Favoriten, neue Gesichter, Rückkehrer: Das beschert uns die NFL-Saison 2018

Die Amerikanische Antwort auf die Uefa Champions League?

Die neue NFL-Saison steht in den Startlöchern. Los geht’s schon in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit dem Season Opener zwischen den Philadelphia Eagles und den Atlanta Falcons.

Wer sind in dieser Saison die Favoriten?

Im Grunde sind es die üblichen Verdächtigen: Neben den New England Patriots, den Green Bay Packers und den Pittsburgh Steelers werden eben auch die Eagles und die Falcons genannt. Ein ganz heißes Eisen sind die Los Angeles Rams, die während der Offseason aufgerüstet haben.

Wie viele Deutsche sind dabei?

Mit dem in Kalifornien geborenen Wide Receiver Equanimeous St. Brown hat es ein Rookie direkt ins Roster geschafft. Der 21-Jährige trägt das Trikot der Green Bay Packers. Für Linebacker Mark Nzeocha, der für die San Francisco 49ers aufläuft, ist es die vierte NFL-Saison.

Neben dem Duo dürfen drei weitere deutsche Profis als Mitglieder der Practice Squads zumindest mit den Teams trainieren. Tight End Moritz Böhringer steht bei den Cincinnati Bengals unter Vertrag, Linebacker Eric Nzeocha spielt bei den Tampa Bay Buccaneers und Fullback Christopher Ezeala ist für die Baltimore Ravens aktiv.

Welche Stars haben neue Verträge unterschrieben?

Auch in der NFL gab es einen Rekord-Sommer. Denn angesichts der zahlreichen Mega-Deals purzelten die Rekorde nur so. Quarterback Aaron Rodgers verlängerte bei den Packers für vier Jahre und kassiert allein in der nun beginnenden Spielzeit 80 Millionen US-Dollar. Wide Receiver Odell Beckham jr. unterschrieb für weitere fünf Jahre bei den New York Giants und kann in dieser Zeit bis zu 90 Millionen US-Dollar einstreichen.

Kurz vor Saisonstart statteten die Los Angeles Rams dann noch Tackle Aaron Donald mit einem Kontrakt über sechs Jahre und 135 Millionen US-Dollar aus. Bestverdienender Defense-Profi blieb er jedoch nur wenige Tage. Dann ergatterte Khalil Mack bei den Chicago Bears einen Sechsjahresvertrag, der dem Linebacker bis zu 141 Millionen US-Dollar einbringen wird. Zuvor war er von den Oakland Raiders zu den Bears getradet worden.

Welche alten neuen Gesichter gibt es zu bewundern?

Mit viel Tamtam haben die Raiders Jon Gruden als Head Coach vorgestellt. Der einstige Super-Bowl-Sieger arbeitete während seiner zehnjährigen NFL-Auszeit unter anderem als Experte für “ESPN”. Nach langwierigen Verletzungen melden sich “OBJ” bei den Giants (Knöchelbruch) und J.J. Watt bei den Houston Texans (Fraktur des Schienbeinkopfes) zurück.

Mit großer Spannung werden die Comebacks zweier Quarterbacks erwartet. Bis zu seinem Kreuzbandriss hatte Watts Teamkollege Deshaun Watson in seiner Rookie-Saison für Furore gesorgt. Andrew Luck von den Indianapolis Colts soll seine Schulterprobleme nach einem Jahr Auszeit überwunden haben.

Auch die Quarterbacks Aaron Rodgers und Robert Griffin III sowie Wide Receiver Julian Edelman verpassten die vergangene Saison mindestens zu einem Großteil. Letzterer greift jedoch frühestens in Week 5 ein, weil er noch eine Sperre wegen der Einnahme verbotener Substanzen abbrummen muss. Quarterback Teddy Bridgewater scheint seine komplizierte Knieverletzung überwunden zu haben und wagt nach nur einem Spiel binnen zwei Jahren nun einen Neuanfang als Backup von Drew Brees bei den New Orleans Saints.

Free Agency und Draft sind vorüber, die neue Saison kommt immer näher. Welches Team hat sich gut verstärkt? Wer hat seine Draftpicks verschwendet? Es geht explizit nicht darum, wer jetzt, im September oder im Januar das beste Team ist. Die Patriots um Superstar Tom Brady haben nicht die beste Offseason ihrer Erfolgsära.

MIAMI DOLPHINS (Rang nach Free Agency: 32): Mit Minkah Fitzpatrick haben sich die Dolphins einen starken Safety geschnappt. Linebacker Trey Edmunds oder ein guter Quarterback hätten durchaus mehr Sinn ergeben. Stattdessen wurden zwei Tight Ends und ein Kicker geholt. Die Free Agents Amendola und Gore sind auch eher vom älteren Semester. Die Dolphins tanken bereits für einen Quarterback im nächsten Jahr.

INDIANAPOLIS COLTS (FA: 31): Quarterback Andrew Luck (Bild) hat seit mehr als zwei Jahren keinen Ball geworfen. Top-Pick Guard Quenton Nelson macht durchaus Sinn, die Defense ist aber zu schwach. Zweitrunden-Linebacker Darius Leonard aus South Carolina hilft da auch nicht entscheidend weiter. Mit Defensive End Kemoko Turay haben die Colts noch den besten Pick gemacht.

RANG 30 – NEW YORK JETS (FA: 30): Haben die Jets endlich ihren Quarterback der Zukunft? Durch eine glückliche Wendung fiel ihnen der designierte Top-Pick Sam Darnold an 3 in die Hände, der Trade kostete allerdings auch viele Picks, um das spärliche Talent im Kader aufzuforsten. Ob da als 2. Pick ein Defensive Tackle von Fort Hays State weiterhilft, ist fraglich. Receiver Robby Anderson hat juristischen Ärger – Darnold ist nicht zu beneiden.

ARIZONA CARDINALS (FA: 29): Spielmacher Josh Rosen (Bild) könnte ein Draft-Steal werden und kann sich erstmal hinter Sam Bradford an die NFL gewöhnen, Christian Kirk könnte neben Altstar Larry Fitzgerald zu einem Top-Receiver reifen, trotzdem konnten die Abgänge im Draft nicht wirklich kompensiert werden. Die große Frage ist zudem, wie David Johnson nach seiner schweren Verletzung zurückkommt.

CLEVELAND BROWNS (FA: 26): Festhalten! Die Browns treffen gute Football-Entscheidungen. Mit Übergangs-Quarterback Tyrod Taylor, Carlos Hyde und Jarvis Landry krempeln sie ihre Offense total um – dazu kommt ein komplett fitter Josh Gordon (Bild). QB Baker Mayfield an 1 war eine Überraschung, für Pick 4 Cornerback Denzel Ward statt des überragenden Ends Bradley Chubb gibt’s aber Abzüge – was wäre das für ein Gespann mit Myles Garrett gewesen?

TAMPA BAY BUCCANEERS (FA: 24): Mike Evans (Bild) hat seinen neuen 82,5-Millionen-Vertrag, mit Jameis Winston haben die Bucs einen der besten jungen Spielmacher, trotzdem gibt es zu viele Baustellen. Die Defense wurde zwar verstärkt, ist aber gegen den Pass brutal schwach. Umso unverständlicher, dass sie nicht an 7 blieben und Derwin James oder Minkah Fitzpatrick auswählten, Defensive Tackle Vita Vea war eigentlich nicht notwendig. Ronald Jones wird auf Running Back starten.

CHICAGO BEARS (FA: 25): Die Mitchell-Trubisky-Ära legte 2017 einen Stotterstart hin, aber der ungeliebte Coach John Fox wurde durch Offensiv-Guru Matt Nagy ersetzt. Außerdem kamen Star-Receiver Allen Robinson, Taylor Gabriel und Super-Bowl-Held Trey Burton als neue Waffen für Trubisky (Bild). Im Draft wurde mit Linebacker Roquan Smith, Center James Daniels und Receiver Anthony Miller anstänig zugeschlagen.

Auf wen müssen wir künftig verzichten?

Eine ganze Reihe von Spielern, die wir über Jahre liebgewinnen durften, haben sich in den Football-Ruhestand verabschiedet. Unsere Aufzählung ist daher nur ein kleiner Abriss: Unter anderem haben Carson Palmer, DeMarco Murray, Darelle Revis, Jason Witten, James Harrison, Martellus Bennett und Joe Thomas ihre Helme an den Nagel gehängt. Aber vielleicht gibt es ja mit dem einen oder anderen ein baldiges Wiedersehen – womöglich in einer neuen Rolle.

Welche Teams haben ihre Head Coaches getauscht?

Fünf Klubs haben auf der Kommandobrücke eine Veränderung vorgenommen. Gruden ist zum zweiten Mal für die Raiders verantwortlich und ersetzt damit Jack Del Rio. Bei den Chicago Bears folgt Matt Nagy auf John Fox, die Detroit Lions haben Defensive Coordinator Matt Patricia von den Patriots als Nachfolger von Jim Caldwell installiert.

Nach dem Rücktritt von Bruce Arians entschieden sich die Arizona Cardinals für Steve Wilks. Komplizierter verlief die Trainersuche bei den Indianapolis Colts: Den Job des entlassenen Chuck Pagano sollte eigentlich der bei den Patriots als Offensive Coordinator angestellte Josh McDaniels übernehmen. Doch weil der absprang, kam stattdessen Frank Reich, OC der Eagles.

Wo spielen die spannendsten Rookies?

Die größte Vorfreude rufen naturgemäß die neuen Quarterbacks hervor. Von den fünf in der ersten Runde gedrafteten Passgebern wird jedoch nur Sam Darnold bei den New York Jets starten. Baker Mayfield, Josh Allen, Josh Rosen und Lamar Jackson müssen sich dagegen noch gedulden.

Mit Spannung erwartet werden auch Running Back Saquon Barkley von den Giants und Minkah Fitzpatrick, Safety der Miami Dolphins. Für Aufsehen wird mit Sicherheit auch Shaquem Griffin von den Seattle Seahawks sorgen: Der Linebacker ist der erste NFL-Profi mit nur einer Hand.

CINCINNATI BENGALS (FA: 23): Still ruht der See bei den Bengals. Die wichtigsten Free-Agency-Moves? Ein Punter, ein Ersatz-Quarterback und ein neuer Einjahresvertrag für ihren “Glasmann” Tyler Eifert. Die Truppe um Receiver A.J. Green (Bild) stagniert- trotz des Trades für Offensive Tackle Cordy Glenn. Immerhin gelangen im Draft mit Guard/Center Billy Price und Defensive End Sam Hubbard gute Griffe.

SEATTLE SEAHAWKS (FA: 20): Shaquem Griffin war die wohl schönste Geschichte des Drafts. Sportlich wird der Linebacker mit nur einer Hand bei den Seahawks aber wohl nur eine Nebenrolle einnehmen. Das Team zerfiel in der Offseason in Einzelteile, vor allem defensiv. Trotzdem wurde der erste Draftpick für Running Back Rashaad Penny verschleudert, der keine Pässe fängt und deutlich später da gewesen wäre – und ein Punter in Runde 5?

BUFFALO BILLS (FA: 27): In der Free Agency glänzten die Bills nicht unbedingt mit dem Tausch A.J. McCarron für Tyrod Taylor auf Quarterback, aber im Draft gelangen zwei Coups: Per Trade nach vorn schnappten sie sich den vielleicht talentiertesten Quarterback Josh Allen (Bild), dann schlugen sie an 16 auch noch bei dem gerade einmal 20-jährigen Linebacker-Phänomen Tremaine Edmunds zu, auch später kamen noch interessante Spieler wie Guard Wyatt Teller.

OAKLAND RAIDERS (FA: 21): Einfach wird es für den neuen Coach Jon Gruden nicht, der Receiver-Tausch Jordy Nelson für Michael Crabtree ist keine Verