Top 50 Designer – Teil 1

Die Besten Designer der Welt

Die besten Modedesigner der Welt

Kontrastreiche Extravaganz: Alexander McQueen

Der britische Designer Alexander McQueen setzte in seinen Kollektionen auf Kontraste und schockierte immer wieder mit extravaganten Shows – im Februar 2010 nahm er sich das Leben

Wer steckt dahinter?
Seit Dezember 2000 gehört das Label zu 51% zur Gucci Group, McQueen war bis Februar 2010 Creative Director. Am 10. Februar 2010 nahm er sich das Leben. Die Frühjahr-/Sommer-Kollektion 2011 ist die erste unter der Kreativ-Leitung von Sarah Burton.

Wie fing es an?
Alexander McQueen schockierte die Modewelt bei seinen ersten vier Schauen (unter anderem mit blutverschmierten Spitzenkleidern) und sagte selbst, dass die gezeigte Kleidung nicht zum Verkauf geeignet sein, sondern lediglich Aufmerksamkeit erregen sollte. Der Plan ging auf, innerhalb kürzester Zeit war McQueen in aller Munde. Nach und nach wurden seine Kollektionen tragbar. Von 1996 bis 2001 agierte er als Chief Designer bei dem französischen Haute Couture Haus Givenchy. Partnerschaften mit Puma (2005) und Samsonite (2007) folgten, 2006 erschien dann die ready-to-wear Linie McQ Alexander McQueen.

 

ZEITLOS: Bottega Veneta

 

Edelste Lederwaren mit Tradition begeistern nicht nur die Damen. Bottega Veneta steht für zeitloses Design mit höchster Qualität

Wer steckt dahinter?
Die Gucci Group kaufte das Unternehmen im Jahr 2001 auf und setzte den deutschen Designer Tomas Maier als neuen Chefdesigner ein.

Wie fing es an?
1966 wurde die Firma Bottega Veneta von Vittorio und Laura Moltedo in Vicenza (Italien) gegründet. Um das Image des schwächelnden Labels zu verbessern setzten sie im Jahr 2000 den britischen Designer Giles Deacon ein. Mit Deacon kam die erste Prêt-à-Porter Linie auf den Markt, wenig später fand die Übernahme durch die Gucci Group statt. Kurz darauf konnte Bottega Veneta wieder schwarze Zahlen schreiben und seinen Stand auf dem Luxusgütermarkt verteidigen.

Was ist typisch für das Label?
Bottega Veneta steht schon seit je her für qualitativ hochwertige, handgemachte Lederwaren wie zum Beispiel die geflochtenen Gürtel und Taschen der sogenannten Intrecciato Linie. Understatement wird hier groß geschrieben – und das seit Chefdesigner Tomas Maier mehr denn je. Seine Kollektionen zeichnen sich durch schlichte, klassische Designs aus.

Mehr als Klassik-Karos: Burberry Prorsum

 

Das Klassik-Karo machte Burberry berühmt. Die aktuelle Kollektion hat jedoch weitaus mehr zu bieten

Wer steckt dahinter?
Beim britischen Traditionslabel ist Chefdesigner Christopher Bailey fürs Kreative verantwortlich.

Wie fing es an?
In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts: Tuchmacher Thomas Burberry entwickelte einen wetterfesten, gleichzeitig luftdurchlässigen Stoff: Gabardine. Im Ersten Weltkrieg machte er daraus Soldaten-Mäntel, die nach dem Krieg auch im zivilen Leben zum Einsatz kamen. Mit dem Relaunch 1998 begeisterte sich die Jugend für die modischen, humorvoll interpretierten Variationen des Karos. Christopher Bailey sorgt jedoch zunehmend dafür, dass sich die Marke nicht mehr allein über Karos definiert.

Was machte das Label berühmt?
Das typische Karo-Muster, 1920 für die Firma eingetragen. Der Trenchcoat machte Geschichte, dazu trugen unter anderem Filmstars, wie Humphrey Bogart ode Marlene Dietrich bei.

 

Immer präsent: Calvin Klein

 

Modische Beschränkung auf das Wesentliche ist das Markenzeichen des Labels, das nicht zuletzt vom Marketing lebt

Wer steckt dahinter?
Für die gesamte Herrenkollektion ist seit 2004 der italienische Modedesigner Italo Zucchelli zuständig, der seit dem Jahr 2000 für Calvin Klein arbeitet. Für die Damenkollektion ist Francisco Costa verantwortlich und die Clavin Klein Jeanswear sowie auch ck Calvin Klein leitet Kreativchef Kevin Carrigan.

Wie fing es an?
Zusammen mit seinem Partner Barry Schwartz gründete Calvin Klein 1968 die Firma. 1982 gelang der Durchbruch mit Herrenunterwäsche. Das Unternehmen wurde Ende des Jahres 2002 an den amerikanischen Modekonzern Phillips-Van Heusen verkauft.

Was machte das Label berühmt?
Der “Pea Coat”, ein zweireihiger Kurzmantel, wurde 1970 der erste Verkaufshit. Zehn Jahre später erregten zwei Werbekampagnen die Aufmerksamkeit: Brooke Shields in knappen Jeans und Marky Mark in den berühmten Feinripp-Unterhosen. Seine Parfüms machten cK zur Kultmarke der Jugend.

Was ist typisch für das Label?
Der Clean Chic – schlicht, puristisch und stets gut tragbar.

Unkonventionell: Comme des Garcons

 

Kommerzielle Kleidung ist hier Fehlanzeige, Mode wird als künstlerisches Produkt gesehen

Wer steckt dahinter?
Rei Kawakubo, geboren 1942 in Tokio, ist Designerin und Eigentümerin der 1973 von ihr selbst gegründeten Gesellschaft. Die Designer Junya Watanabe und Tao Kurihara entwerfen die Comme des Garcons Hauptlinie.

Wie fing es an?
Kawakubo studierte Kunst in Tokio und gründete das Label Comme des Garcons (frz. “wie die Jungen”) 1969. Die erste Herrenlinie wurde 1978 eingeführt. 2008 brachte das Label eine Kollektion für H&M auf den Markt – innerhalb von 15 Minuten war alles ausverkauft.

Was machte das Label berühmt?
Die erste große Modenschau 1981 in Paris war ein Schock für die gesamte Modewelt: Comme des Garcons präsentierte zerrissene Kleider. Rei Kawakubo selbst sagt über das Ziel ihrer Kollektionen: „Jede Saison radikal neue Kleidungsstücke schaffen, Formen, die noch nie jemand gesehen hat.“ Ihre Kleidung richtet sich klar gegen den Kommerz, sie fordert den Betrachter auf über die Mode nach zu denken.

Was ist typisch für das Label?
Ästhetik der Kargheit, ganz dem japanischen Verständnis entsprechend. Kawakubo legt Wert auf die Schönheit des Unvollkommenen und entwickelte ganze Kollektionen mit unversäuberten, nach außen gekehrten Nähten. Sie lässt zwei Sakkos, das eine kurz, das andere lang, übereinander tragen oder kreiert Hemden mit doppelten Kragen und asymmetrischen Verschlüssen. In ihren Anfängen beschränkte sie sich auf Schwarz, später kamen immer mehr Farbelemente in ihre Kollektionen.

 

Asiatische Einflüsse: Costume National

Zwischen italienischer Eleganz und japanischem Purismus findet die Mode von Costume National ihren Platz

Wer steckt dahinter?
Ennio Capasa ist der Designer und sein Bruder Carlo Manager des Unternehmens.

Wie fing es an?
Ennio arbeitete drei Jahre bei Yoshji Yamamoto in Japan. Danach ging er zurück nach Italien, gründete 1987 Costume National und präsentierte seine erste Damen-Kollektion in Paris. Sechs Jahre später wurde die erste Herrenlinie in Mailand präsentiert. Die Brüder Capasa kontrollierten bis 2011 die gesamte Produktion , das Design und die Distribution der Bekleidungs-, Schuh- und Leder-Kollektionen. Mitte 2011 wurde die Produktion und der Vertrieb ausgelagert.

Was ist typisch für das Label?
Die Grenzen zwischen formeller und informeller Bekleidung sind aufgehoben. Die Kleidung ist eine perfekte Symbiose zwischen Stangenware einerseits und hoher italienischer Schneiderkunst andererseits. Der Look ist alles andere als national, Ennio Capasas Jahre bei Yamamoto merkt man seinen Kollektionen an. Stets umgibt sie eine Aura von japanischem Purismus.

DAKS

 

Eine Hose mit verstellbarem Bund ist der Anfang eines Mode-Imperiums

Wer steckt dahiner?
Seit 1991 gehört das Unternehmen zur japanischen Gruppe Sankyo-Seiko. Dennoch bleibt DAKS seinen britischen Ursprüngen treu, die jede Kollektion aufs Neue zeitgemäß interpretiert. Der Italiener Filippo Scuffi ist Creative Director bei DAKS und feierte sein offizielles Debut mit der Menswear Frühjahr/Sommer Kollektion 2010.

Wie fing es an?
1894 eröffnete der Herrenschneider Simeon Simpson in der Londoner City einen Laden, in dem sich die illustren Gentlemen ihre Anzüge maßschneidern ließen. Den endgültigen Durchbruch schaffte 40 Jahre später Sohn Alexander: Er erfand – damals revolutionär – die verstellbare Bundweite, durch die Hosen erstmals ohne Hosenträger und Gürtel getragen werden konnten. Noch heute spricht man in Großbritannien vom DAKS Hosenbund. “DAd’s SlacKS” (Papas Hosen) wurde zum Patent angemeldet, damit war auch ein zugkräftiger Name gefunden.

Wie ging es weiter?
Mittlerweile ist das Unternehmen mit 50 Monobrand Stores in 30 Ländern weltweit vertreten. Eine Mehrzahl davon befindet sich in Asien: allein in Japan gibt es 85 Herren- und 90 Damen-Stores, sowie 60 Golf-Stores.

Für wen ist es gemacht?
Es ist eine Kollektion für Gentlemen, die gerne mit der Leichtigkeit des Seins spielen. Inspiration ist klassische Abendgarderobe, die neu in Szene gesetzt wird. Ein Style, der die feine englische Art “British cool” interpretiert.

Slim Chic: Dior Homme

Die Mode des Star-Designers Kris Van Assche spricht maskuline, durchtrainierte und starke Männer an

Wer steckt dahinter?
Kris Van Assche, ehemaliger Assistent seines Vorgängers Hedi Slimane, ist Kreativdirketor bei Dior Homme. Der 1976 geborene Belgier, studierte Mode in Antwerpen und ist seit März 2007 für die Herrenkollektionen von Dior verantwortlich.

Wie fing es an?
Christian Dior wurde 1905 in der Normandie geboren. Nach einem Bankrott als Galerist verdiente er sein Geld mit Modeillustrationen. Der Textilfabrikant Marcel Boussac engagierte Dior 1945 als Designer. Bereits die erste Kollektion war ein großer Erfolg und wurde als der “New Look” berühmt. 1949 wurde die “Christian Dior New York Inc.” gegründet. Seit 1951 wird die Marke weltweit vertrieben. Dior starb bereits 1957.

Was ist typisch für das Label?
Der Ex-Kreativchef Hedi Slimane führte den “Slim Suit” ein, ein Look, der daraufhin viele andere Modeschöpfer inspiriert hat.

 

Sportlich: Dirk Bikkembergs

 

Das Label Dirk Bikkembergs steht für sportliche und ausgefallene Outfits

Wer steckt dahinter?
Für den belgischen Designer Dirk Bikkembergs kam der Durchbruch mit der Designergruppe “Antwerp Six” – sechs Designer, die 1986 mit ihrer Avantgardemode in London für Aufmerksamkeit sorgten. Nach seiner ersten Schuh-Kollektion folgten weitere Kollektionen für Männer und Frauen unter seinem Namen. 2012 wurde das Unternehmen von der italienischen Zeis Excelsa Gruppe übernommen. Der südafrikanische Designer Hamish Morrow ist seitdem Creative-Director.

Wie fing es an?
Dirk Bikkembergs wurde 1959 in Bonn geboren, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Sein Mode-Design Studium schloss er 1981 erfolgreich an der Königlichen Akademie der schönen Künste in Antwerpen (Belgien) ab. Anfangs arbeitete der junge Designer für verschiedene belgische Modeunternehmen, bis er 1987 mit großem Erfolg seine erste Herren-Kollektion entwarf.

Was machte das Label berühmt?
Die von Dirk Bikkembergs selbst entworfene, erste Herren-Kollektion aus dem Jahr 1987

NY BUSINESSMODE: DKNY

Die Kreation sieben einfacher Kleidungsstücke machte Donna Karan berühmt

Wer steckt dahinter?
Der französische Luxuswarenkonzern LVMH kaufte das Unternehmen im Jahr 2001. Donna Karan blieb aber weiterhin Chefdesignerin. 2015 wurden Dao-Yi Chow und Maxwell Osborne als neue Kreativdirektoren vorgestellt. Die beiden sind zugleich Gründer des Labels Public School.

Wie fing es an?
Während ihres Studiums an der New Yorker Parsons School of Design bekam Karan eine Stelle als Assistentin von Anne Klein angeboten. Sie blieb lange Zeit bei dem Modehaus, übernahm später sogar nach Kleins Tod die Firmenleitung. 1984 gründete sie dann ihre eigene Firma und brachte ihre erste Damenkollektion für Geschäftsfrauen heraus. Dazu zählte der Entwurf sieben einfacher Basisteile, für die Karan später berühmt wurde. 1992 kam dann ihre erste Herrenmodelinie auf den Markt. Außerdem gründete sie das Label Donna Karan New York (DKNY), um ihre Mode auch zu erschwinglichen Preisen anbieten zu können

 

Nicht nur für Italiener geeignet: Dolce & Gabbana

Domenico Dolce und Stefano Gabbana statten nicht nur die italienische Fußballnationalmannschaft aus

Wer steckt dahinter?
Die italienischen Designer Domenico Dolce und Stefano Gabbana mit Sitz in Mailand.

Wie fing es an?
Die beiden Designer trafen sich 1982 beim Hausieren mit ihren Zeichnungen. Sie bekamen die Chance, gemeinsam eine Kollektion zu entwerfen, daraus wurde ihr eigenständiges Label. 1990 entwickelten sie ihre erste Herrenkollektion, 1994 kam die erfolgreiche junge Linie D&G hinzu und später auch die D&G Junior-Linie mit Kinderbekleidung.

Was ist typisch für das Label?
Die Outfits sind einerseits sportlich und leger, andererseits sexy und körperbewusst. Kaum eine der Kollektionen kommt ohne zerschlissene Jeans aus.

 

Belgischer Biss: Dries van Noten

Das belgische Modelabel Dries van Noten ist bekannt für seinen legeren und individuellen Stil

Wer steckt dahinter?
Der Belgier Dries van Noten leitet die Firma in Antwerpen und ist für Entwurf, Produktion, Marketing und Kommunikation zuständig.

Wie fing es an?
Familienbedingt vorbelastet studierte van Noten Mode an der Royal Academy in Antwerpen. Nach seinem Diplom 1981 machte er sich selbstständig und gewann 1986 auf einer Londoner Show erste Kunden, zum Beispiel Barney’s New York. Er erhielt mehrere Preise, eröffnete 1989 eine große Boutique in Antwerpen und bot 1991 seine erste Herren-Modenschau in Paris.

Was ist typisch für das Label?
Die Kunst, vermeintliche Gegensätze miteinander zu verbinden: Klassik mit Innovation, Schlichtes mit Dramatischem.

 

Party-Looks: Dsquared

 

Heiße Outfits für lange Clubnächte präsentiert das kanadische Designer-Duo Dean und Dan Caten

Wer steckt dahinter?
Die kanadischen Zwillinge Dean und Dan Caten sind für das Design verantwortlich.

Wie fing es an?
Geboren in Toronto machten die Zwillinge ihre ersten Erfahrungen in der Design- und Modewelt in Kanada, bevor sie den Sprung nach Europa wagten. Ihre erste eigene Herrenkollektion nannten sie nach den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen “D2” – Dsquared und zeigten sie 1994 in Paris. Die Show war ein Riesenerfolg und der Durchbruch in Europa, Nordamerika und in Fernost.

Was machte das Label berühmt?
Ein humorvoller, moderner und natürlicher Style. Jede Kollektion steht unter einem bestimmten, lebensnahen Thema wie Trucker, Arzt, Glam-Rock oder Camping. Sogar Madonna trägt die Marke.

 

Italienische Lässigkeit: Emporio Armani

Die italienische Modelinie Emporio Armani ist bekannt für jugendliche und elegante Kreationen

Wer steckt dahinter?
Kopf von Unternehmen und Designteam ist Giorgio Armani persönlich.

Wie fing es an?
Der Designer Giorgio Armani erweiterte sein gleichnamiges Modelabel im Jahr 1981 mit der preisgünstigeren Modelinie “Emporio Armani”.
Armani ist bekannt für seine lässig, weit geschnittenen Hosen und ungefütterten Sakkos.

Was ist typisch für das Label?
Im Vergleich zur Hauptlinie günstige Outfits für die jüngere Generation.

 

Anzug-Spezialist: Ermenegildo Zegna

Seit Jahrzehnten vertrauen Männer rund um den Globus dem Traditionshaus bei der Auswahl des perfekten Anzugs

Wer steckt dahinter?
Das Unternehmen ist in Familienbesitz. Seit 1998 führt es der gleichnamige Enkel des Gründers Ermenegildo Zegna gemeinsam mit seinem Cousin Paolo in der dritten Generation, aber auch weitere Cousins, Cousinen, Neffen und Nichten arbeiten bei dem zweitgrößten Herrenausstatter der Welt mit. Creativ Director ist seit 2012 Stefano Pilati, der zuvor bei Yves Saint Lauren in gleicher Funktion tätig war.

Wie fing es an?
Ermenegildo Zegna übernahm im Jahr 1910 (im Alter von 20 Jahren) das Textilgeschäft seines Vaters in Trivero, Italien. Das Unternehmen wuchs in den kommenden Jahren immer weiter und entwickelte sich zu dem führenden Anzugspezialisten der Welt. Der Konzern wird mittlerweile schon in der vierten Generation weiter geführt. Bis zum heutigen Tag produziert Zegna ausschließlich Herrenmode. Die Stoffe werden nicht nur für die eigenen Kollektionen verwendet, sondern beispielsweise auch an Firmen wie Brioni, Gucci oder Hugo Boss weiter verkauft.

Was ist typisch für das Label?
Zegna gehört zu den führenden Marken in der Luxus-Herrenbekleidung. Das italienische Unternehmen ist bekannt für sehr hochwertige und luxuriöse Anzüge, Hemden, Accessoires und Freizeitbekleidung. Die Stücke sind meist aus Seide, Merinowolle oder Kaschmir.

 

Top 10 der angesagtesten Modedesigner in 2018!

 

Die Mode ist ein Spiegel unserer Zeit und Designer können diesen Zeitgeist perfekt übersetzten. Damit Sie zukünftig beim Fashion-Talk glänzen können, zeigt MYBESTBRANDS Ihnen die Top 10 Modedesigner, die Sie 2018 kennen müssen.

Wir sind alle ganz verrückt nach Gucci, Burberry, Dior, Chanel und Co., doch genauso interessant wie die Mode sind die Menschen, die hinter den großen Labels stecken. Denn der Designer ist ein wichtiger Teil des Modezyklus, wenn nicht sogar der Entscheidende. Seine Ideen und Visionen prägen eine ganze Saison oder wie im Fall von Mary Quant, die den Minirock erfand oder Diane von Furstenberg, die für das Wickelkleid steht, können Modedesigner eine regelrechte Revolution in der Modewelt auslösen.

Virgil Abloh

Wenn es ein Label gibt, dass 2017 durch und durch gefeiert wurde, dann war/ist das Off-White und sein Designer Virgil Abloh. In der Branche gilt er als der meist beschäftigte Modemacher. Das nicht ohne Grund: Der Amerikaner mit Wurzeln in Ghana ist nicht nur Kopf, Herz und Hand bei Off-White, sondern reist gleichzeitig als DJ um die Welt, ist seit 15 Jahren Creative Director bei Kayne West, Möbel-Designer und will sich in der Künstlerszene einen Namen machen.

Dabei hat Virgil Ablohs Karriere ganz bodenständig angefangen. Der Kult-Designer hat Bauingenieurswesen und Architektur studiert. Doch Abloh liebt es schnelle Entscheidungen zu treffen und schnelle Ergebnisse seiner Arbeit zu sehen. Das Geheimnis seines Erfolgs ist ganz einfach, er designt keine Stilrichtung, sondern wie er es nennt Lifestyle. Er möchte etwas schaffen, das Sinnbild für eine ganze Kultur ist. Das ist ihm gelungen, denn sein Label steht für herrlich nonchalante Looks, die man direkt auf der Straße wiederfinden kann, veredelt mit Stilelementen aus dem High-End-Bereich. Die Grenzen zum Luxus sind verwischt.

Off-White hat sicherlich noch einige große Momente vor sich, doch Virgil Abloh spielt jetzt schon mit dem Gedanken neue Branchen zu erobern oder etwa ein weiteres großes, jedoch angestaubtes Luxuslabel ins 21. Jahrhundert zu führen.

 

 

Demna Gvasalia

Multikulturell, multigender, multisexuell und multisprituell – so ist das Label Vetements. Um das dekonstruktive und provokative Design zu verstehen, muss man den Designer dahinter kennen. Gemna Gvasalia wuchs im Kriegsgebiet der damaligen Sowjetunion auf und musste zusammen mit seiner Familie im Alter von nur 5 Jahren fliehen. Von diesem Moment an wurde er wieder und wieder aus seiner Umgebung gerissen. Das erste Mal „zuhause“ fühlte er sich an der Königlichen Akademie in Antwerpen. Dort studierte er Mode und konnte endlich seinem Herzen folgen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die eine Hälfte der Woche steckt er sein Herzblut in das eigene Label und die zweite Hälfte leitet er das Kreativ-Team von Balenciaga. Natürlich ein Kontrast, aber genau das macht Gemna Gvasalia aus. Genauso wie seinem Kollegen Virgil Abloh, gelang es dem Designer den Zeitgeist mit genau dem richtigen Vorsprung in seine Entwürfe aufzunehmen und damit eine neue Ära in der Modewelt einzuleiten.

 

 

Christopher Bailey

In jedem Modeland gibt es eigentlich mehrere Labels, die tonangebend sind, doch in England ist Burberry ganz klar die Brand, zu der jeder andere britische Modeschöpfer aufschaut. 17 Jahre lang leitete Christopher Bailey die Kreativ-Abteilung und für die letzten zwei Jahre saß er sogar auf dem CEO-Posten des Modehauses. Umso überraschender, als vor einigen Monaten sein Weggang verkündet wurde.

Bailey arbeitete zuvor für Donna Karan, Tom Ford und Gucci. 2001 dann der Wechsel zu Burberry – er schaffte es innerhalb weniger Jahre das leicht verstaubte Traditionshaus, das vor allem für seine Trenchcoats bekannt war, in ein absolutes Must-have-Label zu verwandeln. Besonders innerhalb der letzten beiden Jahre änderte Bailey seine Handschrift komplett und gab der Marke ein neues Gesicht.

Bailey ist innovativ und zukunftsorientiert. Er war einer der Ersten, der Mode der breiten Masse zugänglich machen wollte und seine Shows via Livestream übertragen ließ. Auch ist er großer Fan der See-now-buy-now-Idee und setzte diese selbst bei einem traditionellen Haus wie Burberry durch. Im Februar  2017 hat er seine letzte Kollektion in Zusammenarbeit mit dem Luxuslabel gezeigt, was nun passiert, bleibt weiterhin offen.

 

 

Kim Jones

Allein durch die Aussage, dass er schon die schlimmsten und besten Jobs der Welt ausprobiert hat, katapultierte sich Designer Kim Jones in unser Herz. Er arbeitete sogar einmal als Tellerwäscher, nur um sich Jordans kaufen zu können. Das zeigt wahre Leidenschaft für Mode. Restlos überzeugte er dann die Modewelt 2017 mit der Louis Vuitton x SUPREME Kooperation. Als Creative Director bei Louis Vuitton Men war er für die Umsetzung und das Design der speziellen Linie zuständig.

Seine Karriere startete Kim Jones mit dem eigenen Label. Es zeichnete sich durch typische Streetstyle-Elemente und hochwertige Materialien aus – eine Kombi, die damals nicht der Norm entsprach. Seit kurzem ist bekannt, dass der Designer Louis Vuitton verlässt. Seitdem wird er als einer der Favoriten für die Burberry-Nachfolge gehandelt. Kim Jones könnte sich allerdings auch eine Wiederauflage seines eigenen Labels vorstellen. Es bleibt spannend.

 

 

Phoebe Philo

Die britische Designerin macht vor, wonach Millionen von Frauen streben: Sie ist in ihrem Job erfolgreich, ohne dabei die Familie und die Erziehung ihrer Kinder zu kurz kommen zu lassen. Sie steht für die moderne Businessfrau und reflektiert das auch in der Mode. Phoebe Philo ist für den luxuriösen Minimalismus und diverse It-Bags bekannt.

Ihre Karriere begann, nach einem abgeschlossenen Studium am Central Saint Martin’s, als Assistentin von Stella McCartney bei Chloé. Wenig später wurde sie selbst Chefdesignerin des französischen Labels und nach einer dreijährigen Babypause von Céline abgeworben. Die Modedesignerin setzte nicht nur mit den Taschen “Trapez” und “Trio” bei Céline ein Statement, sondern war auch eine der ersten, die flache Schuhe fashionable machte.

Auch sie selbst trägt am liebsten weiße, schlichte Stan Smiths von Adidas! Aktuell hört Philo bei Céline auf. Was als nächstes ansteht, ist noch nicht öffentlich, doch auch sie würde sich für eine Nachfolge von Christopher Bailey bei Burberry eignen.

 

 

Hedi Slimane

Aus aktuellem Anlass ist der Designer, um den es die letzten zwei Jahre relativ ruhig war, wieder auf Platz 1 der Fashion-News gerutscht. Wie im Januar 2018 bekannt wurde, wird er die Nachfolge von Pheobe Philo bei Céline antreten und wir können jetzt schon seine erste Kollektion kaum abwarten. Schließlich war sein schmales Hosen-Design damals der angebliche Auslöser, warum Karl Lagerfeld 40 Kilo abgenommen hat. Der Modezar persönlich wollte in diese Hosen passen, die die Männer-Silhouette langfristig veränderten.

Stationen in seinem Leben waren unter anderem Positionen bei Saint Laurent und Dior. Slimane ist bekannt dafür, keine Models aus Agenturen über den Laufsteg laufen zu lassen, sondern sucht sich seine Modelle auf der Straße, die seine Mode perfekt ergänzen. Außerdem liebt er die Fotografie und kuratierte schon mehrere Ausstellungen. Eine eigene Linie lehnte der Designer mehrmals ab, da er seinen Namen nicht verkaufen und seine kreative Freiheit nicht verlieren will.

 

Alessandro Michele

Wenn man die Designer der Stunde nennt, dann darf einer ganz bestimmt nicht fehlen: Der Gucci-Chefdesigner Michele hat fertiggebracht, was kaum einer aus der Branche für möglich gehalten hat. Quasi im Alleingang hat er Gucci zum absoluten Trendsetter-Label der Luxuswelt gemacht. Dabei agierte er bereits seit 12 Jahren im Hintergrund des Labels. Seine Aufgaben reichten von Porzellan- bis hin zu Leder- und Accessoire-Design.

In Interviews wirkt der Designer verträumt, spirituell und manchmal auch etwas entrückt – doch genau das ist sein Erfolgsrezept. „Mich faszinieren alle Formen des Wahnsinns“, sagt er einmal selbst über sich und so sehen seine Entwürfe auch aus. Sie sind ein wilder Mix aus Farben, Epochen, Materialien und Stilrichtungen. Diese unkonventionelle Art sowie die Liebe und die Leidenschaft, die er in seine Kollektionen steckt, ist genau das was der berechnenden Modewelt gefehlt hat.

 

 

Lucie und Luke Meier

Das Designer-Duo hat es faustdick hinter den Ohren. Zusammen sollen sie das Modelabel Jil Sander wieder auf Kurs bringen und was wir bisher gesehen haben, gefällt uns sehr gut. Die Designer ergänzen sich nicht nur beruflich, sondern sind auch privat ein Paar.

Lucie Meier ist in der Schweiz geboren und hat deutsche und österreichische Wurzeln. Zuvor hat sie im Hintergrund der Labels Louis Vuitton, Dior und Balenciaga gearbeitet, kommt also aus dem High-Fashion & Haute Couture Bereich.

Luke Meier studierte anfangs Finance und Business, bevor er durch einen glücklichen Zufall für insgesamt acht Jahre das Design der Erfolgsmarke Supreme übernahm. Wir sind sehr gespannt was für Kreationen dieses Duo noch so herausbringen wird und erwarten nur das Beste, denn die Fusion von Luxus und Streetwear ist gerade gefragter denn je.

 

 

Raf Simons

Der Designer ist aktuell als Chefdesigner für Calvin Klein tätig und ist ganz ohne Mode-Ausbildung in den Beruf gerutscht. Der junge Raf Simons schloss sein Studium in Industriedesign ab und fühlte sich schon währenddessen zur Mode hingezogen. Auf Anraten der damaligen Leiterin des Modeinstitut Antwerpen, entwarf er eine Herrenkollektion und brachte sich alle wichtigen Dinge selbst bei. Die Kollektion wurde ein Erfolg und 1995 auf der Mailänder Modewoche gezeigt.

Außerdem reihen sich weitere große Namen wie Dior und Jil Sander in seinen Lebenslauf ein. Raf Simons ist für seine schmale, lineare Silhouette bekannt, sodass auch Frauen seine Herrenkollektionen lieben und tragen wollen. Seine wohl bekannteste Kooperation ist die mit der Sneaker-Brand Adidas. Das Modell Stan Smith bekam einen personalisierten Schriftzug des Designers. Eine Eigenschaft, die kein anderer Modedesigner von seinem Kaliber besitzt, ist, sich nichts vom immer schneller werdenden Modezyklus diktieren zu lassen. Wenn sich dieser überschlägt, dann legt Raf Simons eine Pause ein, womit er sich und seine Marke in regelmäßigen Abständen noch begehrenswerter macht.

 

 

Karl Lagerfeld

Auch wenn mittlerweile jeder seinen Namen kennt, darf Karl alias der Mode-Papst nicht in einer Top-Ten Liste fehlen. Kein Text der Welt könnte einer Persönlichkeit, wie es Karl Lagerfeld ist, gerecht werden. Man kann den Modedesigner in keine Normen pressen, obwohl er selbst über sich aussagt, normal zu sein, zumindest seine Version von normal. Der gebürtige Deutsche ist bereits über 80 und lebt fast genauso lange in Paris. Er hat aktuell leitende Positionen bei Chanel, Fendi und seinem eigenen Label Karl Lagerfeld inne. Im Jahr entwirft er damit über 20 Kollektionen, die ausnahmslos gefeiert werden.

Außerdem gilt er als Entdecker von Claudia Schiffer, seine Zitate sind nahezu legendär und über die Modebranche hinaus bekannt. Kein Wunder, denn auch seine Interessen sind breiter gefächert als man denkt. Er besitzt heute zum Beispiel mehrere Buchläden und liebt allgemein alles was mit Papier zu tun. Beim Entwerfen seiner Kollektionen zeichnet er zum Beispiel nur die Entwürfe, schneidert sie aber nicht selbst.

Die wichtigste Rolle in seinem Leben spielt seine Katze namens Choupette, die gleichzeitig auch als Inspiration vieler seiner Kollektionen gilt. Karl Lagerfeld ist ein Unikum, wie es nur in der Modebranche existieren kann. Wir lieben ihn!

 

Top Ten Die besten deutschen Modedesigner

 

Was soll man zu Karl Lagerfeld sagen? Man weiß alles: Er ist Chanel-Designer, Fendi-Designer, und das seit Jahrzehnten. Er macht sein eigenes Label und nebenbei Consultings für H&M, die das ganze Fast-Fashion- und-Top-Designer-Phänomen erst angestoßen haben, und er macht Projekte mit Schwarzkopf, Coca Cola Light, Hogan und, und, und. Was aber das Allerwichtigste ist: Er ist nicht nur ein Designer, der jede Saison mit seiner Chanel-Schau neue Trends setzt, sondern er ist auch ein echter Medienmensch, der immer auf dem Laufenden darüber ist, was sich in der Modeszene abspielt. Dank Lagerfeld ist Deutschland die Nummer eins, wenn es um den besten Designer der Welt geht. Sein Stil: nicht festzulegen, aber immer wegweisend, seine Ateliers in Paris und Rom: immer maximal ausgelastet. Er versteht Haute Couture, er macht Haute Fourrure, und mit der Marke unter seinem eigenen Namen beherrscht er die Social-Media-Szene.

 

 

Es ist sehr schwer, vom Beruf des Modedesigners zu leben. Die meisten arbeiten freiberuflich für kommerzielle Marken, um sich über Wasser zu halten. Oder sie gehen Kooperationen mit so schwierigen Partnern wie dem Schuhhandelsunternehmen Goertz oder dem Bierproduzenten Beck‘s ein. Wenig bekannt, aber vielleicht der erfolgreichste Modedesigner in seiner Kategorie ist der Duisburger Stephan Schneider. Er lebt und arbeitet in Antwerpen, und seine Mode wird auf der ganzen Welt verkauft. Viele Boutiquenbesitzer schwören auf ihn, die Verkaufszahlen sprechen für sich. Schneider, der für einige Jahre den Studiengang Modedesign an der Universität der Künste in Berlin geleitet hat, überzeugt durch ein einfaches Konzept: Stoffe, die er meist gemeinsam mit italienischen Webern selbst entwickelt hat, und Schnitte, die klar, aber nicht zu einfach sind. So haben Ärmel bei ihm meistens keine Nähte, da sie nicht angesetzt werden, sondern aus einer Stoffbahn geschnitten sind. Schneider macht unaufgeregte Mode, die jedoch wegweisend ist.

 

Er hat in den 1980er- und 1990er-Jahren eine der ersten Lifestyle-Marken erfunden und dabei vor allem eine gute Nase bewiesen: Seine Parfums haben sich stets gut verkauft. Zwar gibt es die Marke Joop immer noch, doch hat sie die Zugkraft aus der Zeit verloren, als der Gründer noch der Chef-Kreative war. Wolfgang Joop hat mittlerweile ein neues Herzensprojekt: die Marke Wunderkind. Von seinem Domizil am Heiligensee in Potsdam aus hat Joop eine hysterisch elegante Marke für Bohemiens auf der ganzen Welt gemacht. Oft mit abstrakten Drucken, die er selbst gezeichnet hat, und einer asymmetrischen Schnittführung mit Vorliebe für kurze Hosen und lange Kleider. Der Look ist einzigartig, die Verarbeitung auf hohem Niveau. Dass der gebildete Designer einen ausgezeichneten Geschmack hat, bewies er zuletzt auch in Heidi Klums Sendung Germany‘s Next Topmodel. Seine Klasse und sein Witz haben der Show wieder zu guten Einschaltquoten verholfen. Wer weiß, vielleicht kann Wunderkind von dieser neuen Popularität profitieren. Michael Kors hat es in Amerika vorgemacht: Er wurde zum Milliardär

 

Wer wie Lutz Huelle seine Mode seit 15 Jahren einfach unter den Vornamen Lutz verkauft, mag es essenziell. Und so braucht Huelle weder vergangene Epochen noch geografische Vorlieben als Inspiration, sondern einzig und allein ein Kleidungsstück. Huelle arbeitet sich akribisch an Details ab, verändert diese auf ungewohnte Art und modernisiert ihre klassische Daseinsberechtigung ohne viel Aufheben, doch mit hohem Anspruch, vor allem an sich selbst. Vielleicht ist dieser einer der Gründe, warum der gebürtige Remscheider und seine Kollektionen eigentlich schon immer mehr in Paris – wo er schon lange lebt – als in Deutschland zu verorten waren. Lutz Huelle wurde in den 1990er Jahren als Modell des Fotokünstlers Wolfgang Tillmans bekannt und arbeitet auch heute noch eng mit ihm zusammen.

 

Im bayrischen Traunstein an der Grenze zu Österreich spielt sich eine der interessantesten Geschichten der deutschen Modeszene ab. Von dort aus hat sich Damir Doma auf den Weg gemacht, die Modewelt zu erobern. Zuerst bei Dirk Schönberger – derzeit Kreativchef bei adidas – und dann bei Raf Simons, dem künstlerischen Direktor von Dior, in der Lehre, hat er sich schnell selbstständig gemacht. Sein Investor und Partner heißt Stephan Wembacher und kommt ebenfalls aus Traunstein. Wembacher ist ein erfolgreicher Unternehmer, der sein Geld mit soft goods für Apple verdient hat. Das investiert er nun in die klugen, vorausschauenden Kollektionen von Doma. Domas Stärke liegt in seinem unglaublich großen Repertoire. Der 30-jährige Bayer mit kroatischen Wurzeln kann Sportswear, wie Bomberjacken und Windbreaker, hat aber auch ein gutes Gefühl für die Schneiderei. Seine leicht oversized geschnittenen Männerjacken haben ihm von Anfang an Aufmerksamkeit gebracht, und sein Name wird gehandelt, wenn in Paris ein neuer Posten besetzt werden soll. In Traunstein unterdessen leitet die Mutter des Designers die Schneiderwerkstatt. Das passt zu Doma: Ihm geht es in der Mode darum, „herauszufinden, wer ich bin“. Das rückt ihn, passend zur Kleidungsfarbe, eher in die Nähe der Pariser Existenzialisten von Saint-Germain als zur Avenue Montaigne.

 

Berlin ist ein hartes Pflaster für Modedesigner. Aber Kostas Murkudis besteht die Probe. Seit Jahren entwickelt er seine international anerkannte Kollektion in einer Altbauwohnung im Stadtteil Charlottenburg. Die Teile bestechen durch einen coolen Materialmix, gewagtes Volumen und treffende Farbgebung. Murkudis reist regelmäßig nach Paris, um sich auf dem Laufenden zu halten. Nebenbei kooperiert er auch wie kaum ein anderer mit unterschiedlichen Marken: Er macht Anzüge mit Regent, Kaschmir mit Johnston, Glaskunst mit Lobmeyr, und er arbeitete für Closed. Zusammen mit seinem Bruder Andreas Murkudis, der einen Modeladen betreibt, ist er einer der besten Modemacher, die Berlin zu bieten hat.

 

Boris Bidjan Saberi gehört zur dunklen Seite der Modemacht. Kritiker vergleichen den rauen Stil des Sohns einer deutschen Mutter und eines persischen Vaters gerne mit den Kreationen des exzentrischen amerikanischen Modedesigners Rick Owens. Doch nach trendheischenden Entwürfen sucht man bei Saberi vergebens. Stattdessen interpretiert er den klassischen Anzug neu und zeigt mit Verhüllungen und asymmetrischen Schnitten experimentierende Kollektionen, die aussehen, als könnte man sich damit einem urbanen Nomadenvolk anschließen. Männermode, die warm hält – sowohl physisch als auch emotional.

 

Keine Show, keine saisonalen Kollektionen, keine Werbung. „An die Idee des reproduzierenden Lifestyles in der Mode habe ich mich nie gewöhnt“, erklärt der in München geborene und in Mailand lebende Modemacher Christian Niessen. Statt Mode über ein künstliches Image zu verkaufen, lässt Niessen es vom Konsumenten gleich selbst gestalten und zeigt, wie Exklusivität in Zeiten der technischen Reproduzierbarkeit aussehen kann: Jedes Kleidungsstück gibt es nur einmal. Programmatische Konfektion für Kreativnerds und Konsumkritiker könnte man das nennen. Besser kann man alte Handwerkstraditionen mit technologischen Neuerungen kaum verbinden. Niessen hat sein Handwerk wie Kostas Murkudis bei Helmut Lang gelernt. Als rechte Hand des Wiener Designers war er zu den großen Zeiten des Minimalisten mit Schneiderflair in Paris und New York dabei. Zusammen mit seiner Partnerin Nicole Lachelle hat Niessen in Paris das Label No Editions gegründet.

 

Der Rheinländer Dirk Schönberger hat seine Karriere in Antwerpen begonnen. Nachdem er erste Erfahrungen bei Dirk Bikkembergs gesammelt hatte, ging er unter eigenem Namen mit einer Schau in Paris an den Start. Schönberger macht klassische Männermode mit coolen Details. So hat er am Anfang sehr oft seine Waschmaschine benutzt, um seine Teile einmal zu spülen und um seinen Smokinghemden und Blazern so den lässigen Schon-mal-getragen-Lookzu geben. Seine Schneiderei hat eine klare Linie. Vor allem von den Songs der Hamburger Gruppe Blumfeld hat er sich für seine Inszenierungen beeinflussen lassen. Sein Leitmotiv: der unterschätzte Underdog, der durch eigenwillige Kleidung, wie ein Safarijackett mit goldenen Streifen am Arm, wie ein Admiral der Marine wirkt. Nachdem es mit dem eigenen Label in Zeiten der Wirtschaftskrise immer schwieriger wurde, hat sich Schönberger bei Joop bewährt und der Marke nach Wolfgang Joop ein klares Berlin-Profil verpasst, indem er seine Schauen im Olympiastadion oder in der Neuen Nationalgalerie veranstaltete. Mittlerweile ist er bei Adidas gelandet und vielleicht der am meisten beschäftigte Designer seiner Generation. Denn bei Adidas verantwortet er von der Kollektion Y-3 – zusammen mit Yohji Yamamoto – über die Originals- und die neue Neo-Kollektion bis zu den Kooperationen mit Justin Bieber und Kanye West so ziemlich alles bei der Milliardenmarke, was mit Mode zu tun hat.

 

Wenn es ein Designer geschafft hat, machtvoll seine deutsche Identität in seine Arbeit einzubringen, dann ist es Frank Leder. Die Kollektionen des Nürnberger Designers erinnern an die Bauernporträts des Fotografen August Sander, nur sind bei ihm die Jungbauern entweder Schnapsbrenner oder Wandergesellen. Sie sind auch so gekleidet, wie man es von der Berufsbezeichnung erwartet, aber alles ist mit viel Liebe zum Detail designt. Vor allem seine Schnitte sind perfekt, die Passform seiner Hemden und Jacken sticht heraus. Dass die Mode von Frank Leder in keinem einzigen deutschen Modegeschäft geführt wird, ist unglaublich. Er ist einer der Designer, die in Japan großen Erfolg haben. Dort beliefert er mehr als 70 Läden mit seinen urdeutschen Designs.