Faszination Pferd – Die teuersten Pferde der Welt

Die 6 teuersten Pferde der Welt

 

Seattle Dancer (22.04.1984 – 02.06.2007)

Seattle Dancer war ein Irisches Rassepferd das als Rennpferd Karriere machte. Es war das teuerste Jungpferd(als Jährling) das im Alter von 1,5 Jahren bei einer Auktion wo sich verschiedene Züchter überboten haben für 13.1 Millionen $ verkauft. Ein Virus machte die gute Entwicklung zunächst problematisch, 1987 startete das Rennpferd bei seinem ersten Rennen als Favorit und erreichte nur Platz 3. Mit zwei Siegen bei fünf Starts und einer Gewinnsumme von 152.413 Dollar schloss er seine aktive Laufbahn ab. Seine letzte Zeit verbrachte er als Deckhengst im Gestüt Auenquelle bevor er an den Folgen einer Herzattacke starb.Die 6 teuersten Pferde der Welt

 

 

Snaafi Dancer

Er war vor Seattle Dance das teuerste Pferd das als Jährling 1983 bei der Keeneland July sale 10.200.000 Dollar erzielte. Dieser Northern Dancer-Sohn erschien allerdings nie auf der Rennbahn.

The Green Monkey

2006 wurde The Green Monkey zum neuen teuersten Pferd der Welt indem er beim “Fasig-Tipton Florida February sale of 2-year-olds in training“ 16.000.000 Dollar erzielte.

 

(Moorlands) Totilas

Moorlands Totilas wurde am 14. Oktober 2010 für die neue Rekordsumme von 10 bis 15 Millionen Euro das teuerste Dressurpferd der Welt. Totilas wird seitdem von Paul Schockemöhle finanziert und von Matthias Rath geritten. Totilas hält mit seinen 10 Jahren mehrere Weltrekorde in den schwersten Dressurwertungen und wird nicht nur als teuerstes Pferd der Welt sondern auch als Wunderpferd gehandelt. Allerdings wird seit dem auch in der breiten öffentlichkeit recht kontrovers diskutiert, zum einen über die so genannte “Rollkur” und die (un-)natürlichkeit der starken Versammlung, und zum anderen über den hohen Erfolgsdruck der auf Totilas und Matthias Rath lastet.

Poetin

Poetin war vor Totilas das teuerste Dressurpferd der Welt. Sie erzielte Ende 2003 die Rekordsumme von 2,5 Millionen Euro bei einer Versteigerung. Zwei Jahre später verstarb sie leider am 12.12.2005 an den Folgen einer Krankheit. Zwischendurch war auch hier der Unternehmer Paul Schockemöhle Besitzer der Poetin.

 

Lord Sinclair

Lord Sinclair war zuvor das teuerste Pferd der Welt, der Hengst erzielte bei einer Auktion 1997 1,4 Millionen Euro.

 

Die teuersten Pferde der Welt die ich hier kurz vorgestellt habe erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ihr könnt die Liste gerne ergänzen und kommentieren. Es ist schwierig wirklich die teuerstenPferde der Welt zu ermitteln weil z.B. auch in den Golf-Staaten Rennpferde für sehr viel Geld den Besitzer wechseln ohne dass die breite Öffentlichkeit den genauen Kaufpreis je erfahren wird. Aktuell aber ist Totilas sicher das teuerste und bekannteste Pferd der Welt und er hat vor allem im Dressursport mit den 10-15 Millionen Euro eine neue Bestmarke gesetzt.

Erste Liga des Galoppsports

Das Pariser Pferderennen „Qatar Prix De L’Arc De Triomphe“ wird weltweit in über dreißig Länder übertragen, von rund einer Milliarde Zuschauern verfolgt und gehört somit zu den Spitzenereignissen der Sportwelt. Allein die Gesamtzahl der Preisgelder auf der Pferderennbahn Longchamp beläuft sich dieses Jahr auf rekordverdächtige 7,2 Millionen Euro.

„Wäre der Triomphe ein Fußballspiel, würde jeder einzelne Spieler auf dem Rasen Zidane heißen!“, so das Credo des federführenden Komites vom Pferderennverband „France Galop“ zum diesjährigen Qatar Prix De L’Arc De Triomphe in Paris. Neben solch schmissigen Parolen warten die Organisatoren vom weltweit bedeutendsten Ereignis im Galoppsport mit einer Reihe überzeugender Superlativen auf: An beiden Renntagen ertönen die Startschüsse für 17 Rennen mit nicht minder als 13 Gruppenrennen. Binnen dieser 48 Stunden wird auf dem 2.400 Meter langen Grün die neue Elite des internationalen Reitsports gekürt und die Champions unter den Englischen Vollblütern und reinrassigen Arabern bestimmt. Die Preisgelder belaufen sich zusammengenommen auf über 7,2 Millionen Euro, wobei allein 4 Millionen auf die Preisträger des namensstiftenden Rennens „Qatar Prix de l’Arc de Triomphe“ entfallen. Ein Sieg beim prestigereichsten aller Rennen ist für Pferdebesitzer und Jockeys gleichzusetzen mit der Aufnahme eines Rockstars in die Hall of Fame.

 

Am 6. und 7. Oktober findet ein Pferderennen der Spitzenliga in Paris statt – Qatar Prix De L’Arc De Triomphe.

Die Gesamtzahl der Preisgelder auf der Pferderennbahn Longchamp beläuft sich dieses Jahr auf rekordverdächtige 7,2 Millionen Euro.

Lagebesprechung zwischen und Zuchthengst und seinem Jockey auf der Pferderennbahn Longchamp.

Die Pferderennbahn Longchamp ist die wichtigste Pferderennsportanlage von Frankreich. Ihr Name weltberühmt.

Historisches Spielfeld für Pferde

Das bedeutende Sportereignis keimte naturgemäß auf geschichtsträchtigem Boden: Die Pferderennbahn Longchamp ist die wichtigste Pferderennsportanlage der französischen Hauptstadt und nimmt 60.000 Zuschauer auf, was in etwa dem Fassungsvermögen der Stuttgarter Mercedes Benz-Arena entspricht. Sie befindet sich in der westpariser Parkanlage Bois du Boulogne und wurde 1857 auf den Überresten der zerstörten Abtei Longchamp erbaut. (Hierher hat auch der gleichnamige Taschenhersteller seinen Namen.) Auf dem Gelände des Hippodroms debütierten am 3. Oktober 1920 anlässlich der Feierlichkeiten zum Ende des Ersten Weltkrieges ortsansässige Reiter mit ihren Rössern und begründeten die jährlich wiederkehrende Tradition des „Prix de l’Arc de Triomphe“. Der französische Impressionist Édouard Manet verewigte die ehrgeizgetriebenen, sportlichen Wettkämpfe in traumhafter Naturkulisse eigens in seinem Werk „Les courses au Bois de Boulogne“.

