Handtaschen- Das wohl wichtigste Damen Accessoire

In den USA wurde eine Birkin Bag für umgerechnet 152.000 Euro versteigert.

Die rubinrote Sonderanfertigung “Diamond Birkin” aus dem Hause Hermès kann sich nun mit dem Titel “Teuerste Tasche der Welt” schmücken.

Im Laden wird man dieses Modell allerdings nicht finden. Es handelt sich hierbei um eine “commandé spéciale”, die im Atelier für Sonderanfertigungen in der Pariser Zentrale an der Rue du Faubourg in Handarbeit hergestellt wird. Rund ein Dutzend Täschner und Sattler setzen hier die Spezialwünsche von Kunden in aller Welt um.

Die Handtasche als Sammlerstück

Die versteigerte “Diamond Birkin” ist keine normale Birkin Bag (benannt nach der Schauspielerin Jane Birkin). Die Luxusversion wurde statt aus Kalbsleder, aus dem schwer zu verarbeitenden Leder des Leistenkrokodils gefertigt. Die Beschläge aus 18-Karat-Weißgold und die eingelassenen Edelsteine tragen ihren Teil zum Preis bei. Wer die edle Tasche jetzt besitzt, ist allerdings nicht bekannt. Matt Rubinger, Fachmann für Luxusgüter des New Yorker Auktionshauses “Heritage Auctions” schweigt sich über den neuen Besitzer aus.

Modische Geldanlage

Birkin Bags gehören zu den begehrtesten Handtaschen der Welt. Sie sind mehr als ein Statussymbol. Nicht zuletzt umgibt sie ein Mythos, der sie selbst für Prominente und Superreiche zur Trophäe werden lässt. Nicht nur die hohe Qualität der Materialien, sondern auch die Verknappungsstrategie weckt Begehrlichkeiten. Trotz des hohen Anschaffungspreis (ab 7000 Euro bis ca. 115000 Euro) soll es noch bis vor kurzem eine Warteliste gegeben haben. Da die Produktion schwierig und langwierig ist, werden nur wenige Taschen hergestellt, was wiederum die Nachfrage anheizt. Nicht zuletzt wächst der “secondary market for high-end luxury accessories”, so Luxus-Experte Rubinger, besonders wenn es sich um langlebige Luxusgüter handelt. Eine Birkin Bag ist also eine gute Geldanlage in unsicheren Zeiten.

Wer sie in der Armbeuge baumeln hat, ist entweder prominent oder hat Ausdauer bewiesen: Die Kelly Bag von Hermès zählt aufgrund ihrer Exklusivität und ihrer mythischen Aura zu den begehrtesten Handtaschen der Welt und gilt als Modeklassiker schlechthin.

Lange sah es nicht danach aus, dass die schlichte Hermès-Tasche ein Erfolg werden würde. Als ihre Urform in den 1930er Jahren unter dem Namen „petit sac haut à courroies“ (kleine Tasche mit Trageriemen) auf den Markt kam, war sie weit davon entfernt eine It-Bag zu sein. Das französische Lederwarenunternehmens Hermès kreierte die betont reduzierte Tasche zum Transport von Pferdezaumzeug. Der gute Geschmack einer Stilikone machte die Kelly Bag jedoch Jahre später zu einer der begehrenswertesten Handtaschen der Welt und zu einem Stück modische Geschichte.

Die Legende der „Kelly Bag“

Als Grace Kelly, die kurz zuvor Hochzeit mit Fürst Rainier III. von Monaco gefeiert hatte, 1956 im Life Magazine mit der Hermès-Bag abgebildet wurde, begann der Run auf die “fürstliche“ Ledertasche. Es heißt, dass die als Stilikone geltende Gracia Patricia mit der Tasche die Rundungen ihrer Schwangerschaft verdecken wollte. Fest steht, dass die Hollywood-Diva zahlreiche Varianten der Tasche besaß und bei offiziellen Auftritten fast nie ohne ihre Lieblingstasche gesehen wurde. Sogar bei ihrer standesamtlichen Trauung war die Hermès-Handtasche dabei. Bald nach dem Life Magazine-Schnappschuss wurde die „petit sac haut à courroies“ in den Medien als „Kelly Bag“ tituliert. Offiziell nannte Hermès die Tasche jedoch erst 21 Jahre später so.

 

Die Charakteristika der Kelly Bag

Die Kelly Bag ist trapezförmig, wobei sich die schmalere Taschenseite auf der Oberseite befindet, an der auch der kurze, lederne Tragegriff befestigt ist. Der feste Boden ist mit vier Metallfüßen versehen. Verschlossen wir die Tasche mit zwei sich kreuzenden Lederriemen, die über einen vergoldeten Verschluss zusammengefügt werden. Die Schließe der Tasche gilt als ihr Markenzeichnen. Zu jeder „Kelly“ gehört ein kleines Vorhängeschloss, dessen Schlüssel mit passendem Etui („Clochette“) versehen und an einem Lederriemen befestigt ist, der sich um die Henkel der Tasche schlingen lässt. Die Kelly Bag wird in acht Größen von “Kelly Mini-mini“ mit 15 Zentimetern bis zur „Kelly 50“ mit 50 Zentimetern Breite gefertigt. Zwischen rund 20 verschiedene Materialien wie Eidechsen-, Krokodil- oder Kalbleder und zahlreichen Färbungen kann der Kunde wählen.

Die Fertigung der Kelly Bag

Jede Kelly Bag wird in der Manufaktur in Paris von einem Handwerker in durchschnittlich 18 bis 20 Stunden und aus rund 40 Lederelementen gefertigt. Sonderanfertigungen werden im Atelier in der luxuriösen Pariser Rue du Faubourg Saint-Honoré hergestellt. Jedes Exemplar erhält eine Signatur, die den Namen des Handwerkers, das Herstellungsjahr und die Adresse des Ateliers enthält.

Eine Kelly Bag zu kaufen verlangt Geduld

Wer heute eine Kelly Bag kaufen will, muss sich in eine Warteliste eintragen und Ausdauer mitbringen. Denn jede einzelne Tasche wird erst nach Eingang des Auftrags angefertigt. Der Kunde bestimmt Farbe, Größe, Ledersorte und sonstige Sonderwünsche. Bei Prominenten scheint es jedoch eine Art Schnellverfahren zu geben, wie sonst kann man sich erklären, dass fast jede Promidame von Victoria Beckham, über Kate Moss bis Kim Kardashian immer wieder eine neue „Kelly“ am Arm baumeln hat. Der Bestseller von Hermès kostet übrigens zwischen 3500 und 60.000 Euro, je nach Größe und verwendetem Material.