Whisky – der goldene Tropfen unter den Hochprozentigen

Eingeschenkt: Single Malt von der Insel Jura

 

Nicht nur jeder Whisky schmeckt anders, sondern der Inhalt jedes Fasses schmeckt anders als der Inhalt anderer Fässer.

Die Whiskys aus der schottischen Region der Islands müssen nicht immer wie Torf-Monster schmecken. Die Single Malts von Jura haben viele Facetten und die Insel lädt Touristen oder Whisky-Pendler zu einem unvergesslichen Abstecher ein.

Meine erste Reise nach Jura dauerte 12 Stunden lang. In der gleichen Zeit gelangt man nach Kapstadt, Kalkutta oder Houston. Auf der Luftlinie ist diese kleine Insel vor der Westküste von Schottland nicht weit entfernt, aber der zeitliche Reiseaufwand, um an diesen einsamen Ort zu gelangen, steht in Korrelation mit der Ruhe und Entspannung, die man dort vorfindet.

 

Per Flugzeug ab Hamburg; Zwischenstopp in Edinburgh; Mit dem Mietwagen nach Glasgow, von dort aus mit einer zweimotorigen Propellermaschine zur Nachbarinsel Islay und dann mit dem nächsten Mietwagen zur Fähre an den Sund. In fünf Minuten setzt man nach Jura über und schlängelt sich auf der einzigen Asphaltstraße einspurig bin in den einzigen Ort: Craighouse. Dort befindet sich das einzige Hotel der Insel, in dem Hotel befindet sich das einzige Pub, gegenüber der einzige Mini-Supermarkt und das Post-Office. Der Name „Jura“ bedeutet Insel der Hirsche. Heute leben noch rund 180 Menschen auf der 45 Kilometer langen Insel  – und knapp 6000 Stücke Rotwild.

Die Insel Jura: Tempelritter, Orwell und sehr guter Whisky

Kelten, Pikten und Tempelritter rauschten in den letzten Jahrhunderten über die Insel und hinterließen vielfältige Spuren. Christlicher Glauben und mystische Phänomene machen Jura auch heute noch zu einem sehr spirituellen Ort. Geringe Bevölkerungsdichte und erschlagende Landschaften sowie sehr guter Whisky tuen ihr Übriges. Das letzte große Dokument ist der Roman „1984“, den Georg Orwell nach zwei Jahren Aufenthalt auf der Insel im Jahr 1948 fertig stellte.

Bereits früher prädestinierte die isolierte Insellage das Eilands vor der Küste Schottlands durch einfache Anlandung von Getreide und Brennstoffen durch Segelboote für Hochprozentiges. Fern ab der englischen Steuereintreiber wurde bereits im 18. Jahrhundert in versteckten Höhlen destilliert. 1810 wurde durch Archibald Campell eine ordentliche Brennerei gegründet, die den ersten. und den zweiten Weltkrieg sowie die US-amerikanische Prohibition wirtschaftlich nicht überlebte.

In guten Zeiten lebten annähernd 2000 Menschen auf der Insel, aber seit den 1950er Jahren drohte die Entvölkerung. Hiesigen Honoratioren gelang mit Unterstützung der “Scottish & Newcastle”-Brauerei ein Neuanfang der Destillerie. Der geniale Brennerei-Baumeister Delme-Evans baute auf Jura die gleichen Brennblasen wie in der Highland Destille Tullibardine ein. Diese hohen schlanken „Tulpen“ unterscheiden sich von den üblichen Potstils der Inseln in Zwiebelform. Alleine dieser Umstand bedingt die Frische und Blumigkeit der Jura Single Malt Whiskys. Erst 1963 wurde die Jura-Brennerei wieder eröffnet und sie befindet sich heute im Besitz des Blender-Hauses Whythe & Mackay.

Reifeprozess im Sherry-Fass

Der Boutique Barrel Single Malt Whisky von “The Isle of Jura” ist erster aus der Reihe „.The Collection“. Es ist eine Einzelfass-Abfüllung, die seit November 1995 ausschließlich in einem Amoroso Oloroso Sherry Fass gereift ist. Christian H. Rosenberg, Herausgeber des Magazins „Der Whisky-Botschafter“ war persönlich auf der Isle of Jura, wo er diesen wirklich außergewöhnlichen Whisky aussuchte. Im Herbst 2012 wurde ihm der Jura Vintage 1995 non-chill-filtered in Fassstärke von 56% vol. abgefüllt.

Honigsüße und Salznoten glühen bei 56% vol. auf der Zunge. Die Nase erwischt neben dem unverkennbaren Sherrynoten Aromen von Birne, Melonen, Marzipan und Mandeln. Langsam breitet sich ein sehr milder Ölfilm aus und hinterlässt einen angenehmen Hauch von Trockenobst, reifen Bananen und Kaffee.

Single Malt Whisky vom Schliersee

Warum in die Ferne schweifen – sieh, das Gute liegt so nah… Whisky Kenner mögen sich bei ihrer nächsten Shopping- oder Degustationstour an Goethes Worte erinnern, denn einer der eigenständigsten Vertreter dieser Spirituose stammt aus Bayern. Besser gesagt, vom malerischen Schliersee.

Klein und fein ist sie, die Whisky Manufaktur Slyrs in Neuhaus. Und dass es sie gibt, ist im wahrsten Sinne einer Schnapsidee zu verdanken: Der gelernte Bierbrauer und erfolgreiche Obstbrand-Destillateur Florian Stetter aus dem oberbayerischen Schliersee wettete bei einer Schottlandreise um eine Kiste Weißbier, dass man nicht im Land der Kilts und Karos leben muss, um einen exzellenten Whisky herzustellen. Das war 1994 und bezeichnet die Geburtsstunde von Slyrs Bavarian Single Malt Whisky.

Beste Zutaten für ein hervorragendes Produkt

Neben der Expertise von Florian Stetter, der die Familientradition der Brau- und Destillateurkunst bereits in dritter Generation ausübt, ist die hohe Qualität des Produktes auch ein Ergebnis bester Zutaten. Bei Slyrs – benannt nach dem alten Wort für die Gegend um den Schliersee – handelt es sich um ein rein regionales Erzeugnis: Naturreine Gerste wird über heimischem Buchenholz geräuchert; die Maische im Kupferkessel 2-fach destilliert. Danach geht es für mindestens drei Jahre ins Eichenholzfass. Kalksteinfiltriertes Wasser aus der nahe gelegenen Bannwaldquelle schließlich senkt den mit auf 55% Alkoholgehalt gelagerten Whisky auf die Trinkstärke von 43% Vol. hinab.

Begehrt und limitiert

2002 startete der Verkauf von Slyrs mit 1.600 Flaschen. Auch wenn sich die Produktion seitdem gesteigert hat – die Nachfrage übertrifft das Angebot bei Weitem. Neben dem klassischen, drei Jahre lang in amerikanischer Weißeiche gereiften Single Malt umfasst das Angebot der Manufaktur inzwischen auch Whisky Liqueur und – auf eine Menge von zwei bis drei Fässern jährlich beschränkt – die so genannte Fassstärke. Hier wird das Destillat ohne Zurückstellung und direkt aus dem Fass gefiltert und abgefüllt. Für das kommende Jahr hat sich die Destillerie darüber hinaus noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Im Frühjahr 2013 wird ein Slyrs an den Markt kommen, der sein „Finishing“ in einem Sherryfass erfahren hat. Diese zusätzlichen neun Monate verleihen dem Whisky eine dunkel goldene Farbe und ein besonderes, fruchtiges Bouquet. Die Fässer aus der Bodegas Tradición in Jerez haben eine Kapazität von je 500 Liter. Wieder einmal viel zu wenig für die vielen Fans des Whiskys vom Schliersee.

Go Whisky

In Whisky-Kreisen nennt man ihn den „Whisky-Papst“: Professor Walter Schobert kennt sich mit dem schottischen Trank aus wie kein zweiter. Sein Wissen gibt er jetzt auf einer Schottlandtour weiter.

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, und die Suche nach dem besten Whisky der Welt scheidet die Geister. Die einzelnen Sorten sind so vielfältig und eigenwillig wie die Gegenden, aus denen sie stammen. Da kann ein bisschen Orientierungshilfe nicht schaden. Am besten man hält sich an einen Experten, zum Beispiel den „Whisky-Papst“.

Profession aus Leidenschaft

Eigentlich ist Walter Schobert Theologe, Theaterwissenschaftler und Professor für Filmgeschichte, aber einen Namen gemacht hat er sich mit zahlreichen Publikationen rund um das Thema Whisky. Seine Liebe zu diesem Getränk entdeckte er aber nicht etwa in Schottland, sondern während seiner Studienzeit in Rom. Nachdem er je eine Flasche aus jeder einzelnen schottischen Brennerei gesammelt hatte, war seine Sammlerlust gestillt. Schobert hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und gilt heute als „Whisky-Papst“.

Das wahre Whisky-Gefühl

Schoberts Bücher sind schon mal eine gute Orientierungshilfe für Whisky-Interessierte, die zu Kennern werden wollen, aber das wahre Whisky-Gefühl entfaltet sich erst in der richtigen Umgebung, nämlich dort, wo der Whisky seinen Ursprung hat: in der rauen und kargen Landschaft Schottlands. Bekannt für seine Highlands, Parks, Burgen, Schlösser und natürlich den Whisky besticht Schottland vor allem durch überwältigende Ur-Natur. Vermutlich hat Schobert aus diesem Grund Schottland zu seiner Wahlheimat gemacht. Er lebt auf Islay, der südlichsten Insel der Inneren Hebriden und Standort von acht der besten Whisky-Brennereien Schottlands.

Auf den Spuren des Whiskys

Als Kenner von Whisky und dessen schottischer Herkunft begleitet Schobert ein einwöchiges Reiseangebot des Veranstalters Lingua et Cultura Tours unter dem Motto „on the Whisky Trail“, bei dem den Reiseteilnehmern das ursprüngliche Whisky-Gefühl vermitteln werden soll. Unter der Führung von Schobert stehen Besuche mit Verkostungen von Destillerien im Vordergrund. Bekannte Marken der Region Spyside, darunter Macallen, Glen Grant oder Glenfiddich, sowie der Insel Islay (Laphroaig, Finlaggan, Lagavulin) gilt es kennen zu lernen oder neu zu entdecken. Für Whisky-Liebhaber und jene, die es noch werden wollen, ein gleichermaßen interessantes Angebot.

Whisky mit Zungenschlag

Dass es eine japanische Whiskymarke gibt, ist schon skurril genug, aber es geht noch besser: besagte Marke, nämlich Suntory, bringt eine Sonderedition zum 50-jährigen Jubiläum der Rolling Stones heraus, mit einem Flaschendesign, das zumindest, nun, gewöhnungsbedürftig ist.

Was fällt Ihnen als erstes zu den Rolling Stones ein? Whisky? Ganz sicher nicht. Lippen? Oh ja, Lippen ganz sicher. Die legendär großen und absurd beweglichen Lippen von Mick Jagger natürlich, aber auch die knallroten Lippen des Rolling Stones-Logo. Erfunden wurde es von Künstler Jon Pasche im Jahr 1971, und natürlich dienten die Jaggerschen Extremlippen als Vorbild. Bereichert um die herausgestreckte Zunge als Zeichen von Rebellion (oder auch einfach Respektlosigkeit), war es das Logo des von den Stones gegründeten Plattenlabels, mit dessen Hilfe sie sich aus den Fängen der mächtigen Musikbosse befreien wollten.

Japan, Whisky und die Stones: eine unglaubliche Kombination

Und nun hat sich auch die japanische Whiskymarke Suntory des legendären Logos bedient. 150 Flaschen feinsten japanischen Whiskeys wurden in einer 3D-Version der berühmten Zunge abgefüllt und werden ab Oktober zum Preis von rund 5.200 Euro im ausgewählten Fachhandel erhältlich sein.

Der Stones-Whisky ist ein aus sechs Whiskeys bestehender Blend, von denen jeder einzelne für eine wichtige Station in der Karriere der Band steht. Ein Yamazaki von 1962 steht für das Gründungsjahr, ein Yamazaki von 1971 für das Entstehungsjahr des Logos, ein Malt von 1972 steht für die Veröffentlichung des Erfolgsalbums „Exile on Main St.“, und das Jahr 1990, in dem die Stones das erste mal nach Japan kamen, war dem Blend gleich ein Hakushu Malt und ein Chita Grain wert.

Es gibt Menschen, die sagen, die Musik der Stones mache sie trunken. Wem es mit der Musik der Stones nicht so geht, der wende sich ihrem Whisky zu. Oder unserer Bildergalerie der schönsten Momente aus 50 Jahren Rolling Stones.

Der seltenste Whisky

In der nächstbesten Whiskey-Bar findet man die edlen Tropfen aus der Brennerei Dalmore mit Sicherheit nicht. Von den drei abgefüllten Flaschen gingen für je 100.000 Pfund eine an einen amerikanischen Whiskey-Liebhaber und eine an einen britischen Investor. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann nun die letzte Flasche des Single-Malt Whiskys auf der Londoner Whiskey Show Ende Oktober erstehen.

Die Brennerei Dalmore besitzt einige der seltensten und ältesten Whiskey-Bestände in Schottland. Hin und wieder öffnet die Brennerei ihre Tore zu den Lagern der Fässer mit dem ältesten Whisky der Welt. Bei dem Dalmore Trinitas wurde Whiskey aus den Jahrgängen 1886, 1878, 1926 und 1939 verwendet. Die Bezeichnung Trinitas ist hierbei kein Hinweis auf den Single Malt selbst, sondern allein auf die Zahl der Flaschen. Gerade mal drei Flaschen konnten aus einer Mischung der verwendeten „Reste“ abgefüllt werden. Da die jüngste Komponente einer Mischung das zu deklarierende Alter vorgibt, wurde ein Dalmore mit 64 Jahren geschöpft. Dalmores Master Destillateur Richard Paterson behauptet, dass es sich bei dem „Trinitas“ unbestritten um den besten Whisky der Welt handelt.

Der beste Whisky der Welt

Man könnte meinen, es sei immer das Wasser, das Holz des Fasses, die Luft, und die gemalzte Gerste, die den Geschmack ausmachen. Doch die Herstellung von Whisky ist eine Wissenschaft für sich, streng unterschieden nach Herkunft und Zusammensetzung. Der Geschmack jedes einzelnen Whisky ist grandios unterschiedlich. So wird das Aroma des „Trinitas Single Malt“ in der offiziellen Verkostungsnotiz wie folgt beschrieben: „Den kräftigen Noten von Rosine, starkem kolumbianischen Kaffee, Walnusss-Splitter und Bitterorange, folgt eine Mischung aus Grapefruit, Sandelholz und indonesischem Patschuli. Dem Geschmack von Sultaninen, Feigen, karamellisierte Sevilla- Orangen, Äpfel, Mango und Datteln, folgt die Süße des Muskatellerweins, Marzipan, Lakritznoten und Röstkaffee. Ein Anflug von Trüffel und Walnuss geht über in einen makellosen Nachklang.“

Whisky-Preise im sechsstelligen Bereich

Ob diesen Whisky jemand trinken wird, ist jedoch fraglich. Die Zahl der Rekordpreise, die für Whiskys bezahlt werden, ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Die teuersten Whiskys, die jemals einen Käufer gefunden haben, bewegen sich mittlerweile im 6-stelligen Euro-Bereich. Bereits 2011 ging ein 62 Jahre alter Single Malt „Dalmore Sinclair“, von dem es weltweit geschätzt nur zwölf Faschen gibt, für rund 145.000 Euro über die Ladentheke. Der damit teuerste Whisky der Welt wurde in einem Duty-Free-Shop in Shanghai von einem chinesischen Geschäftsmann erstanden.

Schottischer Schatzfund: 40 Jahre alter Scotch

Bunnahabhain feiert die Wiederentdeckung eines Single Malt Whisky, der 40 Jahre lang im Verborgen schlummerte. Die Rarität von der Insel Islay beschränkt such auf nur 750 Flaschen. 

Die Bunnahabhain-Brennerei, 1881 gegründet, liegt an der Nordostküste von Islay, die südlichste aller Herbriden-Inseln vor der Westküste Schottlands. Sie steht für außergewöhnlich weiche Malts, die man den sanften Geschmack von Islay nennt. Salzige Seebrise und reinstes Quellwasser macht Bunnahabhain überraschen frisch und klar. Der besondere Geschmack nach Meer wird nicht von schwerem Rausch- und Torfaroma überlagert.

Die Suche nach einem verborgenem Schatz

Die Sparsamkeit der Schotten ist sprichwörtlich. Doch dürfte es wohl kaum am Geiz gelegen haben, dass man einige Fässer mit bestem Islay Single Malt Scotch Whisky aufsparte, die darüber vier Jahrzehnte lang in Vergessenheit gerieten. Bis Bunnahabhains Meister-Desillateur Ian MacMillan beim Stöbern in alten Kellerbüchern auf Hinweise stieß. Der Brennmeister besitzt weit mehr Whisky-Erfahrung als Karos auf seinem Kilt und erkannte die Bedeutung sofort: “Es war ein aufregender Moment, über solch eine rare Entdeckung zu stolpern.” Im Labyrinth langer Kellergänge begab er sich auf die Schatzsuche nach dem in Ruhe gereiften Edeltropfen. Eichenfässer, einst vom für höchste Qualitätsstandards bekannten Glasgower Spirituosenhändler J.G. Turney mit Bunnahabhain gefüllt, erblickten so wieder das Tageslicht.

Rotgoldene Rarität

Scotch-Liehaber und Sammler seltener Single Malt’s mag das Mysterium der außergewöhnlichen Entdeckungsgeschichte mehr oder weniger faszinieren, für hochprozentige Begeisterung sorgt das Geschmackserlebnis des Whisky’s der Farbe Kupfergold. Duftende Noten von süßer Eiche, Haselnüssen, Schalen von Zitrusfrüchten und Schokolade mit einem Hauch von leichter Rauchigkeit in der Nase, bietet er auf der Zunge ein reiches, komplexes Gleichgewicht von Heidehönig, Ingwerschokolade und süßen Früchten. Der Abgang ist mit leicht würzig nussigen Noten und einem Hauch von Meersalz.

Sonderedition mit Geheimfach

Bunnahabhain feiert das Happy End der Wiederentdeckung nach 40 Jahren mit einer limitierten Edition von nur 750 Flaschen weltweit, nummeriert und von Brennmeister Ian MacMillan handsigniert in einer edlen Geschenkbox aus Eichholz mit Geheimfach. Es birgt Zeichnungen des Künstler Iain McIntosh, der das Etikett der Flasche gestaltete und die Entdeckungsreise dieser Whisky-Rarität als Bildgeschichte erzählt. Die Flasche kostet umgerechnet etwa 2.500 Euro. Seltene Sonderabfüllungen von Bunnahabhain sind begehrt und gehen meist weg wie warme Semmeln.

Hochprozentiges Gold aus Kentucky

Agraringenieur Helge Müller hat seine Leidenschaft wohl für das Beste entdeckt, was man aus Getreide herstellen kann: Whisky. Nach mehr als 20 Jahren in der Gastronomie hat er eine Nase für Qualität, Geschmack und Trends bei Spirituosen entwickelt. Der Hamburger ist Berater für Whisky-Destillerien in den USA, Irland und Schottland. In seiner Kolumne “Eingeschenkt” exklusiv für World’s Luxury Guide stellt Helge Müller heute vor: Maker’s Mark Limited Gold Edition Old Kentucky Sour Mash Bourbon 50,5% Alc.

US-Gesetze regeln die Qualität des Bourbon Whiskys

Amerika ist die neue Welt und mit dem Bourbon öffnet sich hier ein neues Whisky–Universum. So muss nach dem US-Gesetzgeber ein Bourbon Whisky mindestens zwei Jahre in neuen ausgebrannten Eichenfässern verbringen und in der Maische wird ein Anteil von mindestens 51% Mais verlangt. Ich war drei Jahre an dem Aufbau von Maker’s Mark in Deutschland beteiligt, habe deutschsprachige Führungen durch die Destillerie in Loretto (Kentucky) durchführt und schätze die Familie Samuals sehr.

Der erste Premium-Bourbon wurde mit Backmischungen kreiert

Nach dem Zweiten Weltkrieg machte sich Bill Samuals Sen., Spross einer langjährigen Brennerfamilie, an die Entwicklung eines Whiskys, der nicht wie Feuerwasser schmeckten sollte. Man hatte zuvor in der Küche der Starhill-Farm mit Backmischungen für Brot experimentiert und durch den Anteil von Weizen statt des üblichen Roggen eine unheimliche Milde kreiert. Dieses Backrezept wurde direkt auf die Zusammensetzung der Getreidesorten beim Maischen übertragen und verleiht Maker’s Mark eine aromatischen Süße. Maker’s Mark wird in extrem viel Handarbeit produziert und stellte bei der Abfüllung im Jahr 1959 praktisch den ersten Premium-Bourbon dar.

Weniger Quellwasser, aber mehr Alkoholgehalt

Diese Edition unterscheidet sich von dem Standartprodukt weder durch Alter, Herstellung oder Zusammensetzung. Einzig der Anteil von Quellwasser wurde reduziert und die Trinkstärke auf 50,5% festgelegt. Alkohol ist ein Geschmacksträger und der höhere Anteil macht sich deutlich bemerkbar. Neben den typischen Vanille- und Karamelnoten macht sich die Eiche bemerkbar. Aromen von Orangen und Zitrus, ein Hauch Menthol und Zedernholz – sehr aromatisch, fast schon süß und vor allem ohne einen Hauch bitter zu sein.

Auch Barlegende Charles Schumann schwört auf Marker’s Mark

Diese männliche, kräftige, goldene Edition wurde in den 1980er-Jahren für kurze Zeit für den japanischen Markt produziert und ist inzwischen extrem rar. Auf verschlungenen Wegen haben einige Flaschen den Weg nach Europa gefunden, und dieser Whisky sollte pur genossen werden. Die Münchener Barlegende Charles Schumann behauptet, dass jede anständige Cocktail-Bar einen Maker’s Mark führen sollte. Die reguläre Abfüllung mit dem typischen roten Siegelwachs hat 45% Alkoholanteil und findet sich heute in vielen guten Drinks. Fragen Sie den Barkeeper ihres Vertrauens nach der milden, aromatischen und schmeichelnden Variante eines Whisky-Sour.

 

Eingeschenkt: Keine Schnapsidee

Dass die Schweden gerne Schnaps trinken und ihn auch produzieren, ist ja bekannt, aber Whisky? Als erste und bis heute einzige Whisky-Brennerei Schwedens produziert Mackmyra einen Single Malt Whisky, der nicht nur schwedische, sondern zunehmend auch internationale Whiskyliebhaber erfreut.

Im Frühjahr 1998 saßen acht Ex-Kommilitonen des Royal Institute of Technology in Stockholm in einer Skihütte zusammen und kamen auf das Gesprächsthema Whisky. Wie macht man eigentlich Whisky? Warum gibt es in Schweden keine Whisky-Destillerie? Kurzerhand beschloss man, diesen Umstand zu ändern. Skal!

Aus Träumen wurde konkrete Pläne: neugierig wurden Informationen über Whisky zusammengetragen, Reisen zu verschiedenen Destillerien unternommen, Genehmigungen beantragt, und ein Jahr nach der Geburt dieser „Schnaps-Idee“ wurde in einem kleinen Ort namens Valbo in der Nähe eines nicht viel größeren Ortes namens Gävle die Mackmyra Svensk Whisky AB gegründet.

Während die klassischen Destille-Kollegen in Irland oder Schottland schon seit Generationen alles so wie immer machen, fing man in Schweden bei Null an. Im Zuge harter, traditioneller Handarbeit bei der Herstellung musste dieser New-Wave-Whisky alle Erfahrungen alleine machen. Durch innovative Experimente in der selbstgebauten Brennblase erzielte man unvergleichliche Ergebnisse und verpasste dem schwedischen Whisky einen unverwechselbaren Charakter. Bis zum Jahr 2001 hatte man zwei Rezepte erarbeitet: den zarten, fruchtigen Mackmyra Elegant und den Mackmyra Smoke mit einer charakteristischen Rauchnote.

Nach den unvermeidlichen Startschwierigkeiten entwickelt sich die Destillerie inzwischen prächtig. Als die Erstabfüllung an den staatlichen Alkoholdistributeur Systembolaget ausgeliefert wurde, warteten die Kunden in langen Schlangen vor den Läden – die wenigen Flaschen waren in ganz Schweden innerhalb weniger Stunden ausverkauft.

Die Single Malts aus Valbo werden inzwischen in diversen Abfüllungen angeboten, denen immer eine unverwechselbare, schwedische Charakteristik innewohnt. Die geschmacklichen Unterschiede sind dabei erheblich, da Mackmyra zwei Grundrezepte, unterschiedliche Finishes und ausschließlich jungfräuliche oder zweitbefüllte Eichenfässer verwendet. Mackmyra bezieht alle zur Herstellung benötigten Rohstoffe aus Schweden, der Whisky ist frei von Zusätzen oder Farbstoffen und nicht kühlgefiltert.

Bushmills 16 J

Bushmills soll die älteste Brennerei in ganz Irland sein – schon seit genau 400 Jahren rauchen am Fluß Bush die Feuer der Destille. Am 20. April 1608 erteilte König James der Erste Sir Thomas Phillips die Lizenz zur Herstellung von Whisky.

Bushmills soll die älteste Brennerei in ganz Irland sein – schon seit genau 400 Jahren rauchen am Fluß Bush die Feuer der Destille. Am 20. April 1608 erteilte König James der Erste Sir Thomas Phillips die Lizenz zur Herstellung von Whisky.

Dort im Norden der Insel entstehen noch heute einige der besten Whiskys weltweit. Egal ob 10, 16 oder 21 Jahre gereift und ausgebaut – die verschiedenen Abfüllungen sind alle ein Genuss und überzeugen durch ihren individuellen Charakter.

„Big, fat and sweet“ – so geht der 16-jährige von Bushmills in die Nase. Und im Gaumen entfaltet der honiggelbe Malt sein süßes Aroma, mit Anklängen von Portwein, getrockneten Früchten, Nüssen und Toast. Seine Qualität erreicht der Whisky durch die in Irland üblichere dreifache Destillation und den Reifeprozess in Bourbon- und Sherryfässern. Zum Nachlagern wird er dann noch in Portweinfässern umgefüllt.