Sotheby’s & Christie’s: Die berühmtesten Auktionshäuser der Welt

Mit jahrhundertelanger Erfahrung sind Sotheby’s und Christie’s die großen Namen unter den traditionellen Auktionshäusern. Wir stellen Ihnen die beiden berühmten Unternehmen vor.

„Zum Ersten, zum Zweiten,…“ tönt es in den Verkaufsräumen von Sotheby’s und Christie’s. Der Ablauf folgt der Tradition, die bereits seit dem 18. Jahrhundert besteht. Kennzeichnend für die beiden bekannten Auktionshäuser ist zudem die Rivalität, bei der es sich um eine der ältesten der Geschäftswelt handelt. Zusammen dominieren sie den Markt: Sie halten über 750 Auktionen pro Jahr und kontrollieren 42 % des Marktes für Kunstversteigerungen. Die dabei erzielten Höchstwerte, wie die Auktion von Picassos „Les femmes d’Alger“ für 179,4 Millionen Dollar, sorgen für Schlagzeilen.

Bei diesen Summen ist es nicht verwunderlich, dass sich Investoren für Kunst als Wertanlage interessieren. Mit Umsätzen von 63,8 Milliarden Dollar im Jahr 2015 ist der Kunstmarkt eine ertragsträchtige Anlaufstelle, die sich zunehmend durch die globale Vernetzung wandelt.

Anfänge im 18. Jahrhundert

Der Sotheby’s Mitbegründer Samuel Baker öffnete 1744 in London für die erste Auktion die Türen. Baker war zu diesem Zeitpunkt schon jahrelang im Buchhandel tätig, suchte jedoch nach Möglichkeiten, seine Profite zu erhöhen. Von niederländischen Auktionen inspiriert erfand er eigene Regeln für Versteigerungen, die es ihm erlaubten, an den Meistbietenden zu verkaufen. Dabei kamen entsprechend Bakers Werdegang wertvolle Bücher unter den Hammer. Als Namensgeber trat sein Neffe John Sotheby 1778 in das Unternehmen ein.

Der spätere Rivale James Christie startete ebenfalls mit Büchern und bot daneben Bilder und Weine bei seiner ersten Versteigerung 1766 an. Der Erlös betrug über 76 Pfund, was umgerechnet heute ungefähr 14.500 Euro entspricht. Einen Namen machte sich Christie im Jahr 1778 mit dem Verkauf einer Kunstsammlung, die für die seiner Zeit sagenhafte Summe von 40.000 Pfund an Katharina die Große ging.

Die spezialisierte Versteigerung von Kunst ließ bei Sotheby’s auf sich warten, da Schriften und Bücher bis ins 20. Jahrhundert den hauptsächlichen Versteigerungsgegenstand darstellten; erst danach etablierte sich das Kunstgeschäft auch bei Sotheby’s.

Unternehmensstruktur: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Christie’s und Sotheby’s sind sich in vielerlei Hinsicht ähnlich. Beide Unternehmen beschäftigen heute zwischen 1.600 und 2.000 Mitarbeiter. Sie führen Niederlassungen in jeweils mehr als 30 Ländern und haben zehn bis zwölf Verkaufsräume in den Metropolen der Welt. 2015 betrugen die Auktionserlöse der beiden Häuser zusammen 12,3 Milliarden Dollar, von denen 48 % auf Sotheby’s entfielen. Beide Häuser setzen neben der Versteigerung von Kunst auf bis zu 80 weitere Kategorien. Diese umfassen unter anderem:

  • Uhren

  • Weine

  • Oldtimer

  • Briefmarken

Die großen Unterschiede zwischen den Unternehmen offenbaren sich in der Finanzierungsstruktur. Christie’s ist ein privat gehaltenes Unternehmen. 1998 erwarb der französische Großunternehmer François Pinault das Auktionshaus für geschätzte 1,2 Milliarden Dollar. Die Gewinnzahlen hält Christie’s geheim, während jedoch halbjährliche Berichte zu den Verkäufen veröffentlicht werden.