Spitzensportler A.D.

Für ein siegreiches Vollblutpferd beim Rennen von Qatar endet der Alltag eines Hochleistungssportlers abrupt. Neben viel Ruhm und weltweiter Anerkennung schnellt der Marktwert eines solchen Pferdes in ungeahnte Höhen und führt in der Regel zu einem Ruhestand als gefragter Zuchthengst. Die Auslese bis zu diesem Punkt ist denkbar hart. Von rund 11.000 registrierten Rennpferden in Frankreich qualifizieren sich nur 200 für die sogenannten Erstgruppenrennen, was in etwa der ersten Bundesliga im Pferdesport entspricht. Von den Ergebnissen der laufenden Saison ist dann die Zulassung beim Rennen abhängig, vom Geld des Eigentümers hingegen die Nummer der Startbox. Die inneren Boxen haben einen leicht verkürzten Weg im Vergleich zu den Außenboxen, dieser Vorteil ist jedoch eher mentalen Ursprungs, wenn man bedenkt, dass die meisten Sieger der Rennen aus über 93 Jahren aus den Boxen 2 und 7 starteten. Die Pferde erreichen bei guten Jockeys binnen der ersten 100 Meter eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h. 2011 knackte der Sieger „Danedream“ mit seinem Reiter Andrasch Starke den Arc-Rekord und verbesserte ihn um 14 Hundertstelsekunden auf 2:24:46 Minuten. Der diesjährige Favorit „Orfevre“ stammt aus dem pferdesportbegeisterten Japan und soll gemeinsam mit dem französischen Starjockey Christophe Soumillon erstmalig einen Titel für seine Fans nach Fernost holen.

Wunderstute aus Achern siegt beim wichtigsten Pferderennen der Welt

Die deutsche Stute Danedream hat sensationell das bedeutendsten Galopp-Rennen der Welt gewonnen. Ein Ortenauer hatte das Pferd für läppische 9000 Euro erworben.

“Mein Traum war es immer, in Iffezheim den Großen Preis von Baden zu gewinnen.” Dass sich dieser sportliche Wunsch gut ein Jahr nach dem Kauf der Stute Danedream zum “Schnäppchenpreis” von 9000 Euro für Helmut Volz aus Achern erfüllen würde, hätte sich der Möbelhändler und begeisterte Pferdesportfreund nicht im Geringsten träumen lassen. Am Wochenende ging ein noch viel größerer Traum in Erfüllung: der Sieg beim bedeutendsten Pferderennen der Welt.

Aktuell steht das Paradepferd im europäischen Ranking auf Platz eins, wird von der Fachwelt als beste deutsche Stute seit 30 Jahren gewürdigt. Inzwischen startet sie auch bereits in der “Champions League” des Turfsports. So am Wochenende beim bedeutendsten Rennen Europas, dem Prix de L’Arc de Triomphe in Paris-Longchamp. Dort siegte die Dreijährige souverän. Den Siegpreis von knapp 2,29 Millionen Euro teilen sich Volz’ Gestüt Eberstein und der japanische Mitbesitzer Teruyo Yoshida, der erst vor wenigen Tagen 50 Prozent an der Traumstute erworben hatte. Für den Sieg mitverantwortlich war Jockey Andrasch Starke.

Der Sieg in Paris war erst der zweite Erfolg eines deutschen Pferdes in diesem Rennen, zuletzt gewann Star Appeal 1975 dieses europäische Toprennen. Doch Danedream sorgte für eine weitere Superlative, denn bei dem über 2400 Meter führenden Prix de l’Arc de Triomphe siegte sie in der Fabelzeit von 2:24,49 Minuten – die schnellste Zeit, die jemals auf dieser Rennbahn gelaufen wurde.

Schon als kleiner Bub ging Helmut Volz 1956 mit dem Vater auf die Rennbahn in Iffezheim, wo 55 Jahre später, beim Großen Preis von Baden vor vier Wochen, 14.000 Besucher einen souveränen Sieg Danedreams miterlebten. “Dieses Pferd möchte einfach nur gewinnen”, meint Helmut Volz gelassen, hat aber noch immer glänzende Augen, wenn er an jenen Moment denkt, als seine Paradestute die Konkurrenz mit sechs Längen Vorsprung geradezu deklassierte. “Ich habe das Rennen von dem Platz verfolgt, auf dem ich immer sitze”, so Helmut Volz, den es aber nach dem Zieleinlauf verständlicherweise nicht mehr im “Sattel” hielt.

Die Stute stand ruhig da, als wäre nichts gewesen, die Fachwelt jubilierte über den märchenhaften Aufstieg des Pferdes, und Helmut Volz und Sohn Heiko wussten nicht, wie ihnen geschah. Mit dem Gewinn aus dem Großen Preis von Baden – 150 000 Euro – schraubte Danedream in einem Jahr ihre Gesamtgewinnsumme auf über 500.000 Euro, der aktuelle Marktwert der Wunderstute hat Höhen erreicht, die himmelweit von dem Kaufpreis von 9000 Euro entfernt sind.

Seit mehr als 30 Jahren ist es das Hobby von Helmut Volz, “im überschaubaren Rahmen” Pferde zu züchten und auf der Rennbahn laufen zu lassen, er ist auch Förderer der Reitvereine von Achern und Fautenbach. Im Mai 2010 machte er sich auf den Weg zur Pferde-Auktion in Iffezheim und kaufte “für regionale Rennen” die damals zweijährige Stute Danedream, deren fünf Geschwister keine Lorbeeren auf der Rennbahn ernten konnten. Immerhin war deren Vater Lomitas 1991 “Galopper des Jahres” und fertigte damals ebenfalls in Baden-Baden die Konkurrenz nach allen Regeln der Kunst ab.

Diese sportliche Klasse wurde an Danedream weitervererbt, die von Peter Schiergen trainiert wird und vielleicht vor weiteren Siegesläufen bei prestigeträchtigen Rennen steht. Und das, nachdem die Karriere mit einem Sieg in Wissembourg im Elsass, also bei einem Kreisliga-Rennen, begann – vor gerade mal gut einem Jahr.

Seither ging es Schlag auf Schlag: Sieg beim Großen Preis von Berlin, im italienischen Stutenderby und eben jüngst beim Großen Preis von Baden. “Wir bleiben wie bisher auf dem Boden”, verspricht Heiko Volz, der für das Racing-Management verantwortlich ist. Die Stute mit ihrem großen Kämpferherz hat in der europäischen Turfszene innerhalb eines Jahres für Furore gesorgt und soll dies im Interesse der Besitzerfamilie noch möglichst lange tun.

“Wir haben noch einige Optionen offen”, so Helmut Volz, der mit 14 Jahren sein erstes Pferd fürs Freizeitreiten bekam und nun mit seiner Traumstute ganz vorne auf europäischer Ebene mitreitet. “Es bleibt spannend”, meinte Heiko Volz. Wie ihm geht es allen Mitgliedern von der Besitzerfamilie: Den “absoluten Glücksfall” für ihr kleines Gestüt Burg Eberstein mit insgesamt drei Rennpferden können sie noch immer nicht richtig fassen.

Dubai World Cup – das höchst dotierte Galopprennen der Welt

Alljährlich Ende März trifft sich die Turfgemeinde im sonnigen Wüstenemirat am Persischen Golf. In „Allahs neuer Welt“ findet dann das höchst dotierte Galopprennen der Welt, der Dubai Wold Cup, statt. Er bildet das Abschluss-Highlight des internationalen Meetings „Racing Carnival“ und ist mit sechs Millionen Dollar standesgemäß dotiert.

Bereits beim Anflug auf das Wüstenparadies überrascht den Fluggast Vogelgezwitscher im Airbus A340 der Emirates Airline und unterstreicht damit das Außergewöhnliche, was den Besucher dort erwarten wird. Nicht zu unrecht gilt „Emirates“ als eine der Top-Airline weltweit. Verwöhnen pur heißt die Devise und scheint die richtige Einstimmung auf die Boomtown am Arabischen Golf zu sein.

Hightech meets Tausendundeine Nacht – mag der Betrachter denken, als er aus dem Bus heraus die vorbei laufenden Kamele vor der imposanten Skyline Dubais auf dem Weg zur Rennbahn „Nad al Sheba“ betrachtete.

Nach etwa 20 Minuten Fahrt wird man auf die berühmten Stables, die in unterschiedlichen Farben gehalten sind, aufmerksam. Hier steht ein Großteil der besten und wohl auch teuersten Galopprennpferde der Welt. Dementsprechend ist der Umgang mit den Vierbeinern. Es scheint da zur Normalität zu gehören, dass sich im Wüstenemirat die größte Pferdeklinik der Welt befindet. Oder wo kann man es sich schon leisten, zwei Pfleger für drei Rennpferde zu engagieren? Einmal abgesehen von dem Futter, dass aus honigversiegeltem Hafer und Vitaminsäften mit Elektrolytgehalt bestehen soll. Das ist nur an einem Ort möglich, wo ein pferdeverrückter Sheikh mit sprudelnden Petrodollars das Sagen hat.

Es ist zeitlich zwar absehbar, wann der schwarze Raketenantriebsstoff der finanziellen Sorglosigkeit nicht mehr so üppig sprudeln wird. Doch dafür hat Sheikh Mohammed bin Raschid Al Maktoum vorgesorgt, denn dann übernehmen die jetzt getätigten Milliarden schweren Investitionen in die modernste und luxuriöseste Metropole der Welt die nötige Schubkraft. Eine der zahlreichen Attraktionen wird derzeit vor den Toren Dubais im Golf künstlich aufgeschüttet.

Palm Island – als achtes Weltwunder apostrophiert, umfasst drei Inselgruppen, die es in sich haben. Exklusive Villen, die teuerste soll wohl um die 4 Millionen Dollar kosten, Luxushotels, Shoppingcenter und mehere Yachthäfen bilden die Glanzpunkte auf den künstlichen Palmenwedeln. Hier werden nach ihrer Fertigstellung die Schönen & Reichen dieser Welt ihre Zelte aufschlagen. Eine der Inseln, die „Jebel Ali“, ziert an ihrer Krone der arabische Schriftzug eines Gedichtes ihres Herrschers:

„Nimm die Weisheit von den Weisen.
Es braucht einen Mann mit Visionen, um auf Wasser schreiben zu können.
Nicht jeder, der ein Pferd reitet, ist ein Jockey.
Große Männer wachsen an großen Herausforderungen.“

Dem Betrachter erscheint Dubai als Paradoxon, denn es provoziert zwei sich widersprechende Eindrücke: Bewunderung auf der einen, Kopfschütteln auf der anderen Seite. Fehlende Demokratie und ökologische Probleme wie eine zerstörte Unterwasserwelt als Folge der im Meer geschaffenen Inseln sind einige Details der Schattenseite.

“Nicht jeder, der ein Pferd reitet, ist ein Jockey” – genau deshalb hat der Sheikh den Besten der Sattelkünstler für sein Godophin-Imperium unter Vertrag gestellt. Franki Dettori, der smarte Italiener, vertrat die “blaue Flotte” auch beim Wold Cup. Tags zuvor beim „breakfast with the stars“ gab der Superstar bereitwillig Auskunft über die Chancen der Godolphins beim Cup. Die standen so schlecht nicht, obwohl mit dem Fünfjährigen „Roses in May“ der vermeintliche Favorit aus den USA eingeflogen wurde. Da mußte sein Pferd „Grand Hombre“ noch etwas mehr im Tank haben als bei seinem im Vojahr erreichten vierten Platz. Unter den Insidern kursierte bereits die Nachricht, dass das Maktoum-Pferd gesundheitliche Probleme hätte.

Diese Informationen und einige Morgenarbeiten der Galopper bekam der interessierte Rennsportfan neben einigen Köstlichkeiten an diesem Vormittag auf dem Gelände am Sattelplatz serviert. Bei angenehmen Temperaturen in gemütlich Runde – als Platzdeckchen hatte man laminierte Fotos mit den Pedigrees der bisherigen Woldcup-Sieger auserkoren – wurden Tipps und Prognosen ausgetauscht. Wenn das keine Einstimmung auf das bevorstehende Highlight war! Auf der Rennbahn angekommen, hatte der Busfahrer Mühe sein Fahrzeug auf der abgesperrten Fläche zu parken. Bei 60.000 Besuchern ist das wohl kein Wunder. Bereits am Eingang bildeten sich lange Schlangen, denn jeder Rennbahn-Gast mußte aus Sicherheitsgründen durch elektronische Gates, wie man sie von den Flughäfen her kennt. Doch diese Unannehmlichkeiten waren schnell vergessen als der Blick auf das Rennbahngelände mit den geschmackvoll arrangierten Stände fiel.


