabten Tausendsassa wird stets ein Schuh daraus.

Levi’s Tierleben erweist sich dabei als eine Schuhspezies, die von Elefant, Ente, Pfefferfresser bis Dackel oder Katze durch besonders artenreiche Vielfalt glänzt. Ein extrakleidsames Exemplar: sein Schnabelschuh “Swan“. Man möchte sofort Schwanensee tanzen. Alle Modelle sind von Hand maßgefertigte Einzelstücke. Für einen Prototyp benötigt Kobi Levi in seinem Atelier in Tel Aviv einen ganzen Monat Arbeitszeit, die Anfertigung auf Bestellung erfordert immerhin noch eine ganze Woche. Und jede Trägerin wird darin garantiert ebenso wenig übersehen wie der sprichwörtliche bunte Hund.

So wird ein Schuh draus

Schon in seiner Schulzeit outete sich Kobi Levi als passionierter Schuhfan. Seit seinem Designdiplom 2001 an der Bezalel Academy of Art & Design in Jerusalem arbeitet er als freier Schuhdesigner. Eindrücke aus dem Alltag regen ihn zu immer phantastischeren Schuhen an. Was bei anderen auf den Tisch kommt, verwandelt er in Schuhe: Bananen werden zu Pantoffeln, Porzellankaffeekännchen gießen ihren Inhalt als Absatz aus, auf gekreuzten Essstäbchen lässt er es nicht nur im Jahr des Drachen elegant-feurig stöckeln, und der rosarote Kaugummi, der sich an der Sohle zieht, ist ein gezielt klebriges Malheur. Selbst Popdiva Madonna zollt Levi mit “Blonde Ambition“ trittfesten Tribut: goldenes Gaultier-Bustier, Minimikro, Platinblondschweif – alles dran am Riemchenschuh.

Noch gilt Kobi Levi als Geheimtipp, aber die Konkurrenz schläft nicht. Jetzt hat auch Lady Gaga als bekennende Schuhfetischistin Levi für sich entdeckt. Sie zog sich seine “Double Boots“ in ihrem Video zu “Born this Way“ an – wahrscheinlich wird das für schwindelnd hohen Absatz gesorgt haben.

 

Horst P. Horst – Icons of Fashion and Beauty

Horst P. Horst (1906-1999) zählt zu den bedeutendsten Mode- und Gesellschaftsfotografen des 20. Jahrhunderts. Die Münchner Galerie Bernheimer zeigt nun einige seiner schönsten Bilder.

               

         

                         

Horst P. Horst gilt als Meister der Komposition von Licht und Schatten: Die aktuelle Ausstellung „Icons of Fashion and Beauty“ präsentiert 35 schwarz-weiß Fotografien des Künstlers aus sechs Jahrzehnten – angefangen von den 1930er bis in die 1980er Jahre.

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Mode-, Porträt- und Aktfotografie, darunter auch der weltbekannte Rückenakt „Mainbocher Corset“ von 1939, dessen grafisch-klare Komposition einmal mehr Horsts ausgeprägtes Gespür für Linienführung beweist. Weiteres Highlight ist die Arbeit „Dali Costumes“. Zusammen mit Großkünstler Salvador Dali entwarf er dafür eine Reihe fantasievoller Kostüme, um sie anschließend im Studio zu inszenieren. Überhaupt liebte Horst die Studioarbeit. Die Inszenierung mit künstlichem Licht war seine große Leidenschaft. Alle 35 gezeigten Fotografien stammen direkt aus dem Nachlass des Künstlers; die Abzüge wurden noch zu dessen Lebzeiten angefertigt.

Eintrittskarte in die große weite Welt

Dass Horst im Laufe seiner Karriere zu den Ikonen der modernen Fotografie aufsteigen sollte, war zunächst kaum abzusehen. 1906 als Horst Paul Albert Bohrmann in Weißenfels an der Saale geborgen, begann er Ende der 1920er Jahre eine Ausbildung zum Möbeldesigner. Doch das Leben hatte anderes mit ihm vor. 1930 reiste Horst nach Paris und arbeitete dort kurzzeitig als Praktikant im Atelier von Le Corbusier. Zur selben Zeit lernte er den “Vogue”-Fotografen Baron George Hoyningen-Huene kennen: Für Horst die Eintrittskarte in eine schöne neue Welt. Der Baron machte den jungen Mann zu seinem Assistenten, Modell und Reisebegleiter und führte ihn ein in die Kreise der Pariser Künstler, Modemacher und Intellektuellen.

Fashion, US-Präsidenten und Jet-Set

1931 dann der Karrieresprung. Horst bekam seinen ersten großen Auftrag als Fotograf für die amerikanische “Vogue”. Der Rest ist Geschichte: “Vogue”-Chefotograf in Paris, Umzug nach New York, amerikanische Staatbürgerschaft, Stationen als Fotograf für die US-Army sowie für diverse amerikanische Präsidenten, und erneut “Vogue” Paris und “Vogue” New York.

Die 1950er Jahre waren für Horst von zahlreichen Auslandsreisen geprägt, unter anderem für die Zeitschrift “House & Garden”, bevor er sich – angeregt durch die damalige “Vogue”-Chefredakteurin Diana Vreeland – ab 1960 bis Mitte der 1970er Jahre auf große Fotoserien über den Lebensstil der internationalen High Society konzentrierte.

Bücher, Publikationen und Ausstellungen zu verschiedenen Themen folgten, darunter schließlich die Retrospektive im International Center of Photography in New York 1984. Nach weiteren Einzelausstellungen in ganz Europa und den USA verstarb Horst P. Horst im November 1999 im Alter von 93 Jahren in Palm Beach Gardens/Florida.

artflash.de – Original-Editionen großer Künstler

Einen echten Jonathan Meese für 350 Euro? Oder lieber Daniel Richter für 900 Euro? Das gibt es tatsächlich: Die neue Online-Plattform „artflash.de“ bietet Kunst-Editionen im Original zu kleinen Preisen.

Kunstsammeln ist ultimativer Luxus. Doch wer sich auskennt, kann sogar für wenig Geld zum Sammler werden. Unser Lieblingsgeheimtipp: Die neue Online-Plattform „artflash.de“. Hier gibt es Original-Editionen zwischen 100 und 1.000 Euro, darunter Arbeiten von Starkünstlern wie Daniel Richter, Jonathan Meese oder Pipilotti Rist – sonst allesamt für ein Vielfaches gehandelt.

Original-Kunstwerke unter 1.000 Euro

Dass artflash funktioniert, ist dem Spürsinn von Katharina Bauckhage zu verdanken. Die Kunstexpertin stieß eines Tages auf ein erstaunliches Phänomen: Zahlreiche Verlage, Kunstvereine und Galerien produzieren exklusive Editionen in Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern. Doch nur die wenigsten Kunstliebhaber wissen, wann und wo welche Edition zu ergattern ist. Und so verschwindet so mancher Kunstschatz in der Versenkung, ohne jemals gekauft zu werden. Das wollte Bauckhage ändern: Sie machte sich auf die Suche, sprach mit Künstlern, durchkämmte Depots, Archive und Lager und wurde fündig. Mit allerlei Insider-Wissen im Gepäck, ging die Berlinerin Anfang Oktober 2012 mit artflash online. Seitdem stellt sie alle zwei Wochen zwei besonders hochwertige Original-Editionen auf ihrer Webpage vor – oft weit unter Marktpreis und mit ernstzunehmendem Wertsteigerungspotential.

Alles echt: signiert, datiert, limitiert

Der Schwerpunkt der artflash-Editionen liegt auf zeitgenössischer Kunst. Jedes angebotene Werk ist signiert, datiert und streng limitiert. Neben bekannten Namen wie Daniel Richter, Jonathan Meese, Monica Bonvicini, Carsten Fock oder Pipilotti Rist, sind regelmäßig auch Newcomer im Programm. Das Spektrum reicht von Siebdruck über Skulptur bis zu Fotografie, auf Wunsch sogar mit Rahmung. Die Auflagen der ausgesuchten Editionen variieren: Einige sind auf sechs oder sieben Stück begrenzt, andere liegen bei 100 oder mehr. Wichtig: Rechtzeitig zuschlagen, sobald eine Edition online geht! Alle zwei Wochen stehen zwei neue Werke zur Auswahl, die zuvor gezeigten sind dann nicht mehr erhältlich.

Sämtliche Angebote gelten ausschließlich für registrierte Mitglieder. Anmeldung unter www.artflash.de.

Gesticktes Bild von Mari Otberg

Johnny Talbot und Adrian Runhof setzen auf Einzigartigkeit: Sie verschenken am liebsten (Handarbeits-)Kunst der Berliner Designerin Mari Otberg. Die gebürtige Sauerländerin und ehemalige Assistentin von Mode-Ikone Vivienne Westwood bestickt nämlich nicht nur Röcke, T-Shirts oder maßgeschneiderte Hochzeitskleider. Sie fertigt auch „Gemälde“ (24 x 29 cm) an aus Stoff, Perlen und Strass. „Die aktuellen Bilder haben bereits Sammlerwert“, so Otberg. Ende Oktober ist ihre neue Serie fertig. Aber Anfragen nach individuellen Unikaten „sind auch willkommen“, sagt die Künstlerin.

Milliardärs-Feeling auf der Art Basel

Die Art Basel ist die größte, wichtigste und eleganteste Kunstmesse der Welt. Liebhaber geben hier ein Vermögen für moderne und zeitgenössische Werke aus. 2007 wurde z.B. ein Gemälde von Francis Bacon für 15 Millionen Euro verkauft. Johnny Talbot und Adrian Runhof raten, „sich unbedingt zur Vernissage einladen zu lassen, um einmal Dagobert Duck im Milliardärsclub von Entenhausen zu spielen.“ Über 50.000 Besucher zählt die Art Basel jährlich. Doch die Vernissage ist etwas ganz besonderes: Denn dazu laden die ausstellenden, internationalen Galerien nur ausgewählte Gäste ein. Und die dürfen dann vor allen anderen Besuchern auf Schatzsuche gehen.

Krise? Welche Krise? Auf der bedeutendsten Messe für zeitgenössische und moderne Kunst bieten Galerien einzelne Arbeiten für mehr als eine Milliarde Dollar an. Die Nachfrage ist hoch. Gerade ging ein Gemälde von Gerhard Richter über den Ladentisch. An diesem Wochenende ist die Art Basel auch für Nichtmillionäre geöffnet.

Die Art Basel gehört zu den wichtigsten Kunstmessen weltweit. Schon bevor sich am Donnerstag die Tore für das Massenpublikum öffneten, haben die ausstellenden Galerien Millionenumsätze erwirtschaftet. Bis zum Sonntag erwarten die Veranstalter etwa 60.000 Künstler, Sammler, Galeristen, Museumsleiter, Kuratoren und Kunstbegeisterte. Präsentiert werden Gemälde, Zeichnungen, Editionen, Skulpturen, Installationen, Fotografie, Performance und Videokunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert.

Die Finanzkrise scheint die Schau auch 2012 nicht zu beeinträchtigen. Bereits am Mittwoch wurde der Verkauf eines der teuersten Werke bekanntgegeben: Gerhard Richters Gemälde “A.B. Courbet”, das mit einem Preisschild von 25 Millionen Dollar versehen war. Das großformatige abstrakte Werk aus dem Jahr 1986 sei “in Nullkommanichts” von einem privaten Sammler gekauft worden, sagte Sarah Goulet von der New Yorker Pace Gallery. “Der Kunstmarkt brummt einfach.”

In den vergangenen Jahren hatten andere Kunstmessen wegen der schlechten Finanzlage auf zahlreiche Aussteller und Sammler verzichten müssen – die Art Basel hatte sich dagegen jedes Mal behauptet. Der schwächelnde Euro kann die Branche nicht wirklich schrecken, zumal sich der Markt immer weiter nach Asien verlagert.

Die Orientierung am asiatischen Kunstmarkt macht sich auch auf der diesjährigen Messe bemerkbar. Vor einem Jahr hatte die Schweizer Messegesellschaft der Art Basel (MCH) den Kauf der Hongkong International Art Fair bekanntgegeben. Nach dem Erfolg der Art Basel Miami in Florida seit 2002 wird das neue Projekt mit Spannung erwartet.

Für Hongkong sollen 250 weltweit führende Galerien ausgewählt werden, mehr als die Hälfte der Plätze sind reserviert für Asien und die Asien-Pazifik-Region – von der Türkei über den Nahen Osten, Indien und China bis Australien und Neuseeland.

Vor allem China spielt in Sachen Gegenwartskunst eine zunehmende Rolle. Als die European Fine Art Foundation im März ihre Trendstudie zum Kunsthandel der vergangenen 25 Jahre vorlegte, lautete das Fazit: “China hat die USA nunmehr als weltweit größter Markt für Kunst und Antiquitäten überholt.”

Chinas Anteil am globalen Kunstmarkt stieg demnach 2011 von 23 auf 30 Prozent, der Anteil der USA liegt bei 29 Prozent. Den größten Schub erhielt der chinesische Markt mit Kunst der Moderne und der Gegenwart.

Die Art Basel gilt als weltweit größte Messe für Gegenwartskunst hatten sich in diesem Jahr etwa 1000 Galerien aus aller Welt beworben. Etwa 300 Bewerber wurden vom “Art Basel Committee” eingeladen. Die sechsköpfige Jury verzichtet traditionell auf eine Begründung ihrer Entscheidung. Die ausgewählten Galerien bieten etwa 2500 Werke für insgesamt mehr als eine Milliarde Dollar an.

Empire of Flora

US-Künstler Cy Twombly setzte in der Malerei einen radikalen Schnitt mit seiner sehr poetischen, oft hauchzarten Zeichensprache.

Seine großformatigen Leinwände füllt er mit Linien, Schraffuren, Farbflächen und Worten. Dicht und locker, hell und dunkel, mit diesen Gegensätzen arbeitet er. Seine Themen bezieht er oft aus Mythen der griechischen Götterwelt – sie inspirierten auch seine “Flora”.

Red Race Riot

Rassenunruhen, Straßenkämpfe und Menschenrechte: Andy Warhol war mehr als nur ein Pop-Art-Künstler, der einer Suppendose Museumsreife bescheinigte.

In “Riot” zeigte der exzentrische New Yorker den “Tod in Amerika”, wie er selbst gesagt hat. Als Vorlage dienten ihm Zeitungsberichte und Fotos, die die Polizei im Umgang mit den schwarzen Demonstranten zeigten. Zwanzig Jahre ist Andy Warhol nun bereits schon tot.

Die vier Apostel

Sein letztes monumentales Werk vermachte Albrecht Dürer 1526 seiner Heimatstadt Nürnberg.

Sein letztes monumentales Werk vermachte Albrecht Dürer 1526 seiner Heimatstadt Nürnberg.

Eine bewusste Entscheidung des Künstlers: Es sollte der Stadtverwaltung Mahnung in wirren Zeiten sein. Dürer setzte sich damit aktiv für die neuen Ideale der Reformation ein. Die vier Apostel verkörpern die vier Gemütsarten des Menschen: sanguinisch, phlegmatisch, cholerisch und melancholisch.

 

Höllensturz der Verdammten

Die Hölle hat ihre Schrecken nicht verloren. Bei Peter Paul Rubens fallen nicht die Engel vom Himmel, sondern die nackten, sehr barocken Menschen, die sich ineinander verkeilen.

Die monumentale Leinwand scheint zu beben, so bewegt ist diese Szenerie. Sinnlicher geht es nicht mehr: Rubens malerische Lust an der “Fleischlichkeit” bildete einen scharfen Gegensatz zu der weltentrückten Frömmigkeit der Andachtsbilder der älteren Schule.

Klassische Küste

Analoge Bilddaten bei Paul Klee: Dem Rhythmus der Farbpünktchen erscheint oft ein zartes Liniengerüst eingebaut.

Pointillistisch, divistionistisch nennt das die Kunstgeschichte. “Ein großartiges Werk” und eines der Lieblingswerke des leidenschaftlichen Sammlers Hans Berggruen, wie er einmal in einem Interview betont hat. In der Sammlung Berggruen in Berlin ist dieses Bild zu sehen.

Blauer Kopf

Georg Baselitz stellt seine Motive bekanntlich seit Jahrzehnten schon auf den Kopf

Anfangs eckte er damit an. Weil alles kopf stand, auch die Menschen. Aber Meister Baselitz kann mehr als nur malen, er ist auch Bildhauer. So entstanden expressive Holzplastiken mit dicken Kerben von oft übergroßem Format. Da hat Baselitz beherzt zur Kettensäge gegriffen. Bekannt wurde er durch ein Bild des Anstoßes: “Die große Nacht im Eimer” (1962/63) zeigt einen Jungen beim Onanieren.

“Nachtessen in Dresden” von Baselitz

 

Opferung Isaaks

Schrecklicher Moment: Die Kehle liegt bloß, Abraham biegt den Kopf seines Sohnes brutal zurück.

Rembrandt zeigt den Vater, der seinen Sohn Isaak opfern will. Die Augen weit aufgerissen, der Mund halb offen. Doch der Engel geht dazwischen, die Prüfung scheint bestanden. Eine erste Version des Gemäldes entstand 1635, eine zweite 1636. Ein Bild, ein Schicksal: In diesem Jahr hatte Rembrandt seinen ersten Sohn Rumbertus – erst wenige Monate alt – beerdigen müssen.

Rabbit

Jeff Koons, der smarte „american boy“ hält uns den glitzernden Spiegel vor.

Er bläst banale Dinge aus unserer Alltags- und Kitsch-Kultur in Riesengröße auf und gießt sie in Porzellan oder in glänzenden Edelstahl. Bevorzugte Tiere: Hasen und Hunde. Sein „Bunny“ wurde weltberühmt. Auf der documenta zeigte er „Puppy“, ein zwölf Meter hohes Hündchen, bestehend aus 17.000 Blumen.

Geburt der Venus

Erotischer kann wohl kein Bild sein. Sandro Botticelli malte eine leichtfüßige, wunderbar anmutige blonde Göttin, die auf einer Muschelschale treibt und vom Westwind Zephyr angetrieben wird.

Blumen wehen durch die Luft. Venus schaut artig, doch die Muschel sagt mehr. In der Antike war sie Symbol für die Vulva.

Marilyn

Poppiger geht’s nicht: Die Monroe war schon eine Legende, als sie 1962 starb.

Andy Warhol krönte ihr tragisches Leben mit mehreren Bildern – als Vorlage diente ein bestimmtes Foto von der XL-Blondine, das er einer Zeitschrift entnommen hatte. Der Factory-Künstler verwandelte sie in seinen seriellen Reproduktionen zur Kunst-Ikone des 20. Jahrhunderts.

Broadway Boogie-Woogie

Bunte, klare Raster: Diese Arbeit von Piet Mondrian ähnelt einer Straßenkarte von New York mit ihren Vertikalen und Horizontalen.

Der Rhythmus der Farben ist geradezu musikalisch.

Number 1

Lauter dicke Farbspritzer: Der wilde Jackson Pollock ließ die Leinwände explodieren wie keiner zuvor in seinen „action paintings“.

Wie er malte, so lebte er. Pollock fuhr sich tot im Promillerausch – bis heute ist er ein Mythos in der amerikanischen Malerei geblieben.

Das schwarze Quadrat

Einfach nur schwarz: In diesem Bild auf weißem Grund sind der Anfang und das Ende der gegenständlichen Malerei markiert.

Der Übergang zur Moderne. Der Russe Kasimir Malewitsch setzte in diesem reinen „Viereck“ auf die einfachste geometrische Form. Er selbst nannte es die „ungerahmte Ikone meiner Zeit“.

Der Tanz

Einmaliger Farbrausch, simpel die Figuren: Henri Matise verzichtet auf erzählende Details.

Er wollte in diesem expressionistischen Körperreigen allein die „einfachsten und beschränktesten“ Mittel nutzen.

Beweinung Christi

Ein wahrer Hingucker: Das kühne Bild von Andrea Mantegna wirkt wie eine antike Plastik in seiner Verkürzung der Perspektive und der Anatomie des makellosen, muskulösen Körpers.

Nie war Christus schöner als bei Mantegna!

Demoiselles d’Avignon

Ein Schock für die damalige Kunstwelt: Eine Gruppe nackter Prostituierter – sie spiegeln den Aufbruchsgeist der Zeit.

Ein Meisterwerk Picassos, ein Meilenstein der Kunstgeschichte und eines der berühmtesten Bilder in der Sammlung des Museum of Modern Art (MoMA) in New York. Nur dort ist es zu sehen. Erst kürzlich wurde das Gemälde restauriert.

Die zehn teuersten Gemälde der Welt

Für rund 120 Millionen Dollar inklusive Gebühren ist eine von vier Version von Edward Munchs “Der Schrei” bei Sotheby’s in New York verkauft worden. Der bisherige Rekord lag bei 106,5 Millionen Dollar für das 2010 versteigerte Bild “Nackte, grüne Blätter und Büste“ von Pablo Picasso. Die Kunstzene feiert den Verkauf als bedeutendstes Event der vergangenen Jahre. Fraglos wurde nie mehr für ein Bild bei einer Auktion gezahlt. Allerdings handelt es sich nicht um das teuerste Gemälde der Welt.

Die Gebote für Munchs Meisterwerk starteten bei 40 Millionen Dollar. Nach einer Viertelstunde war der Coup perfekte: Rund 120 Millionen Dollar inklusive aller Gebühren war ein anonymer Käufer im Rahmen der Auktion bei Sotheby’s bereit zu zahlen. Doch viele Kunstdeals finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wir haben einmal die zehn teuersten Gemälde und die Geschichten ihrer Verkäufe zusammengefasst.

Platz 10: Porträt des Dr. Gachet

Diese zwei Gemälde malte Vincent van Gogh wenige Wochen vor seinem Suizid. Die erste Version wechselte insgesamt 13 Mal den Besitzer und gehörte unter anderem Hermann Göring. Nachdem der japanische Unternehmer Saitō Ryōei 1990 das Bild erworben hatte, soll er gesagt haben: „Legt das Bild in meinen Sarg, wenn ich sterbe.“ Ryōei verstarb 1996. Wo sich das Bild befindet, ist nicht bekannt.

 

Platz 9: Triptych

Triptych  ist ein dreiteiliges Gemälde von Francis Bacon. 2010 zahlte der russische Oligarch Roman Abramowitsch bei einer Auktion von Sotheby’s 86,3 Millionen Dollar.

Platz 8: Adele Bloch-Bauer II

Adele Bloch Bauer II von Gustav Klimt gehört zu den bedeutendsten Werke des Wiener Jugendstils. 2006 erzielte das Kunstwerk bei einer Auktion bei Christie’s 87,9 Millionen Dollar.

Platz 7: Dora Maar mit Katze

Auf dem Gemälde von Pablo Picasso aus dem Jahr 1941 ist Dora Maar, Picassos einstige Muse, verewigt. Der Käufer, der bei einer Auktion bei Sotheby’s 2006 95,2 Dollar bezahlte, blieb anonym.

Platz 6: Junge mit Pfeife

Das Gemälde markiert den Übergang von Picassos Blauer Periode zur Rosa Periode und erzielte bei einer Auktion im Jahr 2004 die damalige Rekordmarke von 104,2 Millionen Dollar. Es zeigt einen jungen Mann, der der Überlieferung nach Picasso gerne bei der Arbeit zuschaute.

Platz 5: Akt mit grünen Blättern und Büste

Das dritte Gemälde von Pablo Picasso in den Top Ten der teuersten Gemälde aller Zeiten. Es soll Picassos Geliebte Marie-Thérèse Walter zeigen. Bei einer Versteigerung von Christie’s im Jahr 2010 erzielte das Gemälde aus der produkivsten Phase des Künstlers einen damaligen Rekordwert von 106,5 Millionen Dollar inklusive Gebühren. Der Käufer blieb unbekannt.

Platz 4: Der Schrei

Der neue Rekordhalter unter den höchsten Auktionserlösen für ein Gemälde ist Edward Munchs “Der Schrei”, das der norwegische Maler in vier Version fertigte. Ein unbekannter Käufer zahlte mit Gebühren knapp 120 Millionen Dollar für die einzige Version, die jemals in Privatbesitz war.

Platz 3: Adele Bloch-Bauer I

Die “Goldene Adele” wurde laut Presseberichten 2006 von dem US-Unternehmer und Milliardär Ronald Lauder für seine Neue Galerie in New York für kolportierte 135 Millionen Dollar erworben. Eine Bestätigung über die genaue Kaufsumme gab es nie. Allerdings erklärte der Anwalt Lauders, dass der Kaufpreis deutlich über dem des damals teuersten Gemäldes, “Der Junge mit der Pfeife” von Pablo Picasso, gelegen hätte.

Platz 2: Woman III

Längst nicht so bekannt wie all die Picassos und Klimts ist “Woman III” von Willem de Kooning. Laut einem Bericht der New York Times soll der US-Milliardär Steven A. Cohen 2006 142,5 Millionen Dollar für das abstrakte Gemälde gezahlt haben.

Platz 1: No. 5, 1948

Das expressionistische Bild von Jackson Pollock gilt als das teuerste Gemälde der Welt. Nach einem Bericht der New York Times wurde das Bild von seinem damaligen Eigentümer David Geffen, dem zuvor auch Woman III gehörte, privat für 140 Millionen Dollar. Der neue Besitzer soll der mexikanische Unternehmer David Martinez sein. Dessen Anwälte bestreiten das allerdings.