Wenn zwei sich streiten

Die Marktanteile sind traditionell zwischen den beiden Rivalen umkämpft. Daher ist es den Verkäufern möglich, mit den Häusern Bedingungen zu ihren Gunsten zu verhandeln. Um den potenziellen Verkäufer für sich zu gewinnen, machen die Unternehmen Zugeständnisse, die sie in einigen Fällen Beträge im sechsstelligen Bereich kosteten. Das nehmen sie jedoch in Kauf, um ihre Dominanz am Markt zu erhalten.

Früher bestand eine deutliche Informationsasymmetrie gegenüber Kunden und Wettbewerbern, die Sotheby’s und Christie’s Vorteile verschafften. Heute ist es jedoch möglich, das Ungleichgewicht mit einer schnellen Recherche zu beseitigen. Nutznießer ist zum Beispiel der Konkurrent Phillips, ein kleines Auktionshaus, das den großen Häusern mit einer neuen und an junge Leute gerichteten Positionierung auf den Fersen bleiben will.

Die Tatsache, dass Investoren Kunst als Wertanlage sehen und Informationsbedarf haben, stellt eine weitere Chance für Unternehmen in der Branche dar. Sie bieten online kostenpflichtig Marktdaten und Analysen zu Kunstwerken an, die es ihren Kunden auch ohne Expertenwissen erlauben, attraktive Investitionsmöglichkeiten auf dem Kunstmarkt zu identifizieren.

 

Onlineauktionen der Traditionshäuser

 

Daneben hat die Entwicklung von Onlineauktionen das Potenzial, den Kunstmarkt nachhaltig zu verändern. Bisher gibt es kleinere Anbieter, die sich auf den Verkauf von Kunst spezialisiert haben, womit sie kleine Auktionshäuser unter Druck setzen. Bisher stellen sie allerdings keine ernsthafte Konkurrenz für Sotheby’s und Christie’s dar.

Trotzdem ist es für die großen Traditionshäuser unerlässlich, den Anschluss bei Onlineauktionen zu halten.

Christie’s führt unter eigener Regie Versteigerungen im digitalen Raum durch. Sotheby’s sicherte sich hierfür 2014 einen bekannten Partner in Form des Onlineportals eBay. Im Rahmen der Zusammenarbeit führt Sotheby’s verschiedene Auktionen online durch. Damit sind die Traditionshäuser endgültig in der Gegenwart angekommen.

Umsatzstärkste Auktionshäuser im Jahr 2017 (in Millionen US-Dollar)

Die Statistik zeigt die größten Auktionshäuser weltweit nach ihrem Umsatz im Jahr 2017. Das traditionsreiche britische Auktionshaus Christie’s setzte in diesem Jahr über 4,4 Milliarden US-Dollar um.

Die schönsten Auktionshäuser der Welt

Zum Ersten, zum Zweiten und – verkauft! Eine angespannte Stimmung, hohe Geldbeträge, wertvolle Schätze: In Auktionshäusern herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Selbst wenn Sie nicht investieren wollen, lohnt sich deshalb ein Besuch.

Wien: Dorotheum (“Pfandl”) Seit 1707 existiert Österreichs ältestes Pfandhaus in der Dorotheergasse 17 im 1. Bezirk. Die Wiener nennen ihr Dorotheum “Pfandl”, was auf das historische Pfandgeschäft zurückgeht, welches es auch heute noch gibt. Hinter vornehmen, neobarocken Fassaden werden bei rund 600 Auktionen pro Jahr weit über eine halbe Million Objekte versteigert – ob Alte Meister oder Musikinstrumente, historische Waffen und Uniformen, Möbel, Briefmarken und Dekostücke. Mittlerweile gibt es zahlreiche Filialen in Europa und sogar eine in Tokio. In einem gesonderten Raum kann man schöne Stücke ganz normal einkaufen (www.dorotheum.com). London: Sotheby’s

Wenn Edvard Munch mitbekommen hätte, was sein Gemälde “Der Schrei” alles durchgemacht hat. 1994 aus der norwegischen Nationalgalerie gestohlen, von der Polizei sichergestellt, die Täter hinter Gittern – und 2012 bei Sotheby’s für umgerechnet 91 Millionen Euro versteigert. Keine Frage, das Herz der Kunstwelt schlägt in Sotheby’s, dem größten und einflussreichsten Auktionshaus der Welt. Den Hauptsitz des 1744 gegründeten Auction House findet man in Londons Bond Street. Sotheby’s und seine Dependancen rund um den Globus diktieren das Preisgefüge auf dem Kunstmarkt. Trotz Internethandel geht für Traditionalisten nichts über die Versteigerungen im Londoner Haupthaus, wo Kunst, Antiquitäten oder Schmuck versteigert werden, darunter die Kunstsammlungen ganzer Königshäuser. Zudem gibt es mittlerweile Maklerbüros der Marke Sotheby’s. Hier verkaufte zum Beispiel Johnny Depp sein Anwesen in der Provence. (www.sothebys.com).

London: Christie’s

Christie’s, die andere Auktionshaus-Ikone Londons, hat mittlerweile 80 Ableger weltweit. Im Versteigerungssaal des vornehmen Hauses in der King Street findet sich stets ein illustres Publikum aus Antiquitätenhändlern, privaten Sammlern und hippeligen Beobachtern ein. In 80 Objektkategorien finden sich seltene Möbelstücke, erlesene Weine oder Autoklassiker. Christie’s gibt es nicht nur in Großbritannien: Die Marke hat

Dependancen in New York, Paris und Hongkong. Spektakuläre Versteigerungen pflastern den Weg von Christie’s, etwa die Gemäldeversteigerung eines Van Gogh: Für 82,5 Millionen Dollar wechselte das Porträt von Dr. Gachet seinen Besitzer. Auch die Versteigerung aus dem Besitz von Marilyn Monroe sorgte für weltweite Schlagzeilen – und zuletzt Picassos “Les femmes d’Alger”, das vergangenen Mai für die Rekordsumme von 160 Millionen Dollar unter den Hammer kam.

Christie’s gibt es nicht nur in Großbritannien: Die Marke hat Dependancen in New York, Paris und Hongkong.

Niedersachsen: Schloss Ahlden Augen auf bei der Wahl der Liebhaber! Das hätte die Celler Herzogstochter Sophie Dorothea bedenken sollen, als sie ihren Gatten, den späteren König Georg I. von England, mit einem schwedischen Grafen betrog. Die Affäre brachte ihr die lebenslange Verbannung ein (von 1694 bis 1726). Schauplatz der Liebestragödie war das Wasserschloss Ahlden an der Aller. Seit 1975 nützen die Berliner Auktionatoren Karin und Florian Seidel das historische Schloss als Sammelort für Kunst vom Feinsten. In großen Auktionen sind neben Möbeln und Gemälden von Barock über Jugendstil bis in die Moderne vor allem Meißener Porzellan des 18. Jahrhunderts und edles Silber zu entdecken. Und manchmal auch die Schätze eines modernen Malerfürsten (www.schloss-ahlden.de).

München: Kunstauktionshaus Neumeister

Nur einen Steinwurf vom Areal der Pinakotheken entfernt befindet sich das Kunstauktionshaus Neumeister. Das königliche Tafelservice der Wittelsbacher war das Herzstück in der Geschichte des Hauses, aber man hatte immer ein offenes Ohr für Kunst aus Afrika und Ozeanien oder die Mode der 1970er-Jahre. Alte Meister und Moderne gehören ebenso zum Programm wie Silber und Porzellan. (www.neumeister.com).

Zürich/Genf: Koller Auktionen Wir schreiben das Jahr 1958. Der in Lausanne und Zürich aufgewachsene Romand Pierre Koller macht seine Leidenschaft für Pferdestiche zum Beruf und eröffnet mit 34 Jahren an der Zürcher Dufourstraße die Galerie Koller. Für hochwertiges Mobiliar und anspruchsvolle Antiquitäten besteht eine Marktlücke, die sich der junge Unternehmer dank hervorragender Kontakte zunutze machte. Zwei Jahre später gab es die ersten Versteigerungen mit Uhren, Möbeln, Porzellan und mehreren Werken moderner Malerei internationaler und Schweizer Künstler von Hodler bis Boudin. Heute ist Koller das führende Auktionshaus in der Schweiz, mit mehreren Büros in Deutschland, London, Paris, Moskau und Shanghai. Die Gemälde alter Meister, moderne und zeitgenössische Kunst, französische Möbel, Schmuck und vieles mehr stellt das Haus anlässlich der Auktionsausstellungen für jeweils zehn Tage zu einem Gesamtkunstwerk zusammen und heißt alle Kunstliebhaber zu diesem kostenlosen Kulturerlebnis willkommen (www.kollerauktionen.ch).

Mailand/Rom/Venedig: Finarte

In den 60-er-Jahren machte sich das Kunsthaus Finarte einen Namen mit einer spektakulären Sammlung moderner und zeitgenössischer Malerei. Es begann mit Picasso und El Lissitsky, mit Kandinsky und Morandi. In den mittlerweile drei Finarte-Häusern in Rom, Mailand und Venedig ringen Freunde edler Preziosen mittlerweile auch um Silberkreationen, Uhren, antike Möbel, Bücher, Teppiche und viele andere Unbedingt-haben-wollen-Accessoires. 2011 meldete das Auktionshaus Konkurs an, bevor es 2014 dank italienischer Investoren wieder zum Leben erweckt wurde (www.finarte.it).

Berühmte Auktionshäuser im Überblick

Sotheby’s, Christie’s, Dorotheum und Villa Grisebach zählen zu den bekanntesten Auktionshäusern – wir informieren über deren Geschichte und bedeutende Versteigerungen

Hier wird bereits das Zuschauen zum wahren Vergnügen: Traditionsreiche und berühmte Auktionshäuser lassen uns hautnah dabei sein, wenn wertvollste Kunstwerke den Besitzer wechseln. Ein Besuch lohnt sich hier also auch mit kleinem Budget – sofern die Versteigerung frei zugänglich ist. Dabei gibt es mitunter Spezialisierungen auf verschiedenste Bereiche in Kunst und Kunsthandwerk. Machen Sie einen Streifzug durch die berühmtesten Häuser für Kunstauktionen.

Weltweit gibt es unzählige Auktionshäuser, die sich auf verschiedenste Bereiche in Kunst und Kunsthandwerk spezialisiert haben. Einige bieten auch unbekannte Gemälde oder Objekte feil, andere versteigern ausschließlich Künstler spezieller Epochen, und wieder andere Häuser beschränken sich auf große Namen des Kunstbetriebs.

Sotheby’s

Zu den weltweit berühmtesten seiner Art zählt das amerikanische Traditionshaus Sotheby’s. Bereits 1744 gegründet, befindet sich das Stammhaus heute in New York. Im Laufe der Jahrhunderte sind hier weltbekannte Werke wie “Die Goldene Adele” von Gustav Klimt für Rekordpreise in Millionenhöhen unter den Hammer gekommen.

Und auch ganze Sammlungen sowohl prominenter als auch unbekannter Kunstliebhaber wurden hier bereits versteigert. Neben dem Auktionshaus in New York betreibt Sotheby’s zahlreiche kleinere Dependancen in der ganzen Welt, unter anderem auch in Deutschland und Großbritannien. Und selbst im Internet können findige Käufer hier auf ausgewählte Objekte mitbieten.

Geschichte

Als der Buchhändler Samuel Baker in London das Auktionshaus Sotheby’s gründete, bot er zunächst einige hundert Bücher an. Der erste Auktionstermin war auf den 11. März 1744 anberaumt.

Nach einigen Jahren konnte das Geschäftsfeld erweitert werden. Zu den Verkaufskategorien zählten seitdem auch

  • Drucke und Graphiken

  • Münzsammlungen und

  • Medaillen.

Während Sotheby’s für eine lange Zeit nur innerhalb Englands Erfolge verzeichnen konnte, sorgte dessen Präsident Peter Wilson nach dem Zweiten Weltkrieg dafür, dass das Auktionshaus auch international an Bedeutung gewann.

Schon bald war es so begütert, dass es das in Amerika ansässige Auktionshaus Parke-Bernet aufkaufen konnte. Die Übernahme sorgte dafür, dass Sotheby’s fortan das größte Auktionshaus Amerikas wurde.

Zu Beginn der 1990er Jahre stieg General Felt Industries mit einem Anteil von 14 Prozent in das Unternehmen ein. Im Jahr 2009 erwarb der Hedgefonds-Manager Steven A. Cohen einen Anteil von 5,9 Prozent am Unternehmen.

Auch in Deutschland hat sich Sotheby’s etabliert. Die 1976 gegründete eigenständige GmbH besitzt hierzulande inzwischen sechs Filialen. Im Jahr 2000 erweitere Sotheby’s das Geschäftsfeld dahingehend, dass auch per Internet Versteigerungen möglich waren.

Bedeutende Versteigerungen

Zu den bedeutendsten Versteigerungen bei Sotheby’s mag die Auflösung der Privatsammlung von Elton John im Jahr 1988 gehören. Dieser trennte sich von 2.000 Liebhaberstücken und erzielte einen Erlös von über acht Millionen US-Dollar. Weiterhin wurden für das Picasso-Gemälde “Junge mit Pfeife” 104,2 Millionen Dollar geboten.

Das bisher teuerste Gemälde war “Der Schrei” des norwegischen Malers Edvard Munch. Es ging für 119,9 Millionen US-Dollar an den Käufer.

Auch Privatverkäufe brachten dem Auktionshaus eine Menge Geld ein. Beispielsweise wechselte das Gemälde “Die Goldene Adele” von Gustav Klimt für 135 Millionen Dollar im Jahr 2006 seinen Besitzer.

Auktion bei Sotheby’s erzielt Rekordsummen für Bilder von Mark Rothko und Jackson Pollock

Im Jahr 1954 entstand das Bild “Royal Red and Blue” von dem russisch-amerikanischen Künstler Mark Rothko, ein Maler des Abstrakten Expressionismus, der sich später im Jahr 1970 das Leben nahm. Jetzt wurde dieses großformatige Gemälde im Auktionshaus Sotheby’s mit einer Rekordsumme 75,1 Millionen US-Dollar, das sind umgerechnet 59 Millionen Euro, versteigert, nachdem es “nur” auf 50 Millionen Dollar geschätzt wurde.

Vor etwa einem halben Jahr wurde in dem anderen bekannten New Yorker Auktionshaus Christie’s ein anderes Werk dieses Künstler für knapp 87 Millionen Dollar versteigert, bei dem Werk handelte es sich um das “Orange, Red, Yellow”, das der Künstler im Jahr 1961 geschaffen hatte.

Bei der jetzigen Auktion kam auch ein Werk von Jackson Pollock unter dem Hammer, das Bild “Number 4” aus dem Jahr 1951, das auch weit über dem Schätzwert zwischen 25 bis 35 Millionen für 40,4 Millionen Dollar einen neuen Besitzer fand.

Christie’s

Ein Inbegriff von Tradition und Prestige ist auch das britische Auktionshaus Christie’s. Es wurde ebenfalls im 18. Jahrhundert gegründet; neben dem Hauptsitz in London ist Christie’s weltweit unter anderem auch in Hongkong und New York tätig.

Geschichte

Das Auktionshaus Christie’s nahm im Jahr 1766 seine Arbeit auf. Der erste Auktionator hieß James Christie.

Im Auftrag der königlichen Familie und der Aristokratie wurden am 5. Dezember desselben Jahres die ersten Kunstgegenstände veräußert. Später erwarb Katharina II. die Gemäldesammlung des ersten Premierministers Walpole, welche in die Sammlung der Eremitage in Sankt Petersburg einfloss.

Inzwischen ist Christie’s weltweit tätig, der Hauptsitz besteht weiterhin in London. Weitere Standorte sind New York, Paris und Hongkong.

Christie’s verzeichnet einen durchschnittlichen Jahresumsatz von 6,3 Milliarden US-Dollar. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass das Unternehmen im Wert sinkt. Bisher gehört es dem Milliardär Pinault, bereits seit 2008 wird spekuliert, dass Christie’s versteigert werden soll.

Zu den berühmtesten Verkäufen zählten hier unter anderem Werke von

  • Rembrandt

  • Pablo Picasso

  • da Vinci

  • Klimt

  • Monet oder

  • Vincent van Gogh.

Außerdem veräußerte Christie’s Fotografien, beispielsweise “Untitled” (Cowboy) von Richard Prince, welche einen Erlös von 1 Million US-Dollar erzielte. Sammelobjekte aus Glas und Porzellan gehören ebenfalls zu den veräußerten Objekten.