Links neben den Tribünen auf dem grünem Rasen, der Golf-Qualität besitzt, findet man den internationalen Bereich mit auserwählten Gaumenfreuden, die jedem Anspruch genügen. Weiter hinten konnten sich die jungen Zuschauer bei Musik amüsieren. Alles farbenfroh, wohin man schaute. Da stachen die für Europäer eher ungewöhlichen schneeweißen Dischdaschas der Einheimischen besonders ins Auge. Augenmaß mußten die Juroren bei einem weiteren Highligth, was hier auf der Rennbahn bereits Tradition hat, walten lassen. Denn neben der Tribüne warteten ungefähr 200 weibliche Schönheiten auf ihre Stunde im Rahmen des Weltcups. Aufgeregt – manch Vollblüter gibt sich da entschieden gelassener – fieberten sie der Hut-Präsentation entgegen. Da wurde noch am Kleid gezupft, dort die Schleife gerade gezogen oder der Hut nochmals positioniert – eine Atmosphäre wie bei einem Model-Wettbewerb. Die besten Siegchancen hat dabei die Dame, die eine perfekte Harmonie zwischen Gesicht, Teint, Augenfarbe, Kleidung – darf durchaus sparsam sein – und dem, was sie auf dem Kopf trägt, ausdrucksvoll zur Darbietung bringen kann. Die Siegprämie lag zwar nicht bei sechs Millionen, doch drei Nächte/Suite mit allem Komfort in einem exklusiven Wüstenhotel sind ja auch nicht zu verachten.

Die Eröffnungsfeier, es wurde bereits dunkel, leitete eine Lasershow ein, die mit klassischer Musik untermalt wurde. Die Blicke der Zuschauer wanden sich plötzlich dem Geläuf zu, als mehrere hundert Menschen als Pferde kostümiert im Takt der Musik die Zielgerade entlang trabten. Es war einfach faszinierend und überwältigend zugleich. Das einsetzende Blitzlichtgewitter holte die Besucher augenblicklich aus der Theater-Stimmung zurück.

Als etwas später das spektakuläre Feuerwerk gezündet wurde, ging ein Raunen über das Gelände in der Wüste.Von der Haupttribüne “Millenium-Grandstand” aus gab seine Hoheit Mohammed bin Raschid Al Maktoum das Zeichen für das absolute Highlight des Abends, den mit 6 Millionen Dollar dotierten “Dubai World Cup”.
Das Rennen an sich beherrschte nur ein Pferd und das war der eindeutige Favorit „Roses in May“, der die 2000m auf Sand wie ein Uhrwerk Start-Ziel herunter rasselte. Am Pfosten hatte Jockey Velazquez mit dem Fünfjährigen bequeme 3 Längen Vorsprung auf „Dynever“, der wiederum „Choctaw Nation“ sicher mit 1,25 in Schach halten konnte. Während sich die gesundheitlichen Probleme bei “Grand Hombre” leider bewahrheiteten – er wurde als “Non-Runners” erklärt – kannte der Jubel unter den Amerikanern keine Grenzen.

Jubeln konnten auch die Favoriten-Wetter, die nur über Umwege ihre Tipps per Telefon oder Internet bei den Buchmachern abgeben konnten. Denn bekanntlich sind im Emirat aus religiösen Gründen Sportwetten untersagt. Der Sheikh wäre aber nicht der perfekte Gastgeber, hätte er für dieses Problem keine Lösung. So können alle Anwesenden, auch ohne einen Obolus, Tippscheine für die Rennen des Tages ausfüllen. Unter den richtigen Voraussagen werden dann die Gewinner ausgelost, die sich über eine großzügige Geldprämie freuen können. Vor allem die Fans von der Insel schienen zu den Großverdienern zu gehören, denn sie ließen die Sektkorken knallen und tanzten auf den Tischen.

Auf etwas feinere und vor allem stilvolle Art kann man Erfolge in der “Godolphin Gallery” per Video-Präsentation bewundern. In dem außerhalb des Rennplatzes gelegenen Rennsport-Museum der Maktoum-Familie wird die wohl weltweit erlesenste Pokalsammlung des Galopprennsportes offeriert. Da hat der Besucher Gelegenheit, die Trophähen von so berühmten Rennpferden wie “Dubai Millenium” in Augenschein zu nehmen. Riesige Fotowände in Gardinenform, moderne Touch Screens und ein nobles Interieur lassen den Fan kurzweilige und beeindruckende Minuten erleben. Der Besuch ist in jedem Fall ein Erlebnis.

Ein Erlebnis anderer Art sollte Bestandteil jeder Reise zum Cup sein: die “World-Cup-Wüstenparty”. Sie findet traditionell am Abend zwei Tage vor dem großen Rennen statt und bietet einfach alles, was zu einer orientalischen Unterhaltung dazu gehört. Das Camp bestehet aus fünf riesengroßen Zellten, die im Halbkreis vor einer Bühne aufgebaut wurden. Vor den Zelten hatte man in einer Art Wüstenstrasse umfangreiche kulinarische Büffetts aufgebaut. Lobbster, gegrillt Fleischvariationen, edelster Fisch und feinste Salate sind nur einige der Delikatessen, die durch eine Vielfalt von Getränken ergänzt, gereicht wurden. Es fehlte wirklich an Nichts. Neben diesen Köstlichkeiten genoss der Besucher ein Galaprogramm, das in einem brillianten Feuerwerk kulminierte. Stargast auf dieser Party der Superlative war das Herrscherpaar, der Sheik und seine Prinzessin von Jordanien. Anders als erwartet unterhielten sie sich mit den Gästen, von Distanz spürte man da wenig, auch wenn die Security nicht zu übersehen war.

“Dubai World Cup” – das war eine Reise mit vielen Höhepunkten in einem an Gegensätzen reichen Land. Da hat ein Herrscher eine Vision, den einstigen Betuinen-Wüstenfleck am Persischen Golf zur modernsten und luxuriösesten Metropole der Welt heranwachsen zu lassen, gewissermaßen eine Oase für Global Players zu schaffen. Die Tendenz ist erkennbar. Aus einzelnen Brillianten will er ein Geschmeide formen. Auf den Schildern an der Stadtautobahn kann man seine Botschaft lesen: “Our world is getting bigger and better. Every day”. Was ihm vermutlich ein gutes Stück schwerer fallen wird, seiner Vision eine Seele zu geben …

Zum Reiten verleiten

Es gibt bislang keinen Beweis, dass Pferde über Stilbewusstsein verfügen, auch wenn sie zu den stilvolleren unter den Tieren gehören. Trotzdem werden sie nichts gegen Reitsportbedarf von Hermès haben.

Mit Reitsportbedarf ist es ein bisschen so wie mit Babyausstattung, er ist dem Ausstattenden wichtiger als dem Ausgestatteten. So wie es einem Baby egal ist, wieviel der Kinderwagen, in dem es herumgefahren wird, gekostet hat, ist es auch einem Pferd egal, ob Sattel und Trense farblich zusammenpassen. Dies ist eher ein Aspekt, der im Auge des Reiters liegt. Es soll Menschen geben, die ihre Pferde passend zu ihrer eigenen Haarfarbe aussuchen, aber das sind Menschen, die sich eigentlich nicht Reiter schimpfen dürfen. Wer sich wirklich für sein Pferd interessiert, wird natürlich immer funktionale über ästhetische Belange stellen – das ist wie beim eigenen Baby. Aber wenn die Ausrüstung nicht nur praktisch, sondern obendrein noch schön ist, kann das nicht schaden – das Auge reitet schließlich mit.

Sieht traditionell aus, verbirgt aber Hightech aus Karbon und Titan: Springsattel Talaris von Hermès.

Putzzeug für Pferd und Leder von Hermès

Die Taschen von Hermès sind natürlich nicht nur für den Stall gedacht.

Viel mehr als nur Sattel und Zaumzeug

Dass Hermès Sättel und Zaumzeug herstellt, wissen auch Menschen, die mit dem Reitsport nichts zu tun haben, dies ist schließlich Teil des Gründungsgeschäfts der traditionsreichen Ledermanufaktur. Ein Sattel allein macht allerdings noch kein Reitsportsegment, schließlich kommt ein Reiter-Pferd-Gespann ab dem Zeitpunkt, wo ein Pferd voll ausgewachsen und ausgebildet ist, theoretisch ein ganzes Leben lang mit einem Sattel aus, vorausgesetzt er wird regelmäßig aufgepolstert und angepasst (dies nur als Info für Skeptiker, die eine fünfstellige Summe für einen Sattel übertrieben finden). Wie breit aber die Bandbreite der von Hermès angebotenen Reitsportartikel wirklich ist, wissen nur Menschen, die a) Reiter und b) Hermès-Fans sind.

Angefangen mit der Lederpflege über Satteldecken, Gamaschen, Bandagen, Satteltonnen und sonstige Aufbewahrungselemente bis hin zu Reitkleidung und sonstigem Zubehör wie Gerten und Sporen, kann sich ein Reiter sein gesamtes Hobby ausschließlich mit Produkten von Hermès ausstatten.

Goldmedaille trotz unzuverlässigem Sportgerät

Übrigens möchten wir an dieser Stelle einmal erwähnen, dass das bei den aktuellen Olympischen Spielen erreichte Mannschaftsgold der (zuverlässig erfolgreichen) deutschen Vielseitigkeitsreiter nicht nur deshalb besonders viel wert ist, weil die deutschen Sportler noch nicht so ganz ihr Leistungshoch erreicht haben, sondern auch, weil gerade die Reiter auf ein Sportgerät angewiesen sind, dessen Performance am wenigsten sicher einschätzbar ist (etwa im Vergleich zu jener Sorte Pferd, mit dem die Turner zu tun haben). Pferde selbst gibt es von Hermès übrigens noch nicht, aber wir warten auf die Verkündung der ersten Zuchtergebnisse.

Reitsport am Handgelenk

Das Deutsche Uhrenatelier Grieb und Benzinger bringt zusammen, was auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammen gehört: Für einen arabischen Scheich und Pferdenarren produzierten die Uhrmacher eine Sonderanfertigung des Zeitmessers Polaris aus ihrer aktuellen Boutique-Kollektion und schlugen dabei ästhetisch wie thematisch eine Brücke zwischen Reitkunst und Zeitmessung.

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde – und das gilt auch für Uhrmacher. Das Uhrenatelier von Jochen Benzinger und Hermann Grieb erhielt Anfang des Jahres den Auftrag eines arabischen Uhrensammlers, einen Zeitmesser zu entwerfen, der dessen Liebe zum Reitsport angemessen würdigen sollte. In der arabischen Welt gilt ein prächtiges Gestüt bis heute nicht nur als Symbol materiellen Wohlstands, sondern auch als Herausstellungsmerkmal für Weltgewandtheit und sozialen Status. Die traditionelle Bedeutung von Pferden geht dabei auf längst vergangene Epochen zurück, in denen ein gut gefüllter Pferdestall seinen Inhaber befähigte, Feinde abzuwehren, Besitztümer anzuhäufen oder schlichtweg zur Brautschau in fremde Ländereien aufbrechen zu können – im Orient galt ein vielfacher Pferdebesitzer daher als vom Glück gesegnet.

Wie jede Uhr von Grieb und Benzinger ist auch dieses für einen arabischen Pferdenarr gefertigte Stück ein Kunstwerk.

Noch heute gilt der Besitz von Pferden im arabischen Raum als Zeichen von Wohlstand.

Pferd und Uhr als harmonische Symbiose

Um der kulturellen Verbundenheit des Scheichs mit seinen Araberhengsten Rechnung zu tragen, verzichtete die Manufaktur auf plakative Symbole und ging einen subtileren Weg. Während der Reitsport im Textilsegment häufig zitiert wird, sei es in den Kollektionen von Ralph Lauren, den Taschen von Gucci oder in der Hutpracht der britischen Society-Damen beim Pferderennen in Ascot, stoßen die Assoziationsmöglichkeiten zwischen Pferd und Zeit schnell an ihre Grenzen.

Dabei liegen die unterschwelligen Gemeinsamkeiten auf der Hand: Wie die erfolgreiche Pferdezucht geht auch die Kreation einer neuen Uhr neben dem erforderlichem Savoir-Faire mit einer ausgeprägten Leidenschaft und emotionaler Hingabe einher. Das fein getaktete Klacken der Hufe auf festem Untergrund und die meditative Anmutung eines gleichmäßig tickenden Uhrenwerks üben beide eine fesselnde Wirkung auf ihre Betrachter aus und verdeutlichen den Wert von Zeit auf eine ästhetisch höchst ansprechende Weise.

Was es allerdings brauchte, um diese durchaus spannende Wechselwirkung aufzuzeigen, war die Expertise von Grieb und Benzinger, die seit Jahren Chronographen auf die Wünsche ihrer Kunden „maßschneidern“ und dabei vor allem beim Skelettieren an die Grenzen des Machbaren gehen. Als Grundlage der wohlgeratenen Pferdeuhr diente der Automatik-Zeitmesser Polaris mit voll skelettiertem Uhrwerk, allein ein Blick auf den Glasboden der Uhr ist ein Erlebnis. In optischer Entsprechung zum Sattel des Scheichs und dem Metall des für jedes Pferd eigens angefertigten Reitgeschirrs entstand ein Gehäuse aus massivem Palladium-Weißgold mit honigfarbenem Zifferblatt und Cognacbraunem Krokodillederarmband. Dank dieser Schöpfung wissen wir jetzt auch, dass Reitsport durchaus auch am Handgelenk stattfinden kann.

 

Polo – Sport der Elite

Die besten Poloturniere weltweit

Es gibt kein archäologisches oder historisches Beweisstück oder Dokument, das den Ursprung des Polosports belegen kann. Man geht davon aus, das die Entstehung des Sports auf die Zeit um 1.000 v. Chr. in Persien zurückgeht. Über Indien kam der Sport um 1850 mit den britischen Truppen in die westliche Welt.

Polo galt lange Zeit als Zeitvertreib berittener Truppen, um Koordination, Kondition und Ausdauer von Pferd und Reitern zu trainieren. Englische Rancher brachten Polo nach Südamerika, wo die neue Sportart vor allem in der Gegend um Buenos Aires auf grosses Interesse stiess. Durch eine Kreuzung südamerikanischer und englischer Pferde wurde eine Pferderasse gezüchtet, die sich als am besten für den Polosport geeignet erwies und noch heute als das ideale Polopferd gilt. In den Kriegsjahren wurde es in Europa ruhig um Polo. In Argentinien indessen verbesserte man sein Wissen und Können in dieser Zeit und erreichte so eine weltweite und auch heute noch unangefochtene Dominanz in der Poloszene. 9 von den 10 besten Spielern der Welt stammen aktuell aus Argentinien.

Sarasin Swiss Open

Die Sarasin Swiss Open – Polo Championships mit internationaler Top-Besetzung zählen zu den wichtigsten Poloturnieren der Schweiz.

Das Turnier gehört mit dem HUBLOT Polo Gold Cup in Gstaad und dem St. Moritz Polo World Cup on Snow zur World Polo Tour.

Wer an dem als +12 bis +15 Handicap ausgeschriebenen Turnier spielt oder – noch besser gewinnt – sichert sich Punkte auf der World Polo Tour und somit wertvolle Punkte im Ranking auf dem Weg zum weltbesten Spieler.

Das Turnier steht in seiner 11. Austragung und ist national wie international etabliert. Die besten Profi-Polospieler der Welt messen sich zusammen mit renommierten Amateur-Patrons in Zürich.

Seit 2000 organisieren die Verantwortlichen des Polo Parks Zürich die Swiss Open Polo Championships. Ein Polo Turnier der besonderen Art, das mittlerweile bei Pferdeliebhaberinnen und –liebhabern aus der ganzen Welt zu deren festem Jahresprogramm gehört.

Lifestyle, ein exklusives Ambiente und Sport auf höchstem Niveau stehen bei den Sarasin Swiss Open im Zentrum. Ein stilvolles VIP-Zelt mit Garten und das erstklassige Catering sorgen für eine einzigartige Atmosphäre.

Die Polo-Night mit einem „Allstar-Game“ der 8 besten Profi-Polospieler des Turniers am Donnerstagabend ist dabei eines der gesellschaftlichen und sportlichen Highlights. Daneben bieten die Finalspiele aller 6 Teams um die Sarasin-Trophy am Samstag und Sonntag, den Zuschauern Polo-Sport auf höchstem Niveau.

2011 fällt das Turnier allerdings aus zugunsten der Sanierung des Spielfeldes für die 2012 stattfindende Europameisterschaft in Zürich.

The German Polo Masters Gold Cup auf Sylt

Das populärste High-Goal-Poloturnier in Deutschland findet 2010 vom 23. Juli bis zum 1. August auf dem Poloplatz in Keitum statt.

An acht Veranstaltungstagen treten Top-Profis aus aller Welt und die besten deutschen Polospieler bereits zum 13. Mal in Folge bei den German Polo Masters um den Sal. Oppenheim Gold Cup an.

Hauptsponsor Sal. Oppenheim wird mit Turnier-Gründer Jo Schneider und seinem Team Sven Schneider, Gaston Maíquez und Christian Grimme den Titel und begehrten Gold Cup verteidigen. Dabei hoffen alle Beteiligten auf ein ähnlich spannendes Finale wie im Vorjahr, als sich die Mannschaft von Sal. Oppenheim den Sieg mit einem 9:8 gegen das Team von Tom Tailor sichern konnte – so eng war es bisher noch nie in der Geschichte des Turniers.

Gut 15.000 Zuschauer säumten 2009 den Poloplatz inmitten der idyllischen Sylter Insellandschaft und jedes Jahr zieht das Turnier immer mehr Zuschauer in seinen Bann. Das renommierteste Turnier Deutschlands fasziniert jedes Jahr wieder mit seinem Flair, seinem hochkarätigen Spielern und seinem mitfiebernden Publikum

Wir müssen leider draußen bleiben

Die Engländer lieben Clubs. Und am meisten lieben sie solche, in denen sie ganz ungestört sind. Wobei mit „sie“ vor allem gemeint ist: außerordentlich wohlhabend, von außerordentlich altem Adel und außerordentlich geduldig. Um Mitglied in einem sogenannten „Private Member Club“ zu werden, muss ein Anwärter nämlich bisweilen schon mal ein paar Generationen warten. Wir stellen die drei prestigereichsten englischen Clubs vor.

Der einstige britische Premierminister Winston Churchill ist nicht zuletzt wegen seiner ablehnenden Haltung dem Sport gegenüber auch heute noch in aller Munde, denn als Engländer stellte er mit seinem Motto „No sports“ eine ziemliche Seltenheit dar. Der Engländer liebt Sport, er liebt merkwürdige Sportarten, die außerhalb des englischsprachigen Raumes keiner kennt (oder können Sie uns etwa die Regeln von Lacrosse erklären?), und er liebt Sport am meisten, wenn er dafür Mitglied in einem Club sein muss. Wobei die englische Idee von Sportclub mit dem deutschen Sportverein nicht viel gemein hat. Der Engländer liebt nämlich auch Traditionen und Elitismus, und ein guter, also so richtig britischer, Sportclub zeichnet sich nicht zuletzt dadurch aus, dass nicht jeder Mitglied werden kann. Eher gilt der Umkehrschluss: dass kaum jemand Mitglied werden kann.

Nirgendwo floriert das Prinzip der „Private Member Clubs“, also jener Vereinigungen, in die man nur nach Durchlaufen von komplizierten und nicht selten skurrilen Aufnahmeverfahren Zutritt findet, so sehr wie in England. Die Engländer haben das Prinzip des Clubs praktisch erfunden, und auch bei einem ehrwürdigen Sportclub steht der gesellschaftliche Aspekt über dem sportlichen, weshalb das Clubhaus, meist umgeben von einer penibel gepflegten Gartenanlage für das vollkommene Country Home-Gefühl, mindestens so wichtig ist wie die Facilities, also Tennisplätze, Polofelder oder Golfplätze. Wir stellen drei der bedeutendsten dieser Einrichtungen in England vor (alle in oder bei London, der Hauptstadt der Clubs), müssen Sie allerdings vorab mit einer Enttäuschung konfrontieren: sie sind zu exklusiv, als dass Sie hier Mitglied werden könnten.

The Hurlingham Club

Dieser Club zeichnet sich vor allem durch seine Polo-Sparte aus, offeriert aber auch Tennis und Golf sowie exzellente Bedingungen für das gerade bei den gesetzteren Herrschaften so beliebte Croquet-Spiel, welches die weniger Hochwohlgeborenen zuweilen in ihrem eigenen Garten praktizieren, dann allerdings natürlich unter nach Hurlingham-Standards untragbaren Bedingungen. Die Warteliste für Eintrittswillige beträgt zehn Jahre, wobei Neumitgliedern der Zutritt am Wochenende zwischen Mai und Juli zunächst für weitere zehn Jahre verwehrt bleibt, und schon die Aufnahme auf die Warteliste erfolgt nur, wenn zwei Clubmitglieder für den Eintrittswilligen bürgen. Der Jahresbeitrag ist mit 1320 Pfund erstaunlich günstig.

All England Lawn Tennis and Croquet Club

Besser bekannt als „Wimbledon“, richtet dieser Club nicht nur eines der bekanntesten Tennistourniere der Welt aus, er ist auch einer der exklusivsten Clubs überhaupt. Lediglich 375 Mitglieder sowie rund 100 Gastmitglieder dürfen die Anlage zum Tennisspielen nutzen. Um Mitglied zu werden, braucht man die Bürgschaft von vier Mitgliedern, von denen mindestens zwei den Bewerber schon seit mindestens drei Jahren kennen müssen. Erfüllt man diesen Umstand, wird man auf die Warteliste gesetzt und zu Lebzeiten wahrscheinlich nicht mehr mit einer Mitgliedschaft beglückt, aber man kann sich damit trösten, dass die selber abgeleistete Wartezeit die Aufnahmechance für die Kinder oder Enkel erhöht. Wer Tennis spielen will, wird allerdings eh lieber woanders Mitglied, denn in Wimbledon geht es nicht so sehr ums selber Spielen, als vielmehr um das Privileg, als Mitglied Anrecht auf zwei Zuschauerkarten pro Tag während der Turniere zu haben.

Queenwood

Dieser Club besteht erst seit 2002 und dürfte damit nach britischen Regeln eigentlich gar kein vollwertiger Club sein. Trotzdem hat sich Queenwood seit seiner Gründung zum exklusivsten Golfclub der Welt gemausert. Man munkelt, der (natürlich nicht offiziell bestätigte) Mitgliedsbeitrag betrage rund 145.000 Pfund, und auf der 350 Personen umfassenden Mitgliederliste stehen so illustre Namen wie Michael Douglas, seine Ehefrau Catherine Zeta-Jones und Hugh Grant, sowie Profigolfer wie Darren Clarke und Paul McGinley. Über Queenwood wird nicht in der Presse berichtet, es gibt keine Kontaktmöglichkeiten, die Webseite erfordert ein Passwort, und wer selber Mitglied ist, spricht sowieso nicht mit Normalsterblichen.

Auf Trab in Dubai

Man muß kein Pferdenarr sein, um einen Aufenthalt im “Desert Palm Retreat“ zu genießen. Aber wer Reiten oder Polo spielen (lernen) will, hat mit der Wahl dieses Luxusresorts garantiert aufs richtige Pferd gesetzt. Kein Kunststück, bei 300 Pferden im Stall.

Dubai: Hitze und Wüstensand. Die geschäftige City der boomenden Glitzermetropole ist nur zwanzig Minuten entfernt, aber das Desert Palm Retreat überrascht mit feinstem englischen Rasen unter Dattelpalmen und einer weitläufigen Parkanlage – eine frischgrüne Wohlfühloase in zeitgenössisch gestyltem Clubambiente. Die ruhige Lage ist dezentral, dafür aber etwas ganz Besonderes. Das Fünf-Sterne-Boutiquehotel liegt inmitten des ältesten Poloclubs von Dubai: mit über 300 edlen Pferden, ausgedehnten Stallungen, einer weltbekannten Reit- und Poloschule und vier topgepflegten Polo-Feldern. Einige der besten Tiere gehören seiner Hoheit, dem Scheich und Herrscher des Emirats höchstpersönlich.

Desert Palm definiert Bescheidenheit neu

Das Designhotel pflegt unter dem Slogan “Arabische Avantgarde” einen edel geradlinigen Architekturstil, der in dem Wüstenstaat eine echte Rarität ist. Understatement und modernes, puristisches Interieur, stilsicher gestaltete Räume mit abstrakten Kunstwerken und allen Annehmlichkeiten an Hightech heben sich als bewusster Gegenpol ab von Dubais Sucht nach Superlativen: die höchsten Gebäude, die größte Shopping-Mall, der reichste Gold-Souk der Welt. Es gibt 38 individuell eingerichtete, loftähnliche Suiten und Villen mit eigenen Privatpools, ein ausgezeichnetes Spa. Die Villa Layali im zeitgenössischen arabischen Chic begnügt sich als Präsidenten-Suite des Hauses mit fast schon bescheidenen 585 Nobel-Quadratmetern.

Treffpunkt der besten Polospieler der Welt

Wer aber das Glück dieser Erde auf einem Pferderücken sucht, findet im Desert Palm Retreat sein irdisches Paradies. Selbst, wenn man noch nicht sattelfest ist. Auch Anfänger lernen, die Zügel in die Hand zu nehmen und mit Schritt, Trab und Galopp vertraut zu werden. Fortgeschrittene nehmen Dressurstunden oder zelebrieren den Ausritt im Park. Besondere Herausforderung: Polo lernen. Es gilt, von seinen hohen Ross herab zu steigen und auf ein kleineres, wendigeres Polopony umzusatteln.

Polosaison ist Oktober bis April. Couragierte Reiter können Privatunterricht bei einem argentinischen Poloprofi nehmen oder am “Stick & Ball“ teilnehmen: Übungsstunden, in denen man auf dem Pferd die Schläge trainiert. Nach viel vergossenem Schweiß lockt als Preis die Teilnahme an einem Chukka, einem richtigen Polospiel – sobald die Reifeprüfung durch den Polomanager bestanden ist. Wer es lieber weniger schlagkräftig angehen mag, kann während der Saison an zwei Tagen in der Woche spannende Polomatches direkt von der Hotelterrasse aus verfolgen. In einer von fünf neuen Polo-Suiten lässt es sich besonders bequem bei der rasanten Jagd auf den kleinen Ball mitfiebern. Die Villenpavillons mit Gartenterrasse bieten große Glasfronten mit Ausblick auf das Hauptspielfeld.

Sportliche wie gesellschaftliche Glanzpunkte im Winterhalbjahr sind bei angenehm sommerlichen Temperaturen große Turniere: The Royal Salute UAE Nations Cup und die Cartier International Dubai Polo Challenge. Dann geben sich Polo-Koryphäen, VIPs, Geld- und Hochadel aus aller Welt ihr Stelldichein. Die Herrscherfamilien der Vereinigten Arabischen Emirate beehren das Desert Palm Retreat oder die vielbewunderte Charlotte Casiraghi, Tochter von Prinzessin Caroline von Monaco, die als Springreiterin eine ebenso tolle Figur macht wie als Repräsentantin von Gucci. Hotelbesitzer Ali Albwardy ist selbst passionierter Polospieler und Patron des trophäenverwöhnten High Goal Poloteams von Dubai. Um es kurz zu machen: wer nicht Polo-begeistert ist, wird das Desert Palm trotzdem mögen, wer Polo-Fan ist, hat gar keine andere Wahl, als dem Desert Palm einen Besuch abzustatten.

 Polo-Fan Tommy Lee Jones

Aus Argentinien kommen die besten Polospieler, die bekanntesten sind königlichen Geblüts: Die britischen Prinzen William und Harry machen hoch zu Ross ein gute Figur und verkörpern das Image des elitären Polospielers perfekt. In den USA ist Schauspieler Tommy Lee Jones der vielleicht berühmteste Fan des Polo Sports. Auf seinen Ranches in Texas züchtet er sogar Polo-Pferde.

Polo ist ein elitärer Sport mit langer Geschichte: Seit dem 3. Jahrhundert ist die Sportart bekannt, bei der jeweils vier Spieler pro Team auf kleinen Polopferden versuchen, mit einem Schläger einen 130 Gramm schweren Ball ins Tor zu bugsieren. Als eine Art Formel 1-Variante unter den Reitsportarten hat Polo zwar eine enorme Außenwirkung, jedoch nicht das Zeug zum Breitensport. Das hat einen einfachen (finanziellen) Grund: Eine gute Mannschaft, die in dem anspruchsvollen Wettbewerb bestehen will, braucht etwa 50 Pferde, um die acht Pferdewechsel pro Spiel eine Saison lang absolvieren zu können. Dabei gilt: Die Briten haben den Sport ins Ausland exportiert, doch das beste Polo wird in Argentinien gespielt – dort kommen die Player mit einem Spitzenhandicap von +10 her. Auch viele der besten Pferde kommen aus dem Gaucho-Land: Dort kreuzt man seit 1930 Vollblüter mit heimischen Criollo-Pferden und produziert so kleine, wendige Pferde.

Tommy Lee Jones: Pferdenarr und Polo-Fan

Auch Hollywood-Star und Polo-Fan Tommy Lee Jones setzt auf argentinisches Know-how bei der Zucht von Polopferden: In den Weiten von Texas bewirtschaftet der 66-jährige Oscar-Preisträger und Golden Globe-Gewinner zwei Ranches, auf denen er auch Gauchos aus Argentinien beschäftigt, die seine edlen Pferdchen sowie seine Rinder betreuen. Um die besten Pferde für seine Zucht zu finden, fliegt der Schauspieler, der perfekt Spanisch spricht, außerdem regelmäßig nach Argentinien. Dort residiert der Pferdenarr dann passenderweise auf einem Anwesen, das auf einem Polo Country Club in Buenos Aires liegt. Auch im Polo-Mekka Wellington in Florida besitzt der Schauspieler eine Ranch und natürlich dürfen auch hier zwei gute Polofelder nicht fehlen. Schließlich ist die ganze Familie dem Polo-Spiel verfallen: Seine Frau und beiden Kinder seien extrem gute und sehr furchtlose Polo-Cracks, verriet Jones einmal stolz in einem Interview.

Hollywood-Gagen fürs Ranch-Leben

Tommy Lee Jones nennt ungefähr 100 Polo-Pferde sein eigen – über den Wert der edlen Tiere spricht er nicht: „None of your Business“ raunzte er kürzlich einen Journalisten an. Man darf jedoch vermuten, dass der Filmstar, der zu seine besten „Man in Black“-Zeiten Gagen von 20 Millionen Dollar abräumte, genug finanzielle Mittel sowohl für die Pferdezucht als auch fürs elitäre Polo-Hobby hat. Tommy Lee Jones ist immer noch ein begeisterter Polo-Spieler und hat mit seinem Team unzählige Trophäen eingesammelt. Auch ein schwerer Unfall beim Polospiel im Jahr 1998 hielt ihn nicht davon ab, weiter rasant auf dem Pferderücken übers Polofeld zu jagen.

Einmal Cowboy, immer Cowboy?

Das Thema „Männer auf Pferden“ zieht sich auch durch die Karriere von Tommy Lee Jones: Der Texaner der achten Generation war jahrelang auf den wortkargen Western-Typ abonniert. Auch sein Regiedebüt im Jahr 1995 handelte von der guten alten Zeit, in der ein Mann nichts ohne sein Pferd war: „Einmal Cowboy, immer Cowboy“ so der deutsche Titel. Eine glückliche Verbindung ging Tommy Lee Jones’ Pferde-Leidenschaft mit seiner Arbeit beim Film im Jahr 2005 ein: Der von ihm produzierte zeitgenössische Western „The Three Burials of Melquiades Estrada“ wurde auf seiner Ranch im texanischen San Saba gedreht und er bekam in Cannes dafür den Preis als bester Darsteller. Auch wenn Jones sich gern zitieren lässt, dass er sich vorstellen könne, nur noch als Cowboy auf seiner Ranch zu leben, muss er diesen Plan B erst mal nicht verwirklichen: Zur Zeit spielt er in der erfolgreichen Liebeskomödie „Wie beim ersten Mal“ einen herrlich verstockten Manager, der von seiner Ehefrau Meryl Streep zur Paartherapie verdonnert wird.