Ebenholz

Ebenholz zählt zu den außereuropäischen Laubhölzern und bezeichnet ein schwarzes (oder schwarz-gestreiftes) Holz von Bäumen der Gattung Diospyros aus der Familie der Ebenholzgewächse. Das Kernholz (ohne sichtbare Jahresringe) ist sehr hart, schwer und gehört zu den wertvollsten Holzarten.

Das zumeist gelb-graue Splintholz, das in aller Regel sofort noch am Fällort durch Abbeilen entfernt wird, kann bis zu 70 Prozent des Stammes ausmachen und wird so gut wie nie im Handel wahrgenommen, da es als wertlos und unattraktiv betrachtet wird. Die Dichte von Ebenholz hängt stark von der jeweiligen Sorte ab und liegt im Bereich 0,9 bis 1,3 kg/dm³.

Afrikanisches Ebenholz ist drechsel- und schnitzbar und lässt sich gut lackieren. Die Bearbeitung ist jedoch durch die Härte des Holzes erschwert und sollte nur mit stellitisierten Werkzeugen erfolgen. Wegen der starken Rissneigung muss Afrikanisches Ebenholz langsam getrocknet werden.

Man verwendet Ebenholz hauptsächlich für Intarsien und Furniere, sowie für Musikinstrumente (Holzblasinstrumente, Griffbretter, Wirbel etc.) und bei Kunstdrechslerarbeiten. Im Historismus war es ein beliebtes Holz für Tür- und Fenstergriffe sowie Besteckgriffe. Verschnittreste werden zur Herstellung von Strick- und Häkelnadeln oder auch für die Griffe von Messern verwendet.

Sorten

Kamerun-Ebenholz (Diospyros crassiflora) kommt aus Afrika und ist die auf dem Weltmarkt am weitesten verbreitete Sorte Ebenholz, oft von tiefschwarzer Farbe, meist aber auch mit grauen Adern durchzogen. Nur ca. 10 % der Stämme weisen eine gleichmäßige Schwärze auf. Es zeigt eine ausgeprägte Offenporigkeit, die für diese Sorte charakteristisch ist und es zum weniger geschätzten Holz macht. Feinporige Sorten werden deutlich höher bewertet.

Ceylon-Ebenholz (Diospyros ebenum) ist die beste, heute kaum noch verfügbare Qualität: sehr hart, gut polierbar, praktisch ohne wahrnehmbare Poren, gut bearbeitbar, witterungs- und termitenfest. Das Ebenholz des Möbelbaus im 16.–19. Jahrhundert war von dieser Sorte.

Madagaskar-Ebenholz (Diospyros perrieri) ist von eher dunkelbrauner Farbe, es ist sehr feinporig, witterungsfest, termitenfest und hat eine Dichte von ca. 1,0 kg/dm³.

Makassar-Ebenholz (Diospyros celebica) (Indonesien) zählt zu den „farbigen“ Ebenhölzern und ist im Splint gelblichweiß, im Kernholz schwarz mit sehr charakteristischen hellgelb bis braungestreiften längsverlaufenden Maserungen; es ist sehr dicht und farbbeständig, sein Schleifstaub verursacht wie der aller Ebenhölzer Reizungen der Haut, Augen und Lunge. Seine Dichte beträgt 1,1 bis 1,3 kg/dm³. Im englischen Sprachraum wird es auch als Coromandelholz oder Marblewood bezeichnet.

Mun-Ebenholz (Diospyros mun) kommt aus Laos und Vietnam und ist ähnlich wie Makassar-Ebenholz zweifarbig gestreift.

Geschichte:

Afrikanisches Ebenholz wurde bereits im frühen Mittelalter in Europa bearbeitet. Im 17. und 18. Jahrhundert fand es im Möbelbau in Kombination mit Perlmut und Zinn Verwendung. Das Handwerk dieser Kunsttischler prägte die Berufsbezeichnung Ebenist.

Während heute mit Ebenholz das schwarze Kernholz der in Indien und Sri Lanka beheimateten Baumgattung Diospyros bezeichnet wird, ist biblisch mit Hebr. ‚håvnîm’ ein vergleichbares Holz gemeint, das von Nubien aus exportiert wurde. Untersuchungen des dunklen Holzes, das man in ägyptischen Gräbern gefunden hat (ägyptisch hbny = Ebenholz; vgl. engl. ebony), konnten es als das Holz des afrikanischen Grenadills (Dalbergia melanoxylon) aus der Familie der Hülsenfrüchtler identifizieren. Diese Baumart wächst in den trockenen Gebieten am südlichen Rand der Sahara.

 

Mythologie:

In der Mythologie, Zauberei und Esoterik wird Ebenholz oft eine magische Wirkung zugeschrieben. So sollen Häuser mit ebenhölzernen Pfählen nicht von bösen Geistern betreten werden können, oder Waffen aus Ebenholz sollen Dämonen verwunden können. Auch Zauberstäbe werden oft aus Ebenholz hergestellt, ebenso sollten magische Gegenstände in Schatullen aus Ebenholz aufbewahrt werden, um ihre Kraft zu behalten. Die populärste Erwähnung von Ebenholz in der Sagen- und Märchenwelt ist sicherlich die Geschichte von Schneewittchen, deren Haar so schwarz wie Ebenholz war.