Fashion Spezial – London Fashion Week

London Fashion Week verspricht farbenfrohen Herbst

Fransen, Pelze und Pailletten: Die London Fashion Week ist am Dienstag nach vielen extravaganten Schauen und farbenfrohen Präsentation zu Ende gegangen.

Höhepunkte waren die Schau in der Saatchi-Galerie der britischen Mode-Veteranin Vivienne Westwood am Sonntag und die Schau des US-Designers Tom Ford am Montag. Westwood bot extremes Make-up und ausgefallene Schnitte, Tom Ford setzte auf Fransen und viel Pelz. Beim Traditionslabel Burberry Prorsum dominierten Schwarz sowie auffallende Details.

Ford, der männliche Hollywood-Größen wie Brad Pitt, Daniel Craig und Ryan Gosling einkleidet, begeisterte das Publikum am Montagabend mit einer farbenfrohen Kollektion. Die Damenkollektion des 51-Jährigen sei „kulturübergreifend, multi-ethnisch, fröhlich und maximalistisch“, sagte der Designer dem Modemagazin „Elle“.

Die britische Mode-Veteranin Vivienne Westwood hatte am Sonntag in einer extravaganten Show in der Saatchi-Galerie britische Punk-Rock-Mode vom Feinsten präsentiert. Die 71-Jährige bot eine außergewöhnliche Show mit extremem Make-up, ausgefallenen Schnitten und auffallenden Druckmustern.

Die Stilikone sorgte nicht nur mit ihrer Punk-Rock Kollektion für Gesprächsstoff, sondern auch mit einer kritischen Bemerkung über den verschwenderischen Kleidungsstil der Herzogin von Cambridge, Kate Middleton. Kate solle die Zahl ihrer Outfits deutlich reduzieren, empfahl Westwood. Damit würde sie der Umwelt einen Gefallen tun.

Bei Burberry Prorsum dominierten Schwarz, herbstliche Braun- und Rottöne sowie auffallende Details wie Zebra-Prints den Laufsteg in Kensington Gardens. Die Entwürfe überraschten zwar, blieben aber dem Trenchcoat-Stil des britischen Traditionslabels treu.

Auf den Laufstegen dominierten intensive Farben, romantische Muster und feminine Schnitte – das wird die Herbst- und Wintermode 2013 dominieren. Damit setzt sich der bunte Trend vieler Sommer- und Frühjahrs-Kollektionen fort. Auf den Laufstegen war neben dem üblichen Schwarz diesmal aber auch viel Weiß zu sehen.

Für Aufsehen sorgte die Schau von Popsängerin Rihanna, die mit Spannung erwartet worden war. Die 24-Jährige entwarf zusammen mit dem Label River Island ihre erste Kollektion, die an ihre provozierenden Bühnen-Outfits erinnerte. Zu sehen gab es viel Haut. Die bauchfreien Tops, kurzen Röcke und noch knapperen Oberteile in Schwarz sowie in Gelb, Rot und Orange wurden von den Zuschauern unterschiedlich bewertet. Was für die einen als vulgär galt, feierten andere als gelungenes Debüt.

Nicht fehlen durften die Stars. Die ersten Reihen zierten internationale Gäste. Bei Mulberry im Claridge´s Hotel am Sonntagmittag waren Alexa Chung, Juno Temple und Lana Del Rey zu finden. Die Chefredakteurin der amerikanischen Vogue, Anna Wintour, und Designerin Nicole Fahri wurden in der ersten Reihe bei dem britischen Designer Matthew Williamson gesehen.

Die Modewelt blickt nach London: Auf der Fashion Week überzeugte nicht nur Mode-Veteranin Vivienne Westwood mit einer extravaganten Show. Auch Popstar Rihanna versuchte sich als Designerin – und zeigte extrem sexbetonte Outfits.

Intensive Farben, romantische Muster und feminine Schnitte werden die Herbst- und Wintermode 2013 dominieren. Das jedenfalls schlagen die Designer bei der Modewoche in London vor. Damit setzt sich der bunte Trend vieler Sommer- und Frühjahrs-Kollektionen fort. Auf den Laufstegen der London Fashion Week (15. bis 19. Februar) war neben dem üblichen Schwarz diesmal aber auch viel Weiß zu sehen. Und die britische Mode-Veteranin Vivienne Westwood präsentierte in einer extravaganten Show in der Saatchi-Galerie britische Punk-Rock-Mode vom Feinsten.

Mit extremem Make-up, ausgefallenen Schnitten und auffallenden Druckmustern bot die 71-jährige Westwood eine außergewöhnliche Show. Für Aufsehen sorgte auch die mit Spannung erwartete Schau von Popsängerin Rihanna. Die 24-Jährige entwarf in Kooperation mit dem Label River Island ihre erste Kollektion, die an ihre provozierenden, sexbetonten Show-Outfits erinnerte. Gezeigt wurde viel Haut. Bauchfreie Tops, kurze Röcke und noch knappere Oberteile in Schwarz sowie in Gelb, Rot und Orange wurden von den Zuschauern unterschiedlich bewertet. Was für die einen als vulgär galt, feierten andere als gelungenes Debüt.

Bei der diesjährigen Londoner Fashion Week, auf der mehr als 80 Modemacher ihre Mode zeigen, werden erstmals rund 20 Shows live auf Youtube übertragen.

London Fashion Week “Zweimal im Jahr sollte man richtig dreckig werden”

Die Londoner Modewoche zeigt innovatives und nachhaltiges Design. Christopher Raeburn verarbeitet Seidenkarten der britischen Airforce zu maßgeschneiderter Mode.

In der Vergangenheit zeigte Christopher Raeburn seine Kollektion für den Herbst 2013 in London. Für die Farben und Drucke nahm Raeburn Anleihe bei den Maunsell Sea Forts, schwimmende Festungen vor der englischen Ostküste. Der gestreifte Stoff stammt aus den Depots der russischen Marine.

Für jede neue Kollektion suchen Christopher Raeburn und sein Team ein neues Maskottchen aus, immer ein einheimisches Tier: Eichhörnchen, Terrier und Feldhase standen schon Modell für Lederbeutel und Rucksäcke in seinen Kollektionen. Jetzt im Frühjahr blickt dem Besucher von Raeburns Website eine Eule entgegen. Der Vogel mit der 360-Grad-Sicht – das passt zu dem 30-Jährigen aus Kent.

Wo die meisten seiner Kollegen kaum den Blick je wenden von der Kunst- und Popkulturgeschichte, von italienischen Edelstoffen und einer gertenschlanken, gutsituierten Kundin zwischen 16 und 36, die niemals die Großstadt verlässt, sieht Raeburn ganz woanders hin. In die schottischen Berge für Inspiration zum Beispiel. Und in die Depots des britischen Militärs. Raeburn fertigt seine Jacken und seine Sportswear großteils aus alten, teils gebrauchten Militärstoffen – aber mit der Präzision eines Maßschneiders. Außerdem greift er auf einheimisches Wissen zurück, kauft Baumwolle für Wachsjacken im schottischen Dundee und ausgerüstete Wolle vom Traditionsbetrieb Hainsworth in Yorkshire. Damit gewinnt er Männern und Frauen, die Funktionalität schätzen, aber keine Abstriche bei der Gestaltung machen wollen.

Obwohl seine Firma gerade mal fünf Jahre alt ist, gilt der hochgewachsene, hellblonde Raeburn in seinem Bereich als Anchorman. Was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass er nicht nur gute Ideen hat und sie umsetzt, sondern über seinen Designansatz auch sprechen kann und will. Der Absolvent von 2006 der renommierten Modeschule Central Saint Martins zielt nicht darauf ab, noch einen hübschen, aber kurzlebigen Modeartikel auf den Markt zu werfen. “Mode ist für mich kein Selbstzweck”, sagt Raeburn. “Wir sind verpflichtet, genau darüber nachzudenken, was wir entwerfen und wo wir es produzieren lassen.”

Stoffe mit einem Vorleben bekommen einen eigenen ästhetischen Wert

Genauso wenig ist Recycling bei ihm ein Selbstzweck. Seine Sachen sind nicht gut, weil ihre Herstellung kaum Ressourcen verbraucht. Sie sind gut, weil aus Stoffen mit einem Vorleben etwas mit einem eigenen ästhetischen Wert entsteht. “Wir wollen nicht eine dieser Marken sein, die sich alte Sachen nur als Vorlage nehmen, um sie zu kopieren oder sich auf irgendein ‘Erbe’ zu berufen”, sagt Raeburn. “Uns geht es um die Balance zwischen Archiv-Stücken mit ihrer eigenen Geschichte, neuen Sachen aus recyceltem Material und funktionalen Nylon-Teilen.”

Für die Frühjahreskollektion der Damen, die jetzt in den Handel kommt, verarbeitet er unter anderem 60 Jahre alte Seidenkarten der britischen Airforce zu schlichten Blusen, Sweathosen und Hemdkleidern. Die Karten sollten einst abgeschossenen Kriegspiloten die Orientierung ermöglichen. Raeburn macht daraus tragbare Mode für Frauen, die schon wissen, wo sie hinwollen. Aus der Ballonseide nie benutzter Fallschirme fertigt er reinweiße, halbtransparente und dennoch wasserdichte Trenchcoats. Alte Spitze wird in seinem Studio im Osten von London laminiert und zu Blousons verarbeitet, ebenfalls wasserdicht. Weiblich und praktisch sind für Raeburn keine Gegensätze. Die Männer bekommen von ihm Anoraks, die halten, was sie versprechen und perfekt sitzende, schmal-geschnittene Cargo-Hosen.

Für seinen intelligenten Designansatz wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Auf den Newgen-Award, der schon den jungen Alexander McQueen bekannt machte, folgte 2011 der British Fashion Award for Emerging Talent. Seit 2011 entwirft Raeburn für den Schweizer Taschenmesser-Hersteller Victorinox eine eigene Kollektion namens “Remade in Switzerland”. Jedes Teil ist auf 100 Stücke limitiert und aus Material des Schweizer Militärs gefertigt. Die Edel-Wintersportmarke Moncler lässt sich von Raeburn verjüngen, für Nike war er Mentor in einem Recyling-Programm. All das sorgt dafür, dass Raeburns Schauen mittlerweile zu den Pflichtterminen der gerade laufenden Londoner Modewoche gehören – auch wenn er bislang nur selten eine große Show inszeniert.

Dass ein “Öko-“Designer wie Raeburn ganz selbstverständlich wie seine konventionell arbeitenden Kollegen gefördert wird, ist vor allem seinem Können zu verdanken. Aber der Graben zwischen diesen beiden Segmenten der Mode ist in London auch weniger tief als beispielsweise in Berlin. Zwar zeigen in Berlin auf drei Messen insgesamt einige Hundert grüne Modelabels, doch vielen fehlt die nötige Progressivität. In London ist der Raum für grüne Mode auf der Fashion Week zwar klein, bringt dafür aber mitunter Exquisites und Radikales hervor. “Wir sind wie die kleinen Putzerfische an den Flanken des Hais, der die profitorientierte Modeindustrie ist”, sagt Raeburn. “Und immerhin schubsen wir ihn hier und da schon in die richtige Richtung.”

Der Designer selbst denkt bereits viel weiter: “Man könnte Textilabfall verwenden, um daraus leichtes Futtermaterial zu machen. Und warum machen wir nicht nur Kleider aus recycelten Stoffen, sondern Mode, die selbst wiederum komplett recycelt werden kann? Wir kratzen gerade mal an der Oberfläche der Möglichkeiten von Wiederverwertung, von sick to cool.”

Damit er selbst nicht vor lauter Arbeit krank wird, gönnt sich Raeburn regelmäßig Wander-Wochenenden in den Bergen von Schottland und Wales. “Wir leben wie in Watte gepackt, in einem Kokon. Jeder sollte zweimal im Jahr ein Wochenende draußen in den Bergen verbringen, komplett durchweichen und sich richtig

London Fashion Week

 

Die London Fashion Week ist Schauplatz für Liebhaber extravaganter, mustermutiger und traditionsreicher Mode. Neben großen Modehäusern wie Burberry und Mulberry haben sich in London junge Labels wie Peter Pilotto und Mary Katrantzou fest im Schauenkalender etabliert. Hier finden Sie die besten Kollektionen und alle Highlights der London Fashion Week.

Mary Katrantzou

Dass man Muster immer wieder neu bespielen kann, beweist Mary Katrantzou mit jeder ihrer Kollektionen. Die gebürtige Griechin arbeitet in London und gehört zu den gefragtesten Nachwuchsdesignern. Nach einem Architekturstudium in den USA besuchte Mary Katrantzou das renommierte Central Saint Martins in London, wo sie ihren Bachelor und Master absolvierte. Im Anschluss arbeitete sie mit der ebenfalls griechischen Designerin Sophia Kokosalaki zusammen und erhielt ein über sechs Saisons anhaltendes Sponsoring des britischen Förderprogramms “Newgen”. Ihre erste Prêt-à-porter-Kollektion zeigte Katrantzou bei der London Fashion Week im Herbst 2008. Ihr Signature-Design: bunte Farben, Trompe l’oeil-Motive und ausgeklügelte Prints

25. September 2012 London, Frühjahr 2013 Gleich begehrten Sammlerstücken präsentieren sich die Entwürfe von Mary Katrantzou in der Frühjahr/Sommer-Saison 2013 mit Briefmarken- und Münzen-Prints. Über ihre neuen Designs sagt die Londoner Modemacherin: “Ich wusste, ich sollte die Korsagen und die Hektik der letzten Kollektion über Bord werfen und mir war bewusst, dass ich auch nicht mit den Trompe-l’oeil-Effekten weitermachen konnte.”

18. Februar 2013 London, Herbst 2013 Neue Töne: Eine überraschend andere Herbst/Winter-Kollektion 2013/14 von Mary Katrantzou

Statt leuchtenden Farben bekam das Publikum von Mary Katrantzou erstmals Schwarz-Weiß und Sepia-Töne zu sehen. Inspiriert von Aufnahmen der Fotografen Edward Steichen und Alfred Stieglitz, schuf die sonst farbverliebte Designerin düstere Prints mit geheimnisvollen Wäldern und Traumlandschaften im Mondeslicht. Neben elfenhafter Seide und glänzendem Satin fand auch Leder Einzug in die Kollektion – in Form eines tiefschwarzen Kleides mit geprägtem Brücken–Muster. Den Fokus verlagerte Katrantzou auf außergewöhnliche Silhouetten, die sie mit Keulen- oder Flügelärmeln, Origami-Drapees und asymmetrischen Schnitten formte.

Männer-Fashion-Show in London: Rockbar

Einen Monat vor Start der regulären Fashion Week stehen in London die Männer im Zentrum. Designer Lee Roach beschränkte sich auf eine Kollektion in schwarz-weiß, Kollegin Lou Dalton ließ sich von texanischen Ölbaronen inspirieren und Topman zeigte Röcke und knallige Farben.

London – Drei Tage lang haben modische Männer in London das Sagen. Am Montag ist dort zum zweiten Mal die Fashionshow “London Collections: Men” gestartet, bei der unter anderem Marken wie Burberry, Tommy Hilfiger und Alexander McQueen ihre neuesten Entwürfe für die kommende Herbst- und Wintersaison präsentieren.

 

Diese Kreation stammt aus dem Hause Topman Designs: Ein kurzer, knallroter Rock mit passender Jacke und Stulpen. Gezeigt wurde dieser Entwurf auf der Modemesse “London Collections: Men”.

 

Geht es nach Topman, laufen Männer im kommenden Herbst und Winter vor allem in knalligen Farben umher – so wie dieses Model im orangefarbenen Mantel.

 

Bunt soll es sein, aber auch schön warm. Deshalb sah man auf dem Laufsteg von Topman zahlreiche Parkas. Dieser passt farblich perfekt zum roten Rollkragenpulli, der Hose und der Deko-Mütze.

Topman verzichtete auf auffällige Muster und ließ die Models Ton in Ton über den Laufsteg gehen. Bemerkenswert war auch die Rückenansicht der Männer.

 

Topman hatte während der Präsentation auch weniger auffällige Stücke zu bieten: Diese Herren laufen fast ausschließlich in Weiß- und Beige-Tönen.

 

Designer Lee Roach gilt als Purist – und so sahen auch die Entwürfe aus, die er in London präsentierte. In schlichtem Schwarz läuft dieser Mann über den Laufsteg.

 

Auch dieser Entwurf stammt von dem 25-jährigen Roach. Schwarz und Weiß waren die dominierenden Farben der Kollektion – da fallen die dunkelgrünen Schuhe umso deutlicher auf.

 

Auch in Daltons Herbst-/Winterkollektion 2013 tauchte die Farbe jagdgrün auf.

Als eines der ersten Modehäuser schickte Topman seine Models über den Laufsteg. Zu sehen waren Parkas und Hosen in knallrot, Mäntel in grellem Orange sowie Röcke, deren Saum wenige Zentimeter über dem Knie endete. Ron Wood, Gitarrist der Rolling Stones, sah sich die Londoner Schau gemeinsam mit Ehefrau Sally Humphreys an.

Designer Lee Roach war eine Stunde nach Topman an der Reihe – die Präsentationen hätten unterschiedlicher kaum sein können. Der 25-jährige Roach wurde seinem Ruf als Minimalist gerecht: Er ließ seine Models in Schwarz-Weiß-Entwürfen laufen, schlicht und elegant. Seine Kollektion wird auf der Internetseite der Veranstalter mit drei Wörtern beschrieben: “Kontakt, Widerspruch, Balance”.

Bei der Schau von Designerin Lou Dalton, 36, ging es ebenfalls schlicht, wenn auch ein wenig farbenfroher zu. Sie präsentierte beispielsweise eine jagdgrüne Jacke oder eine Hose im klassischen Schotten-Karo. Ihre Entwürfe beschreibt sielaut “Guardian” als “traditionelle Sportkleidung, aber mit einem frischen Gefühl”. Sie sei von verschiedenen Dingen inspiriert worden, beispielsweise von den Shetlandinseln, dem Film “Local Hero”, texanischen Ölbaronen und von Bildern ihres Vaters im Overall.

Am Dienstag werden unter anderem die Kollektionen von Burberry, Alexander McQueen und Vivienne Westwood gezeigt. Am Mittwoch folgen Tom Ford und Angelo Galasso. Am 15. Februar startet die reguläre Londoner Fashion Week.

Designerin Westwood: “Noch nie so hässlich wie heute”

Sie gilt als Mitbegründerin der Punk-Mode und ist für ihre Exzentrik bekannt. Design-Legende Vivienne Westwood hat auf der Londoner Fashion Week zu einem Rundumschlag ausgeholt. Ziel ihrer Tirade: die Kleidung von heute.

London – Modedesignerin Vivienne Westwood wählt gerne klare und drastische Worte: Ihrer Meinung nach waren die Menschen noch nie so schlecht angezogen wie heute. Schuld daran sei vor allem eine Kultur der Konformität und des Wegwerfens, sagte die 70-Jährige am späten Sonntagabend nach der Vorstellung ihrer Kollektion bei der Londoner Modewoche.

 

Modedesignerin Vivienne Westwood wählt gerne klare und drastische Worte: Ihrer Meinung nach waren die Menschen noch nie so schlecht angezogen wie heute. Schuld daran sei vor allem eine Kultur der Konformität und des Wegwerfens, sagte die 70-Jährige.

 

“Wir sind so konform, niemand denkt mehr nach. Wir saugen alle lauter Zeug auf, wir sind darauf trainiert worden, Konsumenten zu sein, und wir konsumieren alle viel zu viel.” Ihr Aufruf sei deshalb: “Kauft weniger, sucht gut aus, achtet darauf, dass es länger hält.”
Früher seien die Menschen viel besser angezogen gewesen, erklärte Westwood, die für ihre Exzentrik bekannt ist. “Mit Blick auf ihre Kleidung haben die Menschen noch nie so hässlich ausgesehen wie heute.” Die Leute sähen aus wie “Klone”. Unter den seltenen Ausnahmen seien vor allem ältere Menschen über 70 Jahre.

 

Am Sonntag hatte Westwood ihre neue Kollektion bei der Londoner Fashion Week präsentiert.

 

Westwood ist die Grande Dame des Punk-Design und zählt zu den wichtigsten Modeschöpfern der Gegenwart. Berühmt wurde sie durch ihren exzentrischen Stilmix aus historischer Bekleidung und Webmustern.

 

Ihre aktuellen Entwürfe setzen auf Hüte, Rollkragen oder…

 

 

…Halstuch – und oft auf bunte Muster.

“Wir sind so konform, niemand denkt mehr nach. Wir saugen alle lauter Zeug auf, wir sind darauf trainiert worden, Konsumenten zu sein, und wir konsumieren alle viel zu viel.” Ihr Aufruf sei deshalb: “Kauft weniger, sucht gut aus, achtet darauf, dass es länger hält.”

Früher seien die Menschen viel besser angezogen gewesen, sagte Westwood, die für ihre Exzentrik bekannt ist. “Mit Blick auf ihre Kleidung haben die Menschen noch nie so hässlich ausgesehen wie heute.” Die Leute sähen aus wie “Klone”. Unter den seltenen Ausnahmen seien vor allem ältere Menschen über 70 Jahre.

Westwood stänkerte nicht zum ersten Mal wegen fehlenden Modebewusstseins: Auf der Londoner Fashion Week vor einem Jahr hatte sie Kate Middleton kritisiert – und der jetzigen Frau von Prinz William einen Mangel an Stil vorgeworfen.

Westwood ist die Grande Dame des Punk-Design und zählt zu den wichtigsten Modeschöpfern der Gegenwart. Als Dozentin lehrte die Britin an mehreren Hochschulen, davon zwölf Jahre an der Berliner Universität der Künste. Berühmt wurde sie durch ihren exzentrischen Stilmix aus historischer Bekleidung und Webmustern.

Ende 2011 hatte Westwood Schlagzeilen im Kampf gegen den Klimawandel gemacht. Pünktlich zum Auftakt der Weltklimakonferenz in Durban kündigte sie an, 1,5 Millionen Dollar für den Schutz des Regenwalds an die Hilfsorganisation “Cool Earth” zu spenden. Anstatt Rücklagen für ihre Modefirma zu bilden, habe sie so viel Geld wie möglich zusammengekratzt und dem Klimaschutz zur Verfügung gestellt.

Fashion-Week-Punk: Hirschgeweihe, Ketten, ganz viel Haut

 

Bei der London Fashion Week ging es exzentrisch zu: Designerin Pam Hogg zeigte Hirschgeweihe, Vorhängeschlösser und Ketten. Die Queen der Punkmode, Vivienne Westwood, präsentierte hingegen bravere Modelle, begeisterte aber eine Expertin für Einen-Hauch-von-Nichts – Pamela Anderson.

London – “Baywatch”-Darstellerin Pamela Anderson hat sich als Fan der Designerin Vivienne Westwood geoutet. Sie habe in ihrem Haus einen eigenen “Vivienne-Kleiderschrank” mit einer Vielzahl von Outfits, sagte die Schauspielerin am Sonntag bei der London Fashion Week. Dort hatte Westwood ihre Frühjahrs- und Sommerkollektion vorgestellt. “Sie weiß, wie man eine Frau kleidet, so viel ist sicher”, sagte Anderson.

Auch die anderen rund tausend Gäste waren von der Westwood-Show begeistert. Im Zentrum ihrer Modekollektion Red Label standen Modelle mit Blumen-, Leoparden- und Quadratmustern in Lachsfarben oder Steingrau. Es gab keinen einheitlichen Stil, sondern einen Mix von Farben und Formen. In einem Spiegelsaal im Art-déco-Stil wurden auch ausgefranste und bestickte Bleistiftröcke vorgeführt.

Klappe zu, Koffer auf: Die britische Designerin Pam Hogg zeigte bei der London Fashion Show Modelle, die nicht unbedingt alltagstauglich sind.

 

Zu den extravagantesten Entwürfen der Frühjahrs- und Sommerkollektion 2011 von Hogg gehörte ein Modell, das Lederriemen mit Teilen eines Hirschgeweihs kombinierte.

Eher provokant als schmückend: Hoggs Entwurf aus Metallketten und Vorhängeschlössern zeigt extrem viel Haut.

 

Die Designerin (rechts) zeigte sich nach der Show mit Model Alice Dellal auf dem Laufsteg. Hogg gilt als eine der extravagantesten britischen Designer und hat ihre Wurzeln in der Punk-Szene.

Bei ihrer Modenschau zeigte Hogg aber auch durchaus Modelle für Jederfrau. Die Röcke waren mal ausgestellt,…

 

…mal enganliegend, aber immer in futuristischen Gold- und Silbertönen gehalten.

Braver geht es bei Punk-Mode-Queen Vivienne Westwood zu. Für die Kollektion ihres Red Labels greifen Designer laut Westwood die besten Ideen ihrer experimentellen Marke Gold Label auf, die auf der Pariser Modemesse vorgestellt wird.

 

Im Rampenlicht der Modekollektion standen Modelle mit Blumen-, Leoparden- und Quadratmustern in Lachsfarben oder Steingrau.

 

Stars bei der London Fashion Week

Von Fashionistas, über Pop-Sängerinnen bishin zu Topmodels und Hollywood-Stars – alle blicken jetzt nach London.

Bei diesem Star-Getümmel wird die Mode bei der Londoner Fashion Week ja fast zur Nebensache – egal ob New York, Paris, London oder Mailand – die wahren Hingucker bei den Fashion Weeks sind leider immer öfter die berühmten Besucher, die dafür bezahlt werden in die Mode-Metropolen zu jetten und sich in die ersten Reihen zu setzen.

London calling!
Und so ist jetzt, nach New York, London an der Reihe und immer mehr Stars treffen in der britischen Hauptstadt ein und zeigen sich topgestylt bei den Modenschauen: Sängerin Rita Ora und Models wie Rosie Huntington Whiteley besuchten die Burberry-Show, It-Girls wie Olivia Palermo und Alexa Chung durften ebenfalls nicht fehlen und selbstverständlich waren auch “alte Hasen” des Modebiz mit von der Partie – Anna Wintour und Donatella Versace waren bei Christopher Kane.

So ein Besuch in der ersten Reihe zahlt sich für die Stars auf alle Fälle aus – bis zu 75 000 Euro bezahlen Designer um prominente Gäste in den ersten Reihen bei ihren Shows sitzen zu haben – ein netter Nebenverdienst!

 

Olivia Palermo bei Burberry

Donatella Versace & Anna Wintour bei Christopher Kane

Rosie Huntington-Whiteley bei Burberry

Kate Beckinsale bei Burberry

 

Rita Ora bei Burberry

Freida Pinto bei Burberry

Donatella Versace, Anna Wintour,Francois-Henri Pinault und Salma Hayek bei Christopher Kane

Rosie Huntington Whiteley & Freida Pinto bei Burberry

Rosie Huntington Whiteley, Rita Ora & Freida Pinto bei Burberry

Jessica Biel & Justin Timberlake bei Tom Ford

Franca Sozzani bei Christopher Kane

Rihanna London Fashion Week

Anfangs reichte ihr noch der Gesang, dann kam das Parfum, jetzt die Modelinie: Rihanna hat in London ihre erste eigene Kollektion vorgestellt. Zu sehen war viel Haut – bedeckt von Altbekanntem. Und eine Menge Platz nach oben.

Es ist ja so: Wenn Hinz und Kunz auf der Shoppingmeile keine geeignete Klamotte finden, gehen sie nach Hause und hoffen auf mehr Erfolg beim nächsten Einkaufsbummel. Wenn ein Star mit der Auswahl an Designerkleidern unzufrieden ist, neigt er dazu, seine eigene Modelinie zu initiieren.

So erklärte jetzt auch Sängerin Rihanna die Präsentation ihrer ersten eigenen Kollektion auf der Londoner Fashion Week: “Jedes Mal, wenn ich etwas auf der Kleiderstange sah, hatte ich das Gefühl, es selbst machen zu wollen, um es zu ändern”. “Und so dachte ich, die einzige Möglichkeit, das zu tun, ist, das perfekte Stück für mich zu entwerfen.”

Darüber, wie dieses perfekte Stück aussehen soll, scheint sich der Popstar aus Barbados noch nicht ganz sicher zu sein. In der Rihanna for River Island Autumn/Winter 2013 Collection gibt es knallige Farben und dünne, durchsichtige Stoffe…

 

…neben grungemäßig düsteren Blumenhosen. Als verbindendes Element dient nicht Stoff oder Schnitt, sondern die Sichtbarkeit des Bauchnabels. Manchmal ist diese deutlicher ausgeprägt.

Und dann wird zu guter Letzt auch noch dieser rote Faden durchbrochen. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, doch Rihannas Fashion-Debüt sieht eher nach wenig inspiriertem Ausprobieren aus, als nach dem durchdachten Werk einer zweiten Victoria Beckham.

Irgendwie war eben alles schonmal da, was da so auf dem Laufsteg auf und ab lief. In den Neunzigern zum Beispiel.

Tom Ford

19. Februar 2013 London, Herbst 2013 Tom Fords Rückkehr auf den Runway: Bei einer offiziellen Show im Rahmen der Londoner Modewoche präsentierte der Designer seine Herbst/Winter-Kollektion 2013/14

Fotografen, Redakteure und Stars wie Justin Timberlake mit Ehefrau Jessica Biel waren gekommen, um das Defilee von Tom Ford bei der London Fashion Week nicht zu verpassen. Der Designer, der in der Vergangenheit auf private Präsentationen unter Ausschluss der Öffentlichkeit gesetzt hatte, feierte sein Comeback im offiziellen Schauenkalender mit einer Show in der eindrucksvollen Location des Lancaster House.

Das Kollektionsthema: “Cross Cultural Multi Ethnic”. Liya Kebede eröffnete das Defilee in einem geometrisch gemusterten Poncho, kombiniert zu einem Blumenrock und schwarz-weißen Overknee-Boots. Kunterbunt ging es weiter: Leuchtende Blumenmuster und Leoprints zu schwarzer Spitze, geometrische Formen und Comic-Prints. Es war ein Fest der Farben, Muster und Stoffe – ein modisches Multikulti.

Burberry Prorsum

18. Februar 2013 London, Herbst 2013 Eine leidenschaftliche Burberry-Show mit Herz-Mustern, Animal-Prints und einer musikalischen Live-Performance

“Trench Kisses” nannte Chefdesigner Christopher Bailey seine Herbst/Winter-Kollektion 2013/14 für Burberry, die traditionell im Rahmen der London Fashion Week im Pavillon des Hyde Parks präsentiert wurde.

Verliebt schien Bailey dabei vor allem in Herzchen-Prints, Leoparden- und Giraffenfell sowie Blockstreifen – Muster, die die Kollektion dominierten und sich auf Kleidern, Blusen und Mänteln wiederfanden. Der Trenchcoat als Herzstück des Hauses wurde in zahlreichen Variationen über den Laufsteg geschickt und mit Metallic-Gürteln und -Ösen, Lederstreifen sowie glänzendem Finish neu interpretiert. Dazu kombiniert: adrette Kitten Heels mit niedrigem Keilabsatz.

Ruhe in die Kollektion brachten satte Farben wie Rotbraun, Camel und Sand sowie klares, kräftiges Signalrot und Schwarz. Die gefühlvolle Note der Kollektion unterstrich der Song “Happy Together” von Misty Miller und schließlich eine Live-Performance des britischen Sängers Tom Odell. Zusammen mit einem Chor – dessen Sängerinnen allesamt in schwarze Trenchcoats gekleidet waren – performte er am Klavier den Song “Hold Me”. Ein melancholischer Moment, den prominente Gäste wie Freida Pinto, Rosie Huntington-Whiteley, Mélanie Laurent und Kate Beckinsale aus der Front Row verfolgten.

Lady Gaga stiehlt den Laufsteg-Models die Show

Mit einem gewohnt extravaganten Auftritt auf dem Laufsteg hat Popstar Lady Gaga bei der London Fashion Week alle Blicke auf sich gezogen – beim Comeback des Hutmachers Philip Treacy.

Die Londoner Modewoche war für Popstar Lady Gaga der ideale Ort, um ein weiteres ihrer vielen extravaganten Outfits auszuprobieren.

… und auch als Blümchen verkleidet, erntete sie viel Lob.

Die amerikanische Sängerin Lady Gaga eröffnete in einem pinkfarbenen, bodenlangen Umhang die Präsentation des Hutmachers Philip Treacy, mit dem sie befreundet ist.

Mit erhobenen Armen und nach oben gerichtetem Blick erklärte sie: “Meine Damen und Herren, der größte Hutmacher der Welt: Philip Treacy.”

Der Brite Treacy steht für die Mischung aus verrückten, mutigen Ideen und tragbaren Stücken, die mittlerweile Londons Modewoche bestimmt. So kreierte er den als Brezel-Hut bekanntgewordenen Kopfschmuck von Queen-Enkelin Prinzessin Beatrice, den diese zur Hochzeit von Kate und William vergangenes Jahr trug.

Gleichzeitig schafft er Modelle wie das, was Victoria Beckham beim selben Anlass anhatte: schlicht und elegant.

Comeback für Treacy

Die Schau am Sonntag, dem dritten Tag der Fashion Week in der britischen Hauptstadt, war ein Comeback für Treacy, der seit zehn Jahren nicht an der Londoner Modewoche teilgenommen hatte.

Der Designer präsentierte seine Hutkreationen in Kombination mit legendären Bühnenkostümen des verstorbenen Popstars Michael Jackson, darunter das rote “Thriller”-Jackett. Die Kostüme, die im Dezember in Kalifornien versteigert werden sollen, wurden aus einer Sammlung von Jacksons Designern ausgeliehen.

Von der ersten Reihe aus verfolgten Stars wie Kim Cattrall, Grace Jones und Nick Cave die Show. Neben Treacys Entwürfen wurden unter anderem die neuen Kollektionen von Westwood, Paul Smith und Jonathan Saunders.

Monster, tote Tiere und knallbunte Mode

Bei der Fashionweek zeigen sich die Designer in Feierlaune. Stella McCartney zeigte zum ersten Mal seit 16 Jahren wieder in ihrer Heimatstadt.

Das Label Meadham Kirchhoff bekommt den Schrill-Kreisch-Award bei der Londoner Fashion Week.

Ihre Interpretation: Amy Winhouse trifft Göttin Shiva im Haus der Adams Family mit Onkel Batman.

Das Zweitlabel von McQueen kommt da schon etwas getragener daher.

Christopher Kane mag Rottöne in der kommenden Saison.

Während es Burberry Prorsum künstlich regnen ließ. Die Mode: schmale Röcke, heftige Hüfttaschen, Eulen-T-Shirts.

Mulberry präsentierte Mode mit Hund und Yeti.

Während in Großbritannien weiterhin Krisenstimmung herrscht, findet man in London immer noch einen Grund mehr zu feiern. In diesem Jahr zum Beispiel das diamantene Thronjubiläum der Queen, die Olympischen Spiele und – sogar gleich zweimal jährlich – die britische Mode.

Nach der ersten Station in New York hatte der internationale Modenschauenzirkus seine Zelte in der britischen Hauptstadt aufgeschlagen. Und man gewann den Eindruck, bei den Schauen der Londoner Designer für die Herbst- und Wintersaison 2012 gehe es diesmal besonders hoch her.

Stella McCartney zeigte zum ersten Mal nach 16 Jahren wieder in ihrer Heimatstadt. Die Präsentation ihrer Abendmode-Kollektion geriet dem feierlichen Anlass entsprechend: In einer entweihten Kirche im Stadtteil Mayfair tanzten Kate Moss, Rihanna und Kanye West nach einem sechsgängigen vegetarischen Dinner und einer Performance von Magier Hans Klok zu Led Zeppelin auf den Stühlen. Darunter mischten sich Supermodels in Stella McCartneys figurschmeichelnden Seidenkleidern und Abendroben aus kobaltblauer Spitze, die man sich nirgendwo besser vorstellen kann als bei Partys von diesem Format.

McQueen zeigt sein Zweitlabel

McQueen-Designerin Sarah Burton, die sonst in Paris zeigt, feierte in London sogar eine Doppelpremiere – die erste Laufsteg-Show der Zweitlinie McQ fand in einem kahlen, mit trockenem Laub ausgelegten Raum statt, das manchen Show-Gast zum Niesen animierte.

Die in klassischer britischer Tradition geschneiderten, tannengrünen Militärmäntel, eng in der Taille gegürtet und mit hochhackigen Schnürstiefeln kombiniert, die mit bunten Blumen bestickten Tüllkleider waren typisch McQueen.

Das großartige Finale der Show bildete 90er-Jahre-Supermodel Kristen McMenamy, die im cremefarbenen, mit Blättern bestickten Brautkleid in einem Herbstwald verschwand, um dort in einer Hütte eine Techno-Bar zu eröffnen, in der es anschließend Drinks für alle gab.

Das toppte sogar die traditionell gigantomanische Burberry-Show, bei der sich “nur” ein künstlicher Gewitterregen auf das durchsichtige Zeltdach über den Gästen ergoss. Die Kollektion von Christopher Bailey gehört allerdings zu den besten seiner Karriere.

Unter dem Titel “Town and Field” zeigte er eine sehr junge, humorvolle Mischung aus Burberry-Tradition und Moderne: Taillierte Trenchcoats und Militärmäntel aus Herringbone-Tweed, Pullover mit Eulenmotiv, kurze Jäckchen mit aufgesetzten Seitentaschen, die so groß sind, dass man sich augenblicklich eine schmale Dame wie Kate Middleton vorstellt, die bei der Jagd kleineres Wildbret darin verstaut.

Pelz ist auch in London angekommen

Zum Stichwort Jagd gibt es anzumerken, dass tote Tiere in Form von Pelz, Fell und in dieser Saison vor allem schwarzem Leder auch auf dem Laufsteg in London angekommen sind. Peter Pilotto hatten seinen Models über gewohnt femininen Digitaldruck-Kleidern, wie schon in der vorigen Saison aquatisch inspiriert, Rettungswesten aus verschiedenfarbig gestreiftem Pelz angelegt.

Das britische Label Mulberry hatte sich den Yeti als Inspiration gesucht und ihn rechts und links am Laufsteg aufgestellt. Aus farblicher Sicht war sicher die Show von Meadham Kirchoff der Höhepunkt. Die Kollektion war ein Mix aus Amy Winehouse trifft die indische Göttin Shiva.

Die vielen satten Gold-, Grün-, Rot- und Brauntöne, die für Londoner Verhältnisse insgesamt erstaunlich feierliche Stimmung trieb allerdings ein Texaner auf die Spitze: Tom Ford stellte ausgewählten Journalisten in der intimen Atmosphäre seines Showrooms höchstpersönlich seine neue Damenkollektion vor.

“Ich wollte mich in dieser Saison auf Mode konzentrieren, die Bestand hat”, kommentierte der bestens gelaunte Designer seine bodenlangen Stretchkleider aus Krokodil- und Schlangenleder, die man vermutlich schon wegen ihres Preises nicht so schnell in die Altkleidersammlung geben mag.

Ob die in China und anderswo produzierte “Wegwerfmode”, wie Vivienne Westwood nach ihrer Show das Angebot der britischen High-Street-Labels nannte, demnächst verschwinden wird, bleibt abzuwarten. Einen Schritt in diese Richtung verlangen zumindest die Ergebnisse einer jetzt vorgestellten Studie des British Fashion Council.

Danach trägt die Modeindustrie fast 21 Milliarden Pfund pro Jahr zum britischen Bruttosozialprodukt bei, doppelt soviel wie Zeitungen und Verlage und die Autohersteller der Insel zusammen. Das die Studie begleitende Manifest enthält einen Fünfpunkteplan, der vorsieht, die Bekleidungsindustrie aus Billiglohnländern zurück nach Großbritannien zu holen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.