Im Jahr 2006 wurde die bis dato teuerste Violine versteigert. Es handelte sich um eine Stradivaris für 3,544 Millionen US-Dollar.

Selbst Teppiche erzielen bei Christie’s Höchstpreise. Im Jahr 2010 wurden für einen persischen Vasenteppich 7,2 Millionen Euro geboten.

Neuer Rekord beim Auktionshaus Christie’s in New York mit 106 Millionen für ein Bild von Picasso

Bei einer Versteigerung im bekannten Auktionshaus Christie’s in New York wurde jetzt ein neuer Rekord aufgestellt. Für das Ölgemälde “Nude, Green Leaves and Bust”, auf deutsch “Nackte, grüne Blätter und Büste”, das der spanische Maler Pablo Picasso im Jahr 1932 gemalt hat, zahlte ein Unbekannter 106 Millionen Dollar.

Bei dem Gemälde handelt es sich um Picassos Geliebte Marie-Thérèse Walter. In den 50-er Jahren kam das Bild in den Besitz der verstorbenen Mäzenin Frances Lasker Brody. Von dem Erlös dieser Auktion soll ein Teil ein Museum, eine Bibliothek, sowie auch ein botanischer Garten in Kalifornien erhalten.

In diesem Jahr wurden schon am 3. Februar bei einer Versteigerung in dem Auktionshaus für eine Skulptur von Alberto Giacometti 104,3 Millionen Dollar erzielt, was einen Rekord darstellte, der jetzt also geknackt wurde.

Auktion in New York bei Christie’s meldet neue Rekorde bei Bildern von Monet und Kandinsky

Nachdem der Hurrikan “Sandy” über New York gezogen ist, wurden gestern am Mittwoch Abend im berühmten Auktionshaus Christie’s unter anderem Bilder des russischen Expressionisten Wassily Kandinsky, der auch viele Jahre in Frankreich und Deutschland lebte und arbeitete, sowie des französischen Malers Claude Monet versteigert.

So konnte Christie’s wieder einmal einen neuen Rekordpreis erzielen, denn das Gemälde von Kandinsky “Studie für Improvisation 8” wurde nach einem anfänglichen Schätzpreis von 20 bis 30 Millionen Dollar für 23 Millionen Dollar an einen Sammler aus Europa verkauft. Noch niemals wurde soviel Geld für ein Gemälde des russischen Künstlers bezahlt.

Doch es sollte noch besser kommen, denn das berühmte Bild des französischen Impressionisten Claude Monet “Seerosen” aus dem Jahr 1905 erzielte über 43 Millionen Dollar, was der zweit höchste Preis für ein Monet-Bild ist. Insgesamt wurden bei 48 Werken ein Erlös von knapp 205 Millionen Dollar (umgerechnet 160 Millionen Euro) erzielt, doch ein Drittel der Angebote konnten nicht verkauft werden. Vielleicht lag es am Wetter oder auch an der US-Präsidenten-Wahl.

Dorotheum

Das größte und mit berühmteste Auktionshaus im deutschsprachigen Raum ist das Dorotheum, welches seinen Sitz im österreichischen Wien hat. Neben Kunstwerken werden hier auch

  • kunsthandwerkliche Objekte

  • Möbel und

  • Schmuck

versteigert.

Geschichte

Im Jahr 1707 wurde durch den Kaiser Joseph I. das Auktionshaus Dorotheum in Wien gegründet. Sein ursprünglicher Name lautete Versatz- und Fragamt zu Wien.

Dort, genauer unter der Anschrift Dorotheergasse 17, 1. Wiener Gemeindebezirk, Innere Stadt, befindet sich auch heute noch dessen Hauptsitz. Das ursprüngliche Gebäude ist im Jahr 1901 durch einen Neubau ersetzt worden.

Im Dorotheum können die unterschiedlichsten Objekte aus den Kategorien Kunst sowie Angewandte Kunst per Gebot erworben werden. Möglich ist es auch, diese Gegenstände käuflich zu erwerben beziehungsweise eigene Gegenstände zu veräußern oder zu verpfänden.

Auch gepfändete Waren werden über das Dorotheum veräußert. Beispielsweise kommen

  • Graphiken

  • Büsten

  • Skulpturen

  • Bilder

  • Bücher

  • Briefmarken und

  • Gemälde

unter den Hammer. Ebenso gehören

  • Möbel

  • Teppiche

  • Glas

  • Geschirr

  • Porzellan und

  • Schmuck

zu den gehandelten Waren. Selbstverständlich werden nur ausgewählte Werke in einer guten Qualität angekauft, schließlich muss beim Wiederverkauf eine möglichst hohe Rendite für das Auktionshaus herausspringen. Die aufgekauften Objekte werden begutachtet, gelistet und katalogisiert. Später kann der potentielle Käufer diese in verschiedenen Ausstellungsräumen vor dem Auktionsbeginn besichtigen.

Bis zum Jahr 2001 oblag die Leitung des Auktionshauses dem Staat, ab 1992 durfte sich das Dorotheum mit dem Bundeswappen im Geschäftsbrief schmücken. Dann ging das Eigentum an ein Konsortium über.

Innerhalb Österreichs entstehen seitdem immer neue Filialen. Derzeit finden etwa 600 Auktionen pro Jahr statt.

Bedeutende Versteigerungen

Von geschichtlicher Bedeutung sind hauptsächlich diejenigen Auktionen, die im Rahmen der Kommissionierung durch nationalsozialistische Stellen durchgeführt wurden. Aufgrund der damaligen Monopolstellung des Auktionshauses hatte dieses bei der Verwertung der Sachen freie Hand.

Die ehemaligen Besitzer erhielten nur einen schlechten Ausgleich und hatten selbst nach 1945 kaum die Möglichkeit, eine Entschädigung zu erzielen. Zum Ende der 1980er Jahre eröffneten im Dorotheum verschiedene Handelsbereiche wie

  • der Schmuckhandel

  • Kunstgegenstände oder

  • Dekoration.

Außerdem werden hier regelmäßig Museumstage durchgeführt, die vom Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien veranstaltet werden.

Villa Grisebach

In Deutschland zählt das Auktionshaus Villa Grisebach zu den bekanntesten seiner Art im Bereich von Kunst und Kunsthandwerk. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auch auf der Versteigerung künstlerischer Fotografien. Die Auktionen der Villa Grisebach finden zweimal jährlich in Berlin statt, wobei einzelne Objekte in verschiedenen deutschen Städten zur Vorbesichtigung ausgestellt werden.

Geschichte

Der in Berlin lebende Architekt Hans Grisebach entwarf zum Ende des 19. Jahrhunderts eine Stadtvilla, die er in den Jahren 1891/1892 in der Fasanenstraße, Berlin-Charlottenburg erbaute. Sie wurde von ihm als Atelier und Wohnhaus genutzt. Heute befindet sich in dieser Villa ein Auktionshaus.

Besonderheiten der Stadtvilla

Das Besondere an der Villa Grisebach ist ihr individueller Baustil. Das schmale Haus reicht direkt bis an den Gehsteig heran.

Möglich wurde dies durch eine spezielle Bauart. Der Hausbau begann im Inneren, respektive im Treppenbereich und wurde nach außen fortgeführt.

Dabei verwendete Grisebach funktionelle Materialien, die er mit mittelalterlichen Formen kombinierte. Jedes Zimmer ist durch jeweils ein anderes erreichbar.

Nach dem Tod des Architekten erfolgte ein Umbau. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Villa zerbombt. In den 1960er Jahren sollte das Haus abgerissen werden. Erst 1980 stellte man es unter Denkmalschutz, restaurierte und vermietete es.

Seit 1986 konnte sich die Villa Grisebach einen Namen machen. In ihr waren fortan fünf Kunsthändler sesshaft.

Sie machen Geschäfte mit nationaler und internationaler Kunst aus dem 19., 20. und 21. Jahrhundert. Zweimal pro Jahr werden Auktionen durchgeführt.

Bereits in ihren Anfängen erzielte die Villa Grisebach vorzeigbare Gewinne. Inzwischen ist sie Marktführer auf dem Gebiet der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts.