Hong Kong

Places to be:

 

 

The Peak

 

 

Metrostation: Central (Ausgang K), zu Fuss oder mit Bus 15C zur Lower Peak Tram Station.

Der mit 554 m höchste Berg Hong Kongs ist die Besucherattraktion Nummer 1, denn von keinem anderen Ort hat man wohl eine so grandiose Aussicht auf den Häuserdschungel der Weltstadt und sieht die unglaublichen Ausmasse dieser Metropole (schönes Wetter natürlich vorausgesetzt). Man wird hier oben mit dem glitzernden Panorama von Hong Kong Island, dem Hafen, Kowloon und den grünen Hügeln im Hintergrund belohnt.

Nachdem die ersten Besiedlungsversuche im Happy Valley an der Malaria scheiterten, empfahl einige Jahre später der medizinische Dienst der Kolonialverwaltung die Besiedlung des Berges für Europäer. Dies war jedoch wegen des steilen Hangs mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden und erst die Inbetriebnahme der Peak Tram im Jahr 1888 liess eine wirkliche Erschliessung des Gebietes zu.

 

 

Auch heute noch ist die abenteuerliche Fahrt mit der Zahnradbahn den steilen Weg hinauf die beliebteste Art um auf die Spitze des Berges zu kommen.

Ganze acht Minuten braucht die Bahn für 1,5 Kilometer mit einem Höhenunterschied von 367 m. Man sollte versuchen vorne oder auf der rechten Zugseite eine Sitzplatz zu ergattern, denn das einzige Wort, das auf die Panoramablicke, die diese Fahrt bietet, zutrifft, lautet “unglaublich”. Alternativ dazu gibt es noch die Möglichkeiten mit dem Doppeldeckerbus über die Stubbs Road oder den Minibus über die Magazine Gap Road bequem hinauf zu gelangen. Für diejenigen, die etwas mehr Zeit haben empfiehlt sich entweder der sanfte Aufstieg (ca. 60 Minuten) über die Lugard und die Harlech Road, auf dem es kaum Steigungen und grösstenteils Schatten gibt, oder aber die harte Route über die unzähligen Stufen parallel zur Peak Tram. Ich hatte mich übrigens für die bequeme Bahnfahrt entschieden 🙂

Oben angekommen erwartet einen der 1997 eingeweihte Peak Tower, der sich wie eine Opferschale aus Edelstahl und Glas in den Himmel streckt. Er beherbergt neben einigen Restaurant und mehreren Aussichtsterrassen auch Geschäfte, Kinos und andere kleine Freizeitattraktionen, zu denen eine virtuelle High-Tech-Fahrt im Peak Explorer oder die außergewöhnlichen, verwirrenden und wunderbaren Kunstwerke im Ripley’s Believe It Or Not! Kuriositätenkabinett und sogar ein Madame Tussaud’s Wachsfigurenkabinett gehören. Gegenüber des Peak Tower findet man das Einkaufszentrum Peak Galleria, wo man vom Café Deco eine herrliche Aussicht auf die tiefer liegende Stadt hat. Einen weiteren schönen Aussichtspunkt gibt es etwa 100 Meter vom Ausgang des Peak Towers links die Strasse entlang in Form eines kleinen chinesischen Pavillions, wo zahlreiche Fotografen gegen Bezahlung ihre Dienste anbieten. Besonders eindrucksvoll ist natürlich der Blick bei Nacht über die beleuchtete Innenstadt.

 

 

Der Peak ist aber auch der perfekte Ausgangspunkt für verschiedene Wanderungen und Spaziergänge. Ein besonders schöner Rundgang, auf dem man den meiner Meinung nach schönsten Überblick über die Wolkenkratzer und vorgelagerten Inseln der Stadt hat, führt in ca. 45-60 Minuten einmal um den Berg am Victoria Peak herum. Man wendet sich am Ausgang des Peak Towers nach rechts und biegt nach ca. 50 Metern rechts in die kleine Lugard Road ein, welche ohne größere Steigung um den Berg herum nach Westen führt. Dort geht sie nahtlos in die Harlech Road über und führt auf der Rückseite des Berges zurück bis zur Peak Station, wo man kurz vorher noch an einem kleinen Wasserfall vorbei kommt. Alternativ kann man aber auch im Westen des Peaks über die Hatton Road vorbei an der Pinewood Battery hinunter bis zum Western District laufen.

Tempel

In Hong Kong herrscht eine sehr große religiöse Toleranz und deswegen werden hier auch so ziemlich alle Religionen praktiziert. Bei der chinesischen Bevölkerung dominieren dabei traditionell die buddhistische, taoistische und die konfuzianistische Weltanschauung, das Christentum ist aber auch schon bei mehr als 10% der Einwohner vertreten. Es ist bei den Einheimischen durchaus üblich, nicht nur einer Religion anzugehören, sondern eine Kombination aus mehreren zu leben. Kein Wunder also, dass es in Hong Kong auch eine große Anzahl an religiösen Stätten und Tempel aller verschiedenen Weltanschauungen gibt. Viele der Tempel sind jedoch oftmals nicht nur einer einzigen, sondern gleichzeitig mehreren Gottheiten gewidmet, wobei aber stets eine Gottheit dominiert. Ein paar sehenswerte Tempel möchte ich im Folgenden vorstellen.

Wong Tai Sin Tempel: Wong gehört zu Hong Kongs beliebtesten Heiligen. Der Hirtenjunge soll einst im Alter von 15 Jahren von einem Unsterblichen in der Kunst unterrichtet worden sein, das Mineral Zinnober in ein Heilmittel zu verwandeln, das alle Krankheiten heilen konnte. So ganz nebenbei konnte Wong auch noch in die Zukunft sehen.

Sein Vorname Tai Sin bedeutet ‘Allmächtiger Gott’. 1915 wurde eine kleine Wong-Tai Sin-Statue von Einwanderen aus der Provinz Guangdong, genauer gesagt vom ersten Wong Tai Sin Tempel in Guangzhou, mitgebracht und in einem kleinen Tempel auf der Insel aufgestellt. Einige Jahre später erwarben die Wong-Tai-Sin-Anhänger auf der Halbinsel Kowloon ein Stück Land und erbauten dort einen neuen Tempel. Dieser wurde jedoch 1968 abgerissen und durch den heutigen Tempel ersetzt, der erst 1973 auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Der täglich von 7-17 Uhr geöffnete Wong Tai Sin Tempel (Metrostation Wong Tai Sin, Ausgang E) ist eigentlich das ganze Jahr über sehr belebt (jährlich über drei Millionen Gläubige!), doch zum Chinesischen Neujahrsfest und am Wong-Tai-Sin-Ehrentag versammeln sich hier Tausenden von Chinesen und man bekommt keinen Fuss auf den Boden. Der Eintritt ist übrigens frei, jedoch wird eine kleine Spende erwartet. Da Wong Tai Sin als hervorragender Wahrsager galt, suchen hier viele Chinesen Rat für alle Lebenslagen. In einem speziellen Ritual hoffen sie so auf gute Nachrichten. Dazu wird sich zuerst eine konkrete Frage überlegt und anschließend werden die chim (99 numerierte Bambusstäbchen in einem Rohr) solange geschüttelt, bis eines der Stäbchen herausfällt. Die Nummer auf dem chim entspricht einer poetischen Umschreibung der Wahrsagung, welche in einem Buch nachgeschlagen werden kann. Bevor man sich jedoch die Wahrsagung anschauen darf, müssen die Fragesteller noch die sing pui (halbmondförmige Holzstückchen) befragen, ob die Frage überhaupt zulässig ist. Sie werden auf den Boden fallen gelassen und nur wenn eine gewölbte Seite nach oben und die andere nach unten zeigt, wurde die Frage vom Heiligen akzeptiert. Andernfalls muss man ein neues Stäbchen schütteln 🙂 Was für uns Europäer belustigend wirkt, ist in der Chinesischen Religion ein fest verankerter Glauben und das selbstverständlichste der Welt. Man kann im Wong Tai Sin Tempel nicht nur alte Leute sondern Chinesen jeder Altersschicht bei diesem Ritual beobachten und auf ihren Gesichtern zeichnet sich förmlich der Wunsch nach einer positiven Deutung ihrer Fragen ab. In dem ein zweigeschossiger Bau befinden sich über 100 Wahrsagerpraxen.

Man Mo Tempel: Der von außen unscheinbare taoistische Tempel zwischen den Hochhäusern auf der Hollywood Road (Hong Kong Island) wurde während der britischen Kolonialzeit Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und ist damit einer der ältesten Tempel in Hong Kong. Er gehört zu den berühmtesten Tempel der Stadt, ist täglich von 8-18 Uhr geöffnet und der Eintritt ist frei. Er ist den beiden Göttern Man und Mo geweiht, was wörtlich für „Zivil und Militär“ steht. Man Cheong (mit der Schreibfeder in der Hand) ist der Gott der Literatur und wird besonders von Beamten und Staatsmännern verehrt. Zum Frühlingsfest kommen deswegen auch besonders viele Eltern in den Man Mo Tempel, um für den schulischen Erfolg ihrer Kinder zu bitten. Mo Kwan Kung (der Kriegsgott mit dem Schwert) gilt wegen seiner Tapferkeit als der Beschützer von Soldaten, Polizei, Pfandleihern, Antiquitätenhändlern und sogar als Schutzpatron von Geheimbünden wie den Triaden. Vielleicht befinden sich ja auch deswegen so viele Antiquitätengeschäfte in der näheren Umgebung. Im Innenraum des Tempels fallen natürlich sofort die großen, unzähligen glimmenden Weihrauchspiralen an der Decke auf, in dessen Mitte die Gebete der Gläubigen hängen welche mit dem Rauch zu den Göttern getragen sollen. Alleine schon dieser Anblick zusammen mit dem Duft des Weihrauches macht den ganz besonderen Flair dieses Tempels aus und ist einen Besuch wert. Im gleichen Gebäudekomplex befindet sich auch der vielen unterschiedlichen Gottheiten geweihte Tempel Lit Shing Kung. Hier lässt man sich wie auch im Wong Tai Sin Tempel die Zukunft aus dem Bambusorakel (chim) bestimmen.

 

Tempel der 10.000 Buddhas:

Der Tempel der 10.000 Buddhas ist hier aber bereits schon ausgeschildert und die hohe Pagode ist schon aus der Ferne sichtbar. Eigentlich handelt es sich ja nicht nur um einen einzigen Tempel, sondern um eine große Klosteranlage, welche zusammen 5 Tempel, 4 Pavillions und eine Pagode beinhaltet – der Tempel der 10.000 Buddhas ist lediglich das Hauptgebäude des Klosters. Wahrsager bieten auch hier ihre Dienste an und die Klosterküche serviert bei Bedarf ein günstiges, vegetarisches Essen. Eine Atraktion des Tempels ist natürlich auch die große neunstöckige Pagode, von deren Spitze man einen guten Ausblick über Sha Tin und das umliegende Tal hat. Auf einer Terrasse zwischen Halle und Pagode findet man die bunt angemalte Betonfiguren der 18 Luohan, der wichtigsten Schüler Buddhas, sowie eines weißen Elefanten der Pu Xian (dem Herrscher über das Feuer) und eines blaue Löwe der dem Weisen Wen Shu dient. Auf den oberen Ebenen des Tempels findet man die Ahnenhallen, in deren Wandnischen Urnen steht und die mit einer Kachel abgedeckt sind, auf der der Name des Toten und ein Photo angebracht sind. Zu deren Gedenken werden vor den Hallen in kleinen Öfen Opfergaben verbrannt. Hier oben befinden sich auch die weiteren 4 kleinen Tempel (Temple of The God of Heaven, Candi Buddha Temple, Kwun Yam Temple, Temple of the Nei Tor Buddha), welche jedoch bei einem Erdrutsch im Jahre 1997 teilweise stark beschädigt und bislang nur stückweise restauriert wurden.

 

Po Lin Kloster + Big Buddha: Das Po Lin Kloster (geöffnet täglich von 9-18 Uhr, Eintritt frei) auf Lantau Island zählt zu den wichtigsten Klöstern des Buddhismus und heisst wörtlich übersetzt “Kostbarer Lotus”. Es wurde 1924 gegründet, besteht in seiner heutigen Anordnung jedoch erst seit den 70er Jahren. Das Kloster setzt sich aus mehreren einzelnen Hallen und Tempel zusammen, die klassisch hintereinander auf einer Achse liegen. In der ersten Tempelhalle sitzt Milefo, der dicke lachende Buddha, um ihn herum stehen die Wächter der vier Himmelsrichtungen und in seinem Rücken weilt Weito, der Wächter und buddhistische Herold. Im großen Haupttempel findet man die auch aus anderen buddhistischen Tempeln bekannten drei Buddha-Statuen, welche die Buddhas der Vergangenheit, der Gegenwart und der die Zukunft repräsentieren. Die hinteren Gebäude dienen den privaten Meditationen der Mönche und Nonnen, die dort auch eine wertvolle burmesische Buddhastatue aus weißer Jade aufbewahren. Für Freunde des kulinarischen Genusses bietet das Po Lin Kloster von 11:30-17 Uhr seinen Besuchern die Möglichkeit zu einem vegetarischen Essen an. Direkt vor dem Kloster befindet sich der Aufgang zum schon von weitem sichtbaren Big Buddha (Tian Tan Buddha). Dieser 34 m hohe und 250 Tonnen schwere Bronze-Buddha ist einer der fünf größten Buddha-Statuen in China. Er wurde zwischen 1983 und 1993 im Auftrag des Po Lin Klosters zu rein touristischen Zwecken errichtet. Die Rechnung ging auf, denn seitdem bescherte der Big Buddha dem bis dahin entlegenen Po Lin Kloster einen wahren Besucheransturm. Der große Buddha sitzt frei auf einem Lotusthron, umgeben von acht kleineren Bronzestatuen. In seinem Innern befindet sich ein religiöses Heiligtum. Wer die 268 Stufen erklimmet, der kann bei schönem Wetter einen tollen Panoramablick vom 520 Meter hohen Ngong Ping Plateau geniessen. Es gibt mehrere verschiedene Möglichkeiten um zum Kloster bzw. Big Buddha zu kommen. Wer mit der Fähre anreisen möchte, der nimmt vom Central Pier 6 die Fähre nach Mui Wo auf Lantau Island (ca. 50 Min) und anschließend den Bus 2 nach Ngong Ping (ebenfalls ca. 50 Min). Schneller geht es natürlich mit der MTR (Metrostation Tung Chung, Ausgang B). Hier angekommen hat man dann wieder die Qual der Wahl, ob man mit dem Bus (Linie 23 nach Ngong Ping, ca. 50 Minuten), der Seilbahn “Ngong Ping 360” (ca. 25 Minuten mit herrlicher Aussicht) oder sogar zu Fuss auf die Spitze des Berges gelangen möchte (ca. 2 Stunden). Egal welche Anreise man auswählt, man kommt immer am Eingang des Touristendorfes auf der Bergspitze an und muss sich erst durch die Strasse mit den unzähligen Souvenierläden und Restaurants durcharbeiten.

Tin Hau Tempel: Tin Hau ist die Göttin des Meeres und damit die Schutzpatronin für Seefahrer und Fischer. Da Hong Kong komplett am Meer liegt ist sie verständlicherweise auch die bekannteste Gottheit der Stadt. Es gibt ca. 60 verschiedene Tempel (u.a. in Yau Ma Tai, Lei Yue Mun und Causeway Bay) welche in irgendeiner Form Tin Hau gewidmet sind – diese alle aufzuzählen würde den Rahmen an Informationen sprengen. Tin Hau war eine reale Frau, welche 960 als Tochter eines Fischers geboren wurde und bereits im Alter von 28 Jahren starb. Der Legende nach konnte sie aufkommende Taifune und schwere Stürme genau vorherzusehen und dadurch unzählige Fischer und Boote vor dem Ertrinken bewahren. Zudem rettete sie während eines schweren Sturms mit ihren übernatürlichen Kräften ihre Familie von einer sinkenden Dschunke. Er wird ihr auch nachgesagt, dass sie auf Wasser laufen konnte. In Gedenken an die Göttin Tin Hau findet jedes Jahr das große “Tin Hau Fest” statt, welches zu den wichtigsten traditionellen Festen im chinesischen Mondkalender zählt. Am 23. Tag des dritten Mondes (April/Mai) wird es leidenschaftlich in ganz Hong Kong gefeiert. Der älteste Tin Hau Tempel von Hong Kong wurde ursprünglich im Jahr 1266 erbaut und befindet sich in der Joss House Bucht auf der Insel Tap Mun Chau. Der bekannteste bzw. beliebteste aller Tin Hau Tempel ist aber wahrscheinlich jener in Yau Ma Tai auf der Kowloon-Seite. Der dortige Tempel wurde ursprünglich 1870 an einer anderen Stelle erbaut, zog jedoch 1876 zum jetzigen Standort um und wurde 1972 komplett renoviert. Auf seinem kleinen Vorplatz finden sich täglich viele Einheimischen zum Schachspielen ein und natürlich dürfen auch hier die üblichen Wahrsager nicht fehlen. Dieser Tempel nahe des Jade Markts dient auch immer mal wieder bei Gangsterfilmen in Hong Kong als Kulisse. Der Tin Hau Tempel in Causeway Bay ist bereits über 200 Jahre alt und verantwortlicher Namensgeber für die dortige MTR-Station und den gesamten Stadtbezirk.

 

Blumen-, Vogel- und Goldfischmarkt

Metrostation: Prince Edward (Ausgang B1).

In Hong Kong ist alles sehr zentral organisiert und so wundert es auch nicht, dass der Verkauf bestimmter Waren hauptsächlich in bestimmten Bezirken bzw. Straßen der Metropole erfolgt. Als Europäer ist es schon schwer den Überblick über das reichhaltige Angebot zu behalten, wenn sich in den Straßen ein Elektro- oder Delikatessenhandel an den anderen reiht, die Chinesen jedoch lieben dieses System und genießen die riesige Auswahl. Im Stadtteil Mong Kok findet man neben anderen Branchen auch den Blumen-, Vogel- und Goldfischmarkt.

In der Flower Market Road nahe der Metrostation findet man – wie der Name schon sagt – ausschließlich Blumen und Pflanzen. Täglich von 7 – 19 Uhr werden auf dem Blumenmarkt exotische Blumen, Bonsaibäume, glücksbringende Topfpflanzen und farbenprächtige Blumensträuße in Fachläden und Discountern angeboten. Es ist tolles Erlebnis, wenn man die Strasse entlanggeht und die Luft dabei von süßen Blütendüften efüllt ist. In Hong Kong ist es sehr beliebt, seine kleine Wohnung mit etwas Grünem und Blühendem zu verschönern und egal zu welcher Uhrzeit man auf dem Blumenmarkt ist, die Läden sind eigentlich immer rappelvoll mit Kunden (davon können die Blumengeschäfte in Deutschland nur träumen). Dabei sind die Preise eigentlich recht happig, denn praktisch alle Blumen müssen nach Hong Kong importiert werden. Wenn man einen Blumenstrauss verschenken möchte, so sollte man darauf achten, dass in diesen keine weissen Bänder oder Schleifen eingearbeitet sind. Weiss ist in China die Farbe des Todes und der Trauer und ein solcher Strauss würde dementsprechend als schlechtes Omen bzw. als Beleidigung gedeutet werden.

Das beliebteste Haustier der Chinesen ist nicht nur wegen der extrem beengten Wohnverhältnisse ein Singvogel, denn dort ist das Züchten und Aufziehen der Tiere bereits seit langer Zeit eine althergebrachte Freizeitbeschäftigung. Wie wir mit einem Hund spazieren gehen, so führen auch Chinesen ihre Lieblinge an die frische Luft. In den Parks sieht man vor allem ältere Männer, die mit ihren Käfigen unterwegs sind oder sie in einen Baum gehängt haben, wo die Vögel sich lautstark bemerkbar machen dürfen. Auf dem Vogelmarkt (täglich von 7 – 20 Uhr) am Ende der Flower Market Road findet man in der Yuen Po Street alles was das Herz eines Vogelliebhabers begehrt und zur Pflege dieses Hobbys nötig ist. Es werden Tausende von farbenprächtigen und auch unscheinbaren Vögeln zum Kauf angeboten, deren Zustand einem jedoch manchmal zu Denken gibt. Als leidenschaftlicher Tierschützer sollte man den Vogel-Markt lieber von der Liste der sehenswerten Orte streichen, dabei werden die Tiere dort wesentlich besser gehlten, als beispielsweise auf dem Geflügelmarkt. Neben den Tieren werden jedoch auch kunstvoll geschnitzte Käfige, Lebendfutter und sonstiges Allerlei angboten. Der Markt ist für die Einheimischen aber der Treffpunkt schlechthin, um über seine gefiederten Freunde zu reden und diese auch vorzuführen. Als Europäer kaum zu verstehen, aber man füttert den Vögeln in China sogar Honig-Nektar, um ihren Gesang noch lieblicher zu machen. So sieht man die meist älteren Chinesen an jeder Ecke in leidenschaftliche Gespräche vertieft.

In der Tung Choi Street (südlich vom Blumenmarkt) findet man den belebten Goldfischmarkt (täglich 10:30 – 22 Uhr). Der Fisch hat einen großen Symbolcharakter in der chinesischen Kultur, denn er gilt als Symbol des Überflusses. Wer hätte nicht gerne Gold im Überfluss und so wundert es da natürlich nicht, dass der Goldfisch der beliebteste aller Fische ist. In den zahlreichen Fachgeschäften entlang der Strasse drängeln sich die interessierten Chinesen, um neben den Fischen auch Aquarien und das nötige Zubehör zu kaufen. Die meisten Fische hängen dabei bereits Mitnahmebereit zu Hunderten in Plastiktüten mit etwas Wasser an den nach vorne offenen Eingängen der Läden und bieten dabei einen ungewohnten Anblick. Es werden neben den Goldfischen natürlich auch zahllose exotische Zierfischarten angeboten und ein Blick in die teilweise perfekt gestalteten Aquarien lohnt sich immer.

Parks

Kommen einem die geschäftigen Zentren von Hongkong stets überfüllt und unruhig vor, so gibt es doch zwischen den Wolkenkratzern auch eine Reihe von beschaulichen Parks. Diese gepflegten und sauberen Anlagen werden vor allem von erholungssuchenden Einheimischen gerne aufgesucht und bieten meist eine Fülle von abwechslungsreichen Möglichkeiten der Beschäftigung. Wer also ebenfalls mal der Hektik und dem Lärm des Alltags entfliehen möchte, der braucht nur den nächsten Park aufsuchen.

Der knapp 14 Hektar große Kowloon Park (Metrostation Tsim Sha Tsui, Ausgang Haiphong Road) an der Nathan Road wurde 1970 offiziell eröffnet und ist eine absolute Oase der Ruhe inmitten der Verkehrs- und Einkaufshektik von Tsim Sha Tsui und die grüne Lunge der Stadt. Unglaublich aber wahr – kaum hat man an der Moschee vorbei (die größte in Hong Kong, die von den Briten für die vielen islamischen Angehörigen ihrer Armee erbaut wurde) die Stufen hinauf den Park betreten, dringt kein Lärm der Hauptstrasse mehr an das Ohr und man hört nur noch Vogelgezwitscher. Rechts befindet sich der Skulpturengarten, in dem junge Künstler aus Hong Kong und anderen Regionen ihr Werke längere Zeit ausstellen können, bevor die Anlage mit neuen Werken arrangiert wird. Der Park ist im klassischen chinesischen Stil angelegt und überall stehen zahlreiche Bänke, auf denen Leute Zeitung lesen, schlafen oder Brettspiele spielen. Der Park bietet mit dem Labyrinth, den Flamingo- und Schildkrötenteichen, dem Irrgarten, dem Chinesischen Garten und den großen Vogelkäfigen eine Menge kostenlose Abwechslung im Herzen der Großstadt. Wer also mal etwas abschalten und Kraft tanken möchte, der ist hier genau richtig! Der nördliche Teil der Anlage ist verschiedenen Sportanlagen vorbehalten, wie z.B. einem Hallen- und Freibad, Squash-, Badminton-, Tennis- und Tischtennisplätzen.

Den öffentlichen Hong Kong Park (Metrostation Admiralty, Ausgang C1) gibt es eigentlich noch gar nicht so lange, denn er wurde erst 1991 mitten im Businessviertel Central zwischen den modernen Hochhäusern in einer Baulücke eröffnet. Mittlerweile gilt diese Ruheoase aber als der schönste Park der Stadt. Früher befand sich auf dem 8 Hektar großen Gelände eine Kaserne, zu der auch das Wohnhaus des Kommandanten gehörte, das Flagstaff House, welches das älteste (1846) Kolonialgebäude des Territoriums ist. Heute ist in diesem Gebäude ein Tee-Museum untergebracht, in dem man eine Vielzahl von liebevoll zusammengestellten Ausstellungsstücken rund um die Herstellung, die Zubereitung und den Genuß von Tee anschauen kann. Der absolute Höhepunkt des Hong Kong Parks ist aber das begehbare Aviarium, eine riesige Vogelvoliere, in der man sich auf einem Brückenpfad hoch oben in den Baumwipfeln auf die Suche nach den ca. 150 exotischen Vogelarten aus dem Regenwald Malaysias machen kann. Mitten in dieser tropischen Umgebung kann man die Tiere bei der Futtersuche oder im Flug beobachten und man vergisst mit Sicherheit den Großstadtdschungel direkt hinter dem Zaun. Am Rande des Hong Kong Parks befindet sich zudem das Standesamt der Stadt, weshalb man hier häufig auf frisch vermählte Brautpaare trifft, die den Park als Kulisse für die Hochzeitsfotos nutzen. Die vielen Springbrunnen, Brücken, Wasserfälle und Teiche mit wunderschönen Seerosen und Lotusblüten bieten sich dafür aber auch geradezu an. Den ganzen Tag über ist der Park herrlich belebt und man kann von den Parkbänken oder dem Aussichtsturm aus prima die verschiedensten Menschen beobachten. Während am frühen Morgen hauptsächlich die Tai Chi Anhänger ihre Übungen machen, kommen gegen Mittag die Bank- und Büroangestellten der umliegenden Wolkenkratzer zur Erholung hierher und werden am Nachmittag von den Brautpaaren inkl. kompletter Hochzeitsgesellschaft abgelöst.

Der größte öffentliche Park Hong Kongs ist der nach der ehemaligen Königin von England benannte Victoria Park (Metrostation Causeway Bay, Ausgang E) und liegt auf Hong Kong Island am Ostrand des Geschäftsviertels. Der Park war früher eigentlich als Teil des Victoria-Hafens ein Typhoon-Schutzhafen für die Boote und wurde erst in den Fünfzigern zum Park umgewandelt und schließlich 1957 offiziell eröffnet. 2000 und 2002 wurde er dann nochmals in seiner heutigen Form neu bepflanzt. Er ist bei den Einheimischen sicherlich der beliebteste Park der Stadt und so etwas wie der “aktive Park”, schließlich gibt es hier nicht nur große Grünflächen und palmengesäumte Spazierwege, sondern auch viele Sportanlagen. In den frühen Morgenstunden trifft man im Victoria Park auf Jogger, gymnastikbegeisterte Rentner und Tai-Chi-Gruppen. Neben den 6 Tennisplätzen (welche auch für mehrere internationale Turnier genutzt werden) und den großen Plätzen für Rasenbowling, bietet der Park auch ein Schwimmbad, einen Trimmpfad, einen Fussmassageweg und spezielle Wasserbecken, in denen sich die Leute Rennen mit ihren ferngesteuerten Booten liefern können. Für die Kinder wurden zudem große Spielplätze angelegt. Am Wochenende kann es im Park aber ziemlich voll werden und während besonderer Festtage (z.B. Chinesisches Neujahr, Mondfest, 4. Juni) feiern hier Tausende von Menschen und der Park platzt aus allen Nähten. Man darf sich allerdings nicht an Katzen stören, denn davon laufen hier im Park wirklich Unmengen herum.

Symphony of Lights

 

Hong Kong hat mit der großen Lichtshow Symphony of Lights eine ganz besondere und einzigartige Attraktion für die Touristen etabliert. Jeden Abend um 20 Uhr werden rund um den Victoria-Hafen auf beiden Seiten der Meerenge insgesamt 43 Hochhäuser eindrucksvoll mit LED-Lichtern, Suchscheinwerfern, Flutlichtern und Lasern für ca. 15 Minuten in Szene gesetzt, wobei gleichzeitig passende Musik im Radio auf FM 103.4 MHz ausgestrahlt wird (oder auf das eigene Handy wenn man 35665665 wählt). Dieses aufwendige Multimedia-Spektakel führte bereits zu einem Eintrag ins Guiness Buch der Weltrekorde als “Weltgrößte dauerhafte Licht- und Soundshow”. Die Hochhäuser überbieten sich fast gegenseitig mit ihren farbenprächtigen Beleuchtungen, die teilweise sogar an die Jahreszeit angepasst sind. Ein Anblick den man sich bei einem Besuch von Hong Kong eigentlich nicht entgehen lassen sollte!

2003 bekam die australische Firma Laservision den Auftrag zu touristischen Zwecken eine Lichtshow in Hong Kong zu installieren, welche schließlich 2004 erstmals angeschaltet wurde (damals noch 18 Gebäude auf der Island-Seite). Im Jahr 2005 wurden zwei weitere Installationsphasen abgeschlossen und nun wurde auch die Kowloon-Seite in die Show integriert – insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt schon 31 Gebäude in die Show einbezogen. Bereits die frühere Phase 2005 brachte den Eintrag ins Guiness Buch der Weltrekorde, welcher bereits nach Fertigstellung der späteren Phase gebrochen wurde. 2007 wurde schließlich die vierte und letzte Phase abgeschlossen – nun mit 43 beteiligten Gebäude (23 auf der Island- und 20 auf der Kowloon-Seite). Natürlich wurde dadurch der eigene Rekord erneut gebrochen bzw. verbessert. Die komplette Show ist in ihrem Ablauf in 5 unterschiedliche Abschnitte unterteilt, welche farblich und musikalisch entsprechend aufgebaut sind: Awakening, Energy, Heritage, Partnership and Celebration. An Festtagen wird auch meist noch zusätzlich ein Feuerwerk mit eingebaut.

Zur Betrachtung der Symphony of Lights gibt es zwei wirklich gute Aussichtspunkte, einen auf der Kowloon- und einen auf der Island-Seite. Auf der Kowloon-Seite muss man sich einfach nur zur erhöhten Aussichtsterrasse (Sitzplätze!) am Kowloon-Pier bzw. auf die “Avenue of Stars” begeben – ist eigentlich nicht zu verfehlen. Auf der Island-Seite bietet sich der beste Blick von der Wan Chai Uferpromenade (Metrostation Wan Chai, Ausgang A5, Schildern Richtung W.C. Ferry Pier folgen und ein Stück weiter am Ufer nach Osten laufen). Dieser Platz ist jedoch nichts für Leute mit einer Hundephobie, denn abends ist dies ein Sammel- und Spielplatz für Leute mit Hunden. Ich persönlich finde den Blick auf die Island-Seite (also Standort Kowloon) wegen der tollen Skyline wesentlich besser und eindrucksvoller. Das finden jedoch auch die meisten anderen Touristen und daher ist es auf der Kowloon-Pier auch immer wesentlich voller als an der Wan Chai Uferpromenade. Wer beide Seiten der Show gleichzeitig sehen möchte, der muss an einer speziellen Hafenrundfahrt zu diesem Zeitpunkt teilnehmen oder einfach mit der Star Ferry zur richtigen Zeit übersetzen. Gute Fotos kann man während so einer Fahrt auf einem wankenden Schiff jedoch nicht machen, denn für solche Aufnahmen ist eine längere Belichtungszeit und ein Stativ nötig. Trotzdem versuchen es die Touristen immer wieder und man sieht überall auf den Booten die Blitzlichter aufleuchten.

Hong Kong Disneyland

Metrostation: Sunny Bay, Weiterfahrt mit der Disneyland Resort Line.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es handelt sich hierbei eigentlich nicht wirklich um ein Highlight, sondern eher um eine Riesen-Enttäuschung!
Am 12. September 2005 wurde auf der Insel Lantau mit Paraden, Konzerten, Prominenten und einem traditionellen Löwentanz feierlich das Hong Kong Disneyland eröffnet (350 HKD, täglich 10 – 19 Uhr), welches damit neben Tokyo Disneyland Park bereits das zweite in Asien ist. Der mitlwerweile fünfte Themenpark aus dem Hause Disney ist mit seinen 126 ha zwar der kleinste der Familie, soll aber dennoch mit seinen 21 Hauptattraktionen jedes Jahr ca. 6 Millionen Besucher anlocken. Zum Vergleich: der Tokyo Disneyland Park ist mit knapp 18 Millionen Besuchern jährlich der meistbesuchte Freizeitpark der Welt.

In das Hong Kong Disneyland wurden insgesamt 2,5 Milliarden Euro – davon mehr als die Hälfte als staatlicher Zuschuss – investiert. Der Vergnügungspark soll dem Disney-Konzern helfen, auch mit seinen anderen Produkten in China Fuß zu fassen, während sich Hong Kong von diesem Projekt weiteren Auftrieb für die Tourismusindustrie erhofft. Obwohl für den Bau des Themenparks eine ganz Bucht mit Sand aufgeschüttet werden musste, war der Standort Lantau Island für die Verantwortlichen von Disneyland besonders attraktiv, da innerhalb eines Radius von knapp 500 Kilometern mehr als 140 Millionen Menschen erfasst werden, die sich zudem eines wachsenden Wohlstands erfreuen und eine westliche Annäherung wünschen. Um nicht den gleichen Fehler wie beim Bau des Euro Disney Resort in Paris zu machen, hat der Konzern dieses mal bei der Planung etwas mehr Fingerspitzengefühl an den Tag gelegt. Von Beginn an wurde daher ein Geomanter verpflichtet, der das neue Disneyland nach allen Regeln des Feng Shui aus- und eingerichtet hat (z. B. musste das Eingangstor um 12 Grad verschoben werden und eine künstlichen Quelle geschaffen werden, damit die Energie fließen kann). Desweiteren haben die zwei Hotels (ca. 1000 Zimmer) kein zweites, viertes und auch kein fünftes Geschoß, denn alle diese Zahlen bedeuten für den Chinesen etwas Negatives (z. B. klingt die Zahl 4 gesprochen wie das Wort für Tod). In den Restaurants findet man neben den üblichen Burgern auch chinesische Spezialitäten (z.B. Dim Sum).

Am einfachsten kommt man mit der Metro zum Hong Kong Disneyland, wobei man an der Station Sunny Bay in die Disney Resort Line umsteigen muss. Dieser spezielle Zug ist ganz im Zeichen von Mickey Mouse gehalten und man findet das bekannte Profil in den Fenstern und Handgriffen wieder 🙂 Vorbei an dem großen Brunnen gelangt man zum Parkeingang. Wie bei Disneyland üblich, gliedert sich der Park in verschiedene Themenbereiche: Main Street USA, Fantasyland, Adventureland und Tomorrowland. Die Main Street USA besticht wie üblich durch die zahlreichen Shops und ist einmal am Tag Schauplatz einer Parade. Im Fantasyland findet man eine recht kleine Ausführungs des Cinderella-Schlosses und die gängigen Disney-Kinderkarussells. Mit Ausnahme des 3D-Kinos kann hier von Attraktionen aber leider keine Rede sein. Auch das sehr kleine Adventureland überzeugt leider nicht mit irgendwelchen Highlights. Das Baumhaus von Tarzan ist zwar ganz nett gemacht aber bereits nach 5 Minuten erkundet. Die kurze Bootsfahrt auf dem Fluss könnte eigentlich ganz nett sein, wenn die Angestellten diese nicht in einem Affentempo durchführen würden, denn dadurch hat man an den interessanten Stellen so gut wie keine Gelegenheit etwas zu sehen. Obendrein werden auch immer die gleichen unlustigen Sprüche geklopft. Einzig und allein die Show “König der Löwen” im großen Theater ist wirklich sehenswert. Bleibt also nur noch das Tomorrowland, das mit dem Space Mountain die einzige Achterbahn im Disneyland bietet. Doch der Schein trügt leider, denn diese Achterbahn hat nichts mit dem großen Bruder in Europa zu tun. Sie bietet nur eine lasche Fahrt im Halbdunkeln und auf die atemberaubende Anfangsbeschleunigung wartet man vergeblich. Sorry, aber da ist selbst die Wilde Maus auf der Kirmes besser. Ansonsten gibt es aber auch in diesem Themenbereich leider nichts, was eigentlich in einen Freizeitpark gehören würde. Jeden Abend findet am Schloss ein großes Feuerwerk statt und wer es schafft die Zeit bis dahin zu überbrücken, der wird sich davon überzegen können, dass die Chinesen doch von irgendetwas ihr Handwerk verstehen, denn dieses Feuerwerk ist wirklich grandios!

Fazit: Wer mich kennt, der weiss wie sehr ich Vergnügungsparks liebe und dabei vor allem Disneyland. Um so trauriger bin ich feststellen zu müssen, dass das Hong Kong Disneyland sein Geld leider absolut nicht wert ist. Der Park ist sehr klein gehalten und ohne Probleme an einem halben Tag zu erkunden. Es fehlen einfach die großen (oder zumindest etwas größeren) Attraktionen, denn nur ein tolles Feuerwerk und eine gute Show sind zu wenig für die Ansprüche an den Namen Disney. Kleine Kinder kommen mit Sicherheit auf ihre Kosten, der Rest wird sich jedoch sehr schnell langweilen! Mein Tipp: lieber den hohen Eintrittspreis sparen und dafür einen schönen Tag im Ocean Park verbringen!

Jade Markt

Metrostation: Yua Ma Tei (Ausgang C).

Bereits seit Jahrtausenden wird Jade in China als das kostbarstes Material verehrt und ist daher ein sehr beliebter Schmuckstein. Jade steht als Symbol des Wohlstandes und nach der chinesischen Legende glaubt man, dass Jade magische Kräfte hat und jeden der den Edelstein trägt, vor körperlichen Schäden schützt. Um gesund zu bleiben und sich vor bösen Geistern zu schützen, tragen auch heute noch viele Chinesen ihr Leben lang Schmuckstücke aus Jade (Männer meist als Fingerring, Frauen als Halskette).

Das größte Angebot findet man auf dem Jade Markt (täglich von 10 – 17 Uhr) in der Kansu Street, wo etwa 450 registrierten Händlern kunstvolle Amulette, Ringe, Armreifen, Tierfiguren und vieles mehr anbieten. In der Markthalle treffen sich neben den neugierigen Touristen auch viele Kenner und Sammler. Überall auf dem Markt kann man den Leuten beim Feilschen zuschauen, denn egal was man hier kaufen möchte, der Preis muss immer hart ausgehandelt werden! Wenn es dabei jedoch um ein kostbares Stück geht, wird sehr diskret in Zeichensprache verhandelt, welche nur den Eingeweihten bekannt ist. Will man jedoch etwas mehr Geld investieren, sollte man unbedingt einen Experten zu Rate ziehen, denn es sind auch viele billige Imitate auf dem Markt. Echte Jade lässt sich z.B. nicht mit dem Messer zerkratzen und Wassertropfen verlaufen nicht auf der Oberfläche. Manche Verkäufer versuchen mittlerweile sogar dem unwissenden Touristen täuschend echt aussehenden Kunststoff als echte Jade zu verkaufen. Wenn man also ganz sicher gehen will, dann sollte man Jade nur bei Schmuckgeschäften mit dem HKTA-Logo kaufen.

Bei dem Begriff Jade denken die meisten Leute sofort an die Farbe Grün, aber es kommt auch weiße, violette, honig- und rosafarbene, gelbe und sogar schwarze Jade vor. Dabei sind die Qualitäten und entsprechend die Preise sehr unterschiedlich. Jade kommt in zwei unterschiedlichen Silikat-Materialien vor: das gewöhnlichen Nephrit und das erst seit dem 18. Jahrhundert bekante Jadeit. Weil es dichter, härter und seltener ist, wird das Jadeit dabei wesentlich mehr geschätzt.

Ocean Park

Metrostation: Admiralty (Ausgang B), Weiterfahrt mit dem Bus 629.

Im Süden von Hong Kong Island, nahe Aberdeen, liegt der ältere der zwei großen Vergnügungsparks. Der 1977 eröffnete Ocean Park (185 HKD, täglich 10 – 18 Uhr, am Wochenende bis 0 Uhr) beinhaltet einen der größten Unterwasserparks weltweit und alleine die schöne Lage auf den Hügeln an der Küste macht ihn bereits einmalig auf der Welt. Das 87 ha große Gelände mit seinen ca. 40 Attraktionen gliedert sich in zwei völlig verschiedene Teile, wobei das Lowland und das Headland durch eine 1,5 km lange Seilbahn miteinander verbunden sind, von der aus man während der 10minütigen Fahrt einen tollen Blick auf die Küste der Deep Water Bay geniessen kann. Der Ocean Park lockt vor allem mit einem riesigen künstlichen Riff, einer Delfinshow, zwei Pandabären, Pinguinen, Seerobben, vielen Achterbahnen, Vogelhäusern und weiteren Attraktionen. Für einen Besuch sollte man einen ganzen Tag einplanen und dabei einen Wochentag vorziehen, da der Park am Wochenende recht voll ist.

Den Besuch des Ocean Park beginnt man am Besten im Lowland, welches vor allem für kleinere Kinder interessant ist. Neben den typischen Kinderkarussells findet man aber auch eine Gocart-Bahn, die Goldfischpagoden, und den Whiskers’ Wild Ride.

Folgt man dem Anmal Path so gelangt man zielsicher zu den absoluten Besucherlieblingen des Ocean Parks, denn im Panda Habitat kann man dem Treibn von den zwei beliebten Pandabären An An and Jia Jia zuschauen. Die beiden Tiere waren 1999 ein Geschenk der chinesischen Regierung und wenn man die zwei so vor sich sieht, weiss man genau welches Tier als Vorlage für den Teddybären gedient hat 🙂 Im Anschluss an das Panda Habitat findet man eine kleine Dinosaurierwelt, welche vor allem bei den Kindern unheimlich beliebt ist. Das große Schmetterlingshaus sollte man aber auf gar keinen Fall auslassen (man kann sich in diesem Tropenhaus frei zwischen den umherfliegenden Schmetterlingen bewegen). Der Amazonasnachbau bietet neben einer Hängebrücke und ein paar Vögeln leider nur eine Menge Plastiktiere. Abgerundet wird das Angebot im Lowland jedoch noch durch zwei Tiershows (Seelöwen- und Vogelshow) und die vielen kleinen Restaurants.
In der Seilbahngondel geht es vom Lowland die 1,5 km hinüber auf die andere Seite des Berges zum Headland.

Dieser Teil des Parks ist für die meisten Besucher der attraktivere, da sich hier die aufregenden Fahrgeschäfte und das weltweite bekannte Aquarium befinden. Das auf 4 Etagen nachgebaute Riff-Atoll fasst mehr als 2 Millionen Liter Wasser und beherbergt ca. 5000 Fische von 400 verschiedene Arten. Es bietet daher eine Menge zu entdecken und in jeder Wassertiefe kann man andere Fische bestaunen, allen voran natürlich den bereits über 80 Jahren alten Giant Grouper, den größten Fisch im Aquarium. Direkt nebenan befindet sich das große Haiaquarium mit seinem Unterwassertunnel, wo man mehr als 70 Haie (ca. 30 verschiedene Arten) anschauen kann. Für einige dieser Arten wird im Ocean Park sogar ein eigenes Zuchtprogramm betrieben. Ein weiteres Highlight im Headland ist die stets gut besuchte Delphin- und Seelöwenshow. Mit dem Dragon und dem Mine Train findet man hier auch zwei klassische Achterbahnen.

Den besonderen Kick gibt es hier aber noch dadurch, dass die beiden Attraktionen genau an den Rand der Klippen gebaut wuden und man dadurch eine grandiose Aussicht während der Fahrt hat (oftmals ziehen hier auch Adler ihre Kreise). Warteschlangen gibt es hier eigentlich so gut wie nie, denn die Chinesen mögen diese Art von Nervenkitzel scheinbar nicht. Ich glaube in einem westlichen Freizeitpark würde die Hälfte von Ihnen an einem Herzinfarkt sterben 🙂 Das Angebot im Headland wird noch durch einen Freefall-Tower, eine Wildwasserbahn, Schiffsschaukel und weitere Fahrgeschäfte ergänzt. Alles in allem recht abwechslungsreich und damit um Längen besser als das Disneyland Hong Kong! An der Ostflanke des Hügels kann man mit einer der längsten Rolltreppen der Welt hinunter zum letzten Teil des Ocean Parks fahren. Hier befindet sich das Middle Kingdom, in dem berühmte Bauwerke aus China in verkleinertem Maßstab nachgebaut wurden. Desweiteren kann man durch ein großes Freiluft-Vogelhaus gehen und sich die verschiedensten Vogelarten anschauen.

Das 2005 eröffnete Hong Kong Disneyland ist eine erhebliche Konkurrenz für den Ocean Park, der bereits in den vergangenen Jahren Verluste hinnehmen musste. Um diesem Trend entgegenzuwirken und die Attraktivität des Parks zu steigern, soll dieser in den nächsten Jahren erheblich umgebaut bzw. vergrößert werden. Dabei sollen vor allem Attraktionen geschaffen werden, die es in Disneyland nicht gibt. Geplant sind neben Hotels und der direkten Metroanbindung vor allem weitere Unterwasserwelten und Wellnessprojekte. Der Umbau beginnt bereits 2006 und soll bis 2009 abgeschlossen sein.

Strände

Eigentlich ist die Weltmetropole Hong Kong ja nicht das typische Reiseziel für Strandurlauber, aber dennoch gibt es ein paar Strände dort, an denen man durchaus mal an heißen Tagen etwas relaxen kann. Hier erinnert rein gar nichts mehr an die belebte und hektische Großstadt und man kommt sich vor wie in einer ganz anderen Welt. Wer hier jedoch palmengesäumte Traumstrände wie in anderen asiatischen Ländern (z.B. Thailand oder Malaysia) erwartet, der wird bitterlich enttäuscht. Die schönsten Strände (z.B. Long Ke Wan auf der Halbinsel Sai Kung) liegen allerdings in den New Territories oder auf den kleinen vorgelagerten Inseln und sind nur sehr zeitaufwendig zu erreichen. Daher sind bei den Touristen die Strände im Süden von Hong Kong Island wesentlich beliebter, gelangt man dort doch sehr schnell und einfach hin. Was jedoch die Wasserqualität rund um Hong Kong angeht, so muss halt jeder für sich selber entscheiden, ob er ein Bad im Meer nehmen möchte oder nicht 😉

Im Süden von Hong Kong Island findet man in der Deep Water Bay, der Repulse Bay und der Stanley Bay auch gleich 3 saubere und gepflegte Strandabschnitte relativ nahe beinander. Dorthin gelangt man sehr einfach und günstig mit den Buslinien 6, 6A, 6X und 260 (z.B. vom Busterminal an der MTR-Station Central), welche alle 3 Buchten der Reiche nach anfahren. Bei allen dortigen Stränden ist es üblich, dass die Badegäste durch Hainetze vor unliebsamen Besuchern aus dem Meer geschützt und die Strände in der Hochsaison normalerweise von mehreren Rettungsschwimmern überwacht werden.

Als erstes kommen die Busse an der Deep Water Bay vorbei, welche wunderschön in die hohen Berge rundherum eingebettet ist. Dies ist eine Wohngegend für wirklich wohlhabende Leute, denn die großen Villen an den Berghängen mit Blick auf das Meer können sich nur die wenigsten leisten. Direkt an der Hauptstraße liegen auf der einen Seite der Golfplatz und auf der anderen Seite der kleine Strand der Bucht, in der meistens einige Yachten vor Anker liegen. Der kleine Strand der Deep Water Bay ist unter Touristen bei weitem nicht so bekannt wie der an der Repulse Bay, ist aber in meinen Augen wesentlich schöner bzw. sogar der schönste im Süden von Hong Kong Island. Gerade weil es die meisten Touristen zur beliebteren Repulse Bay zieht, geht es hier am Strand der Deep Water Bay erfreulicherweise wesentlich ruhiger zu und man trifft hauptsächlich auf Einheimische. Gesäumt wird der ganze Strand von einer Reihe von Flammenbäumen, große Gebäude direkt am Strand oder Restaurants sucht man hier vergeblich und am Ostende des Strandes gibt es einen großen Bereich mit fest installierten Grillplätzen, wo man den ganzen Tag über gemütlich ein nettes Barbecue veranstalten kann. Dieser Strand ist von den drei Orten auf Hong Kong Island mein ganz klarer persönlicher Favorit! Wer sich für einen kleinen Fussweg nicht zu schade ist, der kann auch vom Strand aus über einen kleinen lohnenswerten Pfad direkt an der Küste entlang rüber bis zur Repulse Bay laufen.

An der benachbarten Repulse Bay, einem vornehmen und teuren Wohnviertel, findet man unterhalb der Hauptstraße den längsten Sandstrand von Hong Kong Island, welcher gleichzeitig auch bei Touristen wie Einheimischen der mit Abstand beliebteste Strand von ganz Hong Kong ist. Bezüglich der Namensgebung der Bucht gibt es zwei widersprüchliche Theorien. Die einen behaupten, der Name stamme aus dem 19. Jahrhundert, als die Bucht noch von Piraten als Unterschlupf nach Ihren Angriffen auf die Handelsschiffe genutzt wurde, diese jedoch letztendlich von der britischen Flotte zurückgeschlagen (repulse=zurückschlagen) und vertrieben wurden. Der anderen Theorie zufolge stammt der Name von dem gleichnamigen Schiff “HMS Repulse”, welches einmal in der Bucht stationiert war.

Der Strand selber zählt zwar zu einem der schönsten Stränden der Metropole, ist auf Grund seiner Beliebtheit jedoch für meinen Geschmack viel zu voll und platz natürlich vor allem am Wochenende aus allen Nähten (mehrere Tausend Besucher!). Wer es ruhiger haben möchte, der sollte lieber auf den Strand der Deep Water Bay ausweihen. Der saubere Strand an der Repulse Bay bietet neben dem tollen Blick auf die umliegenden kleinen Inselchen auch Umkleidekabinen, Duschen, Bänke, im Schatten liegende Grillplätze und das rosagestrichenen Clubhaus der Rettungsschwimmer, welches im traditionellen chinesischen Stil erbaut wurde. Um den Badespass der Besucher noch weiter zu erhöhen, sind in der Bucht obendrein mehrere kleine Badeinseln verankert, auf denen man sich hervorragend sonnen und entspannen kann. In der Nähe des Strands findet man noch einen kleinen Leuchtturm und den Zhenhai Tower Park, einen traditionellen chinesischen Garten mit einem Tempel und 2 großen Götterstatuen. Oberhalb der Hauptstraße findet man im “Repulse Bay”-Komplex u.a. edlen Einkaufsläden, Restaurants und das gleichnamige Luxushotel. Aber auch abseits davon findet man zahlreiche Supermärkte, Shops, Cafes und Restaurants. Die Restaurants entlang der Bay bietet zwar vorzügliches Essen an, jedoch leider zu nicht ganz so vorzüglichen Preisen. Hier in der Repulse Bay ist halt alles ein wenig teurer. Bekannt ist die Repulse Bay aber natürlich auch noch durch das markante Hochhaus mit dem großen Loch in der Mitte. Dies ist ein Beispiel für die angewandte Kunst des Feng Shui, denn das Loch wurde einzig und allein aus dem Grunde ausgespart, weil einer Legende nach in den Bergen hinter dem Hochhaus ein Drache leben soll, dem man keinesfalls die Sicht auf das Meer versperren wollte. Im Osten des langen Sandstrandes findet man an der Repulse Bay noch zwei weitere kleinere Sandstrände (Middle Bay Beach und South Bay Beach), die jedoch nur mit einem kurzen Fussmarsch zu erreichen sind. Wegen der leichten Abgeschiedenheit vom Hauptstrand geht es dort deutlich ruhiger zu (Anmerkung: Middle Bay Beach ist vor allem bei Schwulen beliebt).


Die letzte Anlaufstelle der Buslinien 6, 6A, 6X und 260 ist der kleine Ort Stanley an der gleichnamigen Stanley Bay, der jedoch weniger für seine Strände, als vielmehr für seinen Markt bzw. seine Attraktivität unter Nachtschwärmern bekannt ist. Der Küstenort bietet eine große Auswahl an Bars und tollen Restaurants und ist daher auch unter Einheimischen sehr beliebt zum abendlichen Ausgehen. Hier trifft man vor allem auf Amerikaner, die den Ort mehr und mehr als Domizil für luxuriöse Ferienwohnungen bzw. als Aufenthaltsort für Dauertouristen entdeckt haben. Wirklich berühmt ist Stanley aber für seinen Markt, auf dem auch die Einheimischen sehr gerne einkaufen bzw. auf Schnäppchensuche gehen. Hier gibt es an den vielen kleinen Ständen vor allem Schuhe, Kleidung und typische Souvenirs deutlich günstiger als auf den bekannten Touristenmärkten bzw. Einkaufszentren in Kowloon. Es gibt rund um Stanley neben dem Hauptstrand noch mehrere kleine Strände, die über Seitenstraßen erreicht werden können (Vorsicht: das Gebiet südlich von Stanley ist militärisches Sperrgebiet!). Die Strände bzw. in erster Linie natürlich der Hauptstrand des Ortes ziehen vor allem auch Windsurfer an, denn die vorherrschenden Bedingungen hierfür sind dort einigermaßen gut. Der Hauptstrand selber ist aber bereits relativ klein und auf Grund der Bekanntheit des Ortes (bzw. des Marktes) auch recht belebt. Dadurch wirkt der Strand dort aber auch leider sehr oft überfüllt. Wer so etwas mag, der ist hier natürlich gut aufgehoben. Die Strände liegen direkt im Ort, so dass dort natürlich auch eine gute Inftrastruktur bzgl. Restaurants und Shops gegeben ist.

Shopping in Hong Kong:

Viele Besucher kommen immer noch zum Einkaufen nach Hongkong, obwohl die Lebenshaltungskosten hier inzwischen über denen der meisten Länder der Welt liegen. So sind beispielsweise die berühmten Elektronikartikel der Nathan Rd mittlerweile keineswegs mehr billiger als anderswo; hinzu kommt mögliche Abzocke, so dass man wahrscheinlich insgesamt am besten beraten ist, Kameras und andere Elektrogeräte lieber zu Hause zu kaufen. Nach wie vor herausragend ist Hongkong jedoch in Bezug auf die enorme Vielfalt angebotener Waren – noch dazu auf derart engem Raum. Einige Sachen, die zu einem großen Teil aus der Volksrepublik China stammen, sind tatsächlich billig, vor allem Bekleidung, Seide, Schmuck, chinesische Kunst- und Kunsthandwerksobjekte, Computerzubehör und Raubkopien. Als Faustregel für die Preise gilt: Je weiter man sich vom touristischen Tsim Sha Tsui entfernt, desto günstiger werden sie. Die Geschäfte sind täglich geöffnet und schließen erst spät: In Tsim Sha Tsui, Causeway Bay und Wan Chai gelten allgemeine Öffnungszeiten von 10-22 Uhr, im Zentrum von 10-19 Uhr.

Antiquitäten, Kunst und Kunsthandwerk

Hongkong bietet keine besonders günstigen Aussichten für Schnäppchen auf dem Antiquittenmarkt, doch manch einer empfindet es als angenehmer, seine Einkäufe hier zu tätigen als auf dem aggressiveren chinesischen Festland. Außerdem bietet Hongkong eine größere Vielfalt und mehr Auswahl in punkto Qualität. Die beste Adresse um Stöbern nach Antiquitäten ist die Hollywood Rd im Zentrum, wo mehrere Dutzend Geschäfte alles Mögliche, von Stickereien bis Grabkeramik, verkaufen. Selbst wer nichts kaufen möchte, wird seinen Spaß haben, die Länden zu durchstöbern, wo man in wenigen Stunden eine Menge über die uralte chinesische Kultur lernen kann. Kaufinteressenten sollten sich vor Augen halten, dass „antik“ nicht immer „älter als 100 Jahre“ bedeutet – nachzufragen lohnt sich. Wer sich eher für modernere Kunst oder Kunsthandwerk interessiert, findet in Hongkong zahlreiche Spezialgeschäfte mit Artefakten aus China und anderen Ländern der Region. Zu den besten Adressen zählt Chinese Arts and Crafts mit Filialen im China Resources Building, 26 Harbour Rd (Wan Chai), in 230 The Mall, Pacific Place, 88 Queensway, Admiralty, im Star House, 3 Salisbury Rd, Tsim Sha Tsui, und im Nathan Hotel, 378 Nathan Rd, Kowloon. Alle führen ein riesiges Sortiment an Stoffen, Porzellan, Kaschmir, Bekleidung und weiteren Waren „Made in China“, wobei allerdings einige Produkte aus Seide sowie Tisch- und Bettwäsche auf dem Stanley Market billiger zu haben sind. Die genannten Geschäfte bieten auch Schmuck und Jade an (mehr Jadeprodukte gibt es auf dem Jademarkt in Mongkok). Chinesische Einrichtungs- und Dekorationsgegenstände finden sich auch auf dem Horizon Plaza auf der Insel Ap Lei Chau, einem fast 20,000 m2 großen Areal mit Geschäften wie Banyan Tree und Shambala. Grundsätzlich gilt, dass sämtliche Angaben der Standbesitzer mit einer gehörigen Portion Vorsicht zu genießen sind.

Bekleidung

Für Textilien ist Hongkong kein schlechtes Pflaster. Vor allem die einheimischen Modemarken Gordiano, U2, G2000, Jessica, Episode und Bossini sind hier besonders preisgünstig und besitzen mehrere Filialen in der ganzen Stadt. Auch ausländische Designerkleidung ist bemerkenswert weit verbreitet, jedoch wegen des hohen Ansehens ausländischer Exklusivmarken deutlich teurer als zu Hause. Im Ausverkauf ist aber durchaus das eine oder andere Schnäppchen drin.
Eine andere interessante und oft sehr billige Quelle für den Kauf von Kleidung (einschließlich Designerware ohne entsprechendes Etikett) ist der Fabrikverkauf. Da derartige „Outlets“ genauso schnell wieder schließen, wie sie aufgemacht haben, empfiehlt es sich, die HKTB-Broschüre Factory Outlets oder einen der Einkaufsführer wie The Smart Shopper in Hong Kong oder The Complete Guide to Hong Kong Factory Bargains nach Adressen zu durchforsten. Es ist unbedingt anzuraten, die Kleidungsstücke vor dem Kauf anzuprobieren, denn auf die im Etikett angegebene Größe ist kein Verlass. Wer gleich losrennen möchte, findet für den Anfang einige gute Läden in der Granville Rd in Tsim Sha Tsui, im Pedder Building auf der Pedder St im Zentrum und gleich um die Ecke in der Wyndham St und der D’Aguilar St. Für Anhänger von Haute Couture ist das Joyce Warehause im Hing Wai Centre in Aberdeen ein Muss; dort landet – bis zu 80% herabgesetzt – die Ware aus den schicksten Boutiquen Hongkongs, die in der letzten Saison (oder im letzten Monat) in den Regalen liegen blieb.

Maßgeschneiderte Kleidung

Kleidung nach Maß ist traditionell eine Spezialität der Hongkonger Tourismusindustrie. So wimmelt es beispielweise in Tsim Sha Tsui von indischen Schneidern, die ihre Dienstleistung mit Nachdruck anpreisen. Bessere Qualität findet man aber andernorts, z.B. in Wohngegenden, Hotels oder Einkaufspassagen, wo die Schneider auf Stammkundschaft zählen können. Frauen aus dem Westen sollten sich nach jemandem umsehen, der sich nicht nur mit fernöstlichen Figuren auskennt, denn der Körperbau unterscheidet sich z. T. erheblich. Generell sind die Preise relativ günstig, aber nicht spottbillig. Bevor etwas in Auftrag gegeben wird, sollte ein ausführliches Gespräch mit dem Schneider geführt und exakt vereinbart werden, was genau im Preis enthalten ist. Außerdem sollte niemand ein fertiges Stück innerhalb von 24 Stunden erwarten, denn es wird entweder nicht passen oder auseinander fallen – oder beides. Stattdessen sollten mindestens zwei bis drei Anproben im Abstand von mehreren Tagen eingeplant werden, wenn unter dem Strich ein gutes Ergebnis herauskommen soll. Rund die Hälfte des Preises wird in der Regel als Anzahlung fällig.

Bücher

Für eine derart kosmopolitische Stadt bietet Hongkong eine eher magere Auswahl an Buchhandlungen mit vernünftiger fremdsprachiger, in der Regel englischer Literatur. In einigen Einkaufspassagen gibt es ganz passable Buchläden, beispielsweise Page One in Festival Walk, Kowloon Tong am Times Square, die Mall Taikoo Shing in Quarry Bay (Causeway Bay) und Bookazine, 89 Queensway, Admiralty. Dymock’s, Star Ferry Terminal, Central. Gute Adresse für Taschenbücher und Reiseführer.
Goverment Publications Centre, Tower Block, Ground Floor, 66 Queensway, admiralty. Stadtpläne von Hongkong und große Auswahl an Büchern zu lokalpolitischen und Umweltthemen.

Computer

Sowohl Hardware als auch Software ist in Hongkong teilweise sehr billig. Wer Hardware kauft, sollte sich zuvor vergewissern, dass die Geräte mit der Netzspannung daheim kompatibel sind und eine internationale Garantiekarte beiliegt, ansonsten besteht keine Möglichkeit, den Computer außerhalb Hongkongs kostenlos reparieren oder ersetzen zu lassen. Häufig empfiehlt es sich, bei lokalen Ketten wie Fortress einzukaufen, um das Risiko minderwertiger Waren möglichst gering zu halten. Eine gute Gelegenheit, aktuelle Preise und Sonderangebote zu sondieren, ist die Technikbeilage der dienstags erscheinenden South China Morning Post. Raubkopierte Software ist ebenfalls ein großes Geschäft, das inzwischen allerdings wesentlich diskreter abläuft als noch vor ein paar Jahren. Wie bei allen Raubkopien trägt der Käufer das Risiko; die Preise mögen unschlagbar sein, doch möglicherweise funktioniert die Software nicht oder es kommt zu Problemen mit dem Zoll bei der Einfuhr.

Kaufhäuser

Wer in China unterwegs ist, wird nicht allzu viel Zeit in Kaufhäusern verbringen, doch in einem Einkaufsparadies wie Hongkong sieht das anders aus. Im Sommer üben v.a. die Klimaanlagen einen großen Reiz aus, und in den meisten Einkaufszentren gibt es nette Cafés ohne Ende. Einen Besuch wert sind auch die glitzernden Einkaufspassagen Hongkongs; zu den besten zählen der Times Square (MTR-Station Causeway Bay), Pacific Place (MTR-Station Admiralty), Lee Gardens (MTR-Station Causeway Bay) und Festival Walk (MTR-Station Kowloon Tong).

Schmuck

Hongkonger beiderlei Geschlechts lieben Schmuck – je glitzernder, desto besser. Da nimmt es nicht wunder, dass es buchstäblich Tausende Juweliere in der Stadt gibt. Einige bieten Stücke an, die eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit den Kreationen der berühmten internationalen Schmuckhäuser aufweisen. Die Preise sind günstig, sodass man hier endlich zuschlagen kann, wenn man bereits weit langem mit dem Gedanken spielt, sich ein schönes Schmuckstück zuzulegen. Es empfiehlt sich, die Angebote zu vergleichen, denn die Geschäfte verlangen bisweilen abenteuerlich unterschiedliche Preise für ein- und dasselbe Stück. Die meisten Juweliere lassen ein wenig mit sich handeln. Die kostenlose HKTB-Broschüre Shopping Guide to Jewellery hilft bei der Auswahl.

Die teuerste Shoppingmeile der Welt: Causeway Bay in Hong Kong

Die Causeway Bay zählt nicht nur zu den dichtbebautesten Vierteln Hong Kongs, sondern auch zu den kostspieligsten Einzelhandelsadressen weltweit. Nach über elf Jahren ist es der Mega-Shoppingmeile sogar gelungen, die New Yorker Fifth Avenue vom Thron zu stoßen und als teuerste Einkaufsstraße des Planeten zu gelten.

Fragt man Einheimische nach der empfehlenswertesten Adresse zum Shopping in Hong Kong, schicken sie einen schnurstracks an die Causeway Bay. Wenn man verdutzt nachhakt, was dort denn Besonderes angeboten würde, entgegnen sie prompt: „If you can’t shop it there, you won’t find it anywhere.”, und ziehen höflich lächelnd weiter. Diese scherzhafte Parodie auf Frank Sinatras Evergreen „New York, New York“ umreißt das Einkaufserlebnis in den Häuserschluchten der chinesischen Mega-City bereits sehr treffend. Der Blick auf die monströsen Fassaden der Bankhäuser offenbart, dass man sich hier im Finanzentrum einer konsumfreudigen Volkswirtschaft befindet, nach einem weiteren Blick in die üppig dekorierten Schaufenster, weiß man auch, wo ein gewisser Teil des erwirtschafteten Reichtums hineinfließt.

Im Wettstreit um die teuersten Einzelhandelsflächen der Welt konnte Hongkong seine vielbesungene Partnerstadt New York 2012 erstmals abhängen: Über elf Jahre residierte die New Yorker „Fifth Avenue“ unangefochten an der Spitze des Immobilien-Rankings von Cushman & Wakefield, bis die Mietpreise entlang der Hong Konger Einkaufsmeile binnen zwölf Monaten um astronomische 34,9 Prozent anzogen. Ein Quadratmeter Ladenfläche koste Aussagen von Cushman & Wakefield zufolge derzeit 26.300 US-Dollar im Vergleich zu 25.000 US-Dollar entlang der Fifth Avenue. Da wirken die Mietpreise des nächstgelegenen asiatischen Shoppingmekkas Ginza in Tokyo (Platz Vier) mit 10.000 US-Dollar Miete pro Quadratmeter schon fast wieder zivil.

Wege ins Shoppingglück

Bei einer derart vielfältigen Angebotsstruktur lohnt es zumindest eine grobe Vorstellung von der avisierten Beute zu haben. Stadtneulingen empfehlen wir den Einstieg an der Yee Woo Street zwischen der Great George Street und Jardine’s Bazar. Von diesem Knotenpunkt aus lassen sich geordnet alle Konsumtempel ansteuern, ohne zeitraubende Irrwege zu riskieren. Der sogenannte „Fashion Walk“ entlang der King Street richtet sich an ein junges Publikum mit Hang zur Avantgarde. Hier betreiben vor allem asiatische Labels ihre Concept-Boutiquen und werden durch kleinere international ausgerichtete High-End Kaufhäuser ergänzt.

Wer lieber alles unter einem Dach hat, wie etwa bei Harrod’s in London, sollte das „SOGO“ besuchen. Das dreizehnstöckige Edelkaufhaus an der Yee Woo Street verkauft alles vom Blahnik bis zur Herrenhandtasche, auch ausgewählte Design-Elektronikartikel sind bei der Hongkonger Institution zu erstehen. Falls die Quadratkilometer großen Flächen zu unübersichtlich werden, sollte man auf die Yu Pin Road ausweichen. Hier befinden sich die Highend-Stores „Lee Gardens“ und „Lee Gardens Two“. Die vergleichsweise kleinen Kaufhäuser bieten ein reduziertes Produktportfolio an und sind vor allem auf die Produkte kleinerer Manufakturen aus den Bereichen Textil, Schmuck und Wohnaccessoires spezialisiert.

Seitensprung ins Quarée

Und abschließend noch ein Geheimtipp für Freunde bombastischer Ladenarchitektur: Im Central District Hong Kongs findet sich wohl die höchste Dichte an Luxus-Flagshipstores weltweit. Unerbittlich Reihen sich Namen wie Cartier, Fendi, Dior, Coach und Chanel in den Erdgeschossen des Charter House, Alexandra House, The Landmark Tower und Prince’s Building aneinander und sind durch Fußgängertunnel miteinander verbunden. Vier Häuserblocks voller Global Player, nach Konzernzugehörigkeit sortiert, falls es in Hongkong mal regnen sollte oder die Causeway Bay überfüllt ist.

Die 10 besten Restaurants in Hongkong

1. Ah Shun’s Kitchen

Ah Shun’s Kitchen, eine der besten Adressen für Meeresfrüchte in Hongkong.

Wenn die Einheimischen den Weg auf sich nehmen, um in diesem winzigen, abgelegenen Straßenrestaurant zu essen, dann weißt du, dass es sich um etwas Besonderes handelt. Nach einer Fahrt auf der Fähre und einem Fußmarsch durch den Irrgarten aus kleinen Gassen auf der Insel Cheung Chau bist du möglicherweise von der Schlichtheit des Lokals enttäuscht.

Doch lass dich von der Fassade nicht täuschen: Es handelt sich um eines der besten Restaurants in Hongkong, besonders für Liebhaber von Meeresfrüchten. Du kannst entweder auf dem Fischmarkt einkaufen gehen und deine Auswahl zum Ah Shun mitbringen oder du bestellst einfach vom Menü. Dich erwartet in jedem Fall ein Gaumenschmaus, ganz gleich ob du dich für geschmorte Muscheln, gebratenen Zackenbarsch oder wunderbar gedünstete Garnelen mit Sojasoße entscheidest.

Wo: G, 47 Tai San St., Cheung Chau
Tel: +852 2981 0569
Dichteste Station: Central Ferry Pier 5

2. Tim Ho Wan

Ein überraschend günstiges Dim Sum im Tim Ho Wan, einem von Michelin ausgezeichneten Restaurant in Hongkong.

Gönn dir eine Mahlzeit im Tim Ho Wan, einem der günstigsten Michelin-Stern-Restaurants der Welt.

Eröffnet wurde das Lokal von Mak Kwai Pui, der zuvor als Dim-Sum-Koch im Lung King Hin arbeitete – einem Restaurant, das mit sage und schreibe drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde. In zwangloser Atmosphäre serviert er köstliche, traditionelle Dim-Sum-Gerichte, darunter auch die “vier himmlischen Könige”: Cha Siu Bao (kleine, mit Schweinefleisch gefüllte Dampfnudeln), Chee Cheong Fun (gerollte und gefüllte Reisnudelplatten, die äußerlich ein wenig an Cannelloni erinnern), Lo Bak Gou (in der Pfanne angebratener Rübenkuchen) und Ma Lai Gao (chinesischer Biskuitkuchen mit Eiern).

Die Bestellungen sind recht schnell auf dem Tisch, da die Speisekarte mit 30 Gerichten eher knapp gehalten ist. In Hongkong gibt es bereits mehrere Filialen und vor Kurzem wurde auch in Singapur ein Laden eröffnet – du kannst dir also vorstellen, wie beliebt Tim Ho Wans Essen ist.

Wo: G/F, 9-11 Fuk Wing Street, Sham Shui Po, Kowloon
Tel: +852 2788 1226
Dichteste Station: Sham Shui Po

3. Rainbow Seafood Restaurant

Der Fang des Tages vor dem legendären Rainbow Seafood Restaurant in Hongkong.

Dieser Fisch- und Meeresfrüchtepalast befindet sich neben der größten Fischfarm in Hongkong und ist seit 1984 in Betrieb. Insgesamt haben hier mehr als 1.000 Gäste Platz und die Frische der Produkte ist garantiert: Geh einfach zu einem der Aquarien und such dir etwas aus. Dann musst du nur noch darauf warten, dass das Gericht deinen Wünschen entsprechend zubereitet und serviert wird.

Spezialitäten sind unter anderem gebratener Krebs mit Honig und Pfeffer, scharfe Garnelen, die vor dem Braten in vier verschiedenen Pfefferarten gerollt werden und Garoupa, ein Zackenbarsch auf traditionell kantonesische Weise zubereitet – aber im Prinzip kannst du bestellen, was du willst, du wirst mit Sicherheit nicht enttäuscht. Ein zusätzlicher Bonus ist das kostenlose Pendelboot von Hongkong Central; einem perfekten und unkomplizierten Mahl à la Hongkong steht also nichts mehr im Wege!

Wo: 23-25 First St., Sok Kwu Wan, Lamma Island
Tel: +852 2982 8100
Dichteste Station: Central Ferry Pier 4

4. Tsui Wah

Entspannte Atmosphäre und leckeres Essen im beliebten Tsui Wah Restaurant.

Ein Muss für Nachtschwärmer auf dem Weg nach Hause – das Tsui Wah ist rund um die Uhr geöffnet und zweifelsfrei die beste Adresse für ein mitternächtliches Mahl in Hongkong.

Die Speisekarte im Tsui Wah ist erstaunlich umfangreich und enthält ungewöhnliche Kreationen aus der chinesischen und westlichen Küche zu erschwinglichen Preisen, wie etwa Nudeln mit Fischklößen oder Rindercurry mit Wurst. Hier findest du einen Mikrokosmos von Hongkong, in dem angetrunkene Expats auf lärmende Einheimische stoßen und eine wahrlich einzigartige nächtliche Kakophonie erschaffen.

Wo: G/F-2/F, 15-19 Wellington Street
Tel: +852 2868 3322
Dichteste Station: Central

5. Mak’s Noodle

Die besten Wonton-Nudeln in ganz Hongkong gibt es im Restaurant Mak’s Noodles.

Wonton-Nudeln sind für die meisten Globetrotter, ebenso wie gebratener Reis, nichts Ungewöhnliches. Serviert werden dabei Shrimps, eingewickelt in einer dünnen Raviolitasche, gemeinsam mit weichen Eiernudeln in einer salzigen Fischbrühe. Doch kaum sonst wo erhältst du eine derart authentische Version dieses Gerichts wie im Mak’s.

Selbst in Hongkong ist diese Art der Zubereitung – hausgemachte Nudeln in einer intensiven Fischbrühe ohne den Geschmacksverstärker MNG – nahezu vom Aussterben bedroht. Und der Grünkohl, eine typische Beilage, ist stets unschlagbar zart gekocht. Das Lokal genügt den Ansprüchen von Anthony Bourdain, dem berühmtesten Fan des Restaurants, und wird auch dich nicht enttäuschen.

Wo: 77 Wellington Street
Tel: +852 2854 3810
Dichteste Station: Central

6. Maxim’s Palace City Hall

Yum-Cha-Brunch im Maxim’s Palace in Hongkong.

Nichts verkörpert das Sozialleben von Hongkong besser als ein “Yum Cha”, ein Nachmittagssnack, bei dem üblicherweise Dim-Sum-Gerichte serviert werden. Die mit Abstand authentischste Version dieser chinesischen Tradition wird im Maxim serviert.

In recht greller Einrichtung – mit riesigen Kronleuchtern aus Kunststoff und ausgeblichenem Teppichboden – rufen mürrische Kellner Unverständliches durch den Saal und schieben dabei Servierwägen mit gedämpften Leckereien wie Har Gow, Siu Mai und Chaar Siu Bau vor sich her. Gleichzeitig rufen große Gruppen lärmender Gäste ihre Bestellungen quer durch den überfüllten Raum, der die Größe eines kleinen Stadiums hat. Vielleicht gibt es in Hongkong bessere Dim Sum-Restaurants, aber keines bietet ein derart authentisches Erlebnis unter Einheimischen wie das Maxim. In der Schlange anstehen? Aber natürlich! Ohrenbetäubender Lärm? Selbstverständlich! Gutes Essen? Jedes Mal.

Wo: Low Block, City Hall, Edinburgh Place
Tel: +852 2101 1333
Dichteste Station: Central

7. Lei Garden

Abstecher in ein Michelin-gekröntes Mahl im Lei Garden.

Wirklich jeder Restaurantführer für Hongkong enthält einen Eintrag über Lei Garden: Das elegante, unaufdringliche und mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Etablissement bietet gleichbleibende Qualität zu guten Preisen und ist ein Muss für authentische kantonesische Küche. Lei Garden ist das mit Abstand beliebteste kantonesische Restaurant bei Bewohnern des Finanz- und Geschäftszentrums von Hongkong und zieht einheimische Berühmtheiten magisch an. Es ist besonders bekannt für die hohe Qualität seiner Dim Sums, die große Auswahl an gesunden Suppen und seine modernen Gerichte.

Du kannst zwischen mehreren Standorten wählen, wobei die Filiale im International Finance Centre vermutlich die am ansprechendsten dekorierte ist. Ohne Reservierung geht hier nichts! Und wenn du schon dabei bist, bestell gleich auch die Suppe des Tages vor und die Spezialität des Hauses, das knusprige Hühnchen.

Wo: Shop 3007-3011, 3/F., International Finance Centre
Tel: +852 2295 0238
DichtesteStation: Central

 

8. Din Tai Fung

Zubereitung von Dim Sum im Din Tai Fung, einem der größten und besten Restaurants von Hongkong.

Die taiwanesische Dim-Sum-Kette Din Tai Fung hat Asien im Sturm erobert und breitet sich blitzschnell auch über Australien und Kalifornien aus. Sie konzentriert sich auf die perfekte Ausführung einer kleinen Auswahl an Gerichten und wurde dafür in die aktuelle Ausgabe der Bib-Gourmand-Liste aufgenommen.

Lass dich nicht von der langen Schlange abschrecken: Es ist ein riesiges Restaurant und du kommst innerhalb von maximal 30 Minuten an die Reihe. Nutze die Wartezeit, um schon einmal deinen Bestellzettel auszufüllen. Sobald deine Nummer aufgerufen wird, bekommst du die Michelin-Aura zu spüren – dank des aufmerksamen und zuvorkommenden Service und des simplen, aber ausgezeichneten Essens. Probiere unbedingt Xiao Long Bao, klebrige kleine Teigtaschen aus Reismehl, und die scharfen Sichuan-Wontons.

Wo: Shop G3-11, G/F, 68 Yee Wo Street
Tel: +852 3160 8998
Dichteste Station: Causeway Bay

9. Loaf On

Einfache Fisch- und Meeresfrüchtegerichte im von Michelin ausgezeichneten Restaurant Loaf On.

Loaf On hat sich ganz der Zubereitung von Fisch und Meeresfrüchten à la Guandong verschrieben und zwar derart erfolgreich, dass das Restaurant mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Lass dich nicht vom unscheinbaren Erscheinungsbild abschrecken, das mit schlichten Stühlen, Fernsehern und Getränkemaschinen auf dich wartet. Auch wenn es vielleicht nicht so aussieht – es handelt sich hier um DAS Restaurant für Fisch und Meeresfrüchte in Hongkong.

Die Speisen von Chefkoch Sam ‘Tiger’ Chung reflektieren seine Herkunft – halb Hakka, halb Tanka – und sind ein Traum für jeden Fisch- und Meeresfrüchteliebhaber. Bestell dir unbedingt die in Chili und Knoblauch gebratenen Mantis Shrimps (Heuschreckenkrebse), den wilden, gedämpften Zackenbarsch, die köstliche Suppe oder die saftigen Jakobsmuscheln.

Wo: 49 See Cheung Street, Sai Kung
Tel: +852 2792 9966
Dichteste Station: Hang Hau Bus 101M

10. Tung Po Meeresfrüchte-Restaurant

Schlemmen im Tung Po, einem der besten Fisch- und Meeresfrüchterestaurants von Hongkong.

Tung Po ist in Hongkong eine wahre Institution. Dort findest du “Dai Pai Dong” – Imbissstände aus provisorischen Tischen – wie sonst nirgendwo. Würde Michelin sich nur auf Kreativität und Köstlichkeit konzentrieren und die Einrichtung außen vor lassen, hätte Tung Bo mindestens schon einen Stern.

Versteckt in einem unscheinbaren Regierungsgebäude, das im Erdgeschoss einen Markt beherbergt, bietet Tung Po mehr als 100 verschiedene Gerichte mit Garnelen, Krabben, Tintenfisch, Jakobs- und Venusmuscheln an, zu denen Bier in kleinen Reisschalen serviert wird, während im Hintergrund laute Musik aus den 80er Jahren spielt. Nach 21 Uhr kannst du beobachten, wie Besitzer Robbie Breakdance zum Besten gibt und sich der gesamte Laden in eine Diskothek verwandelt.

Wo: Java Road Cooked Food Centre, 2/F, 99 Java Road, North Point
Tel: +852 2880 9399
Dichteste Station: North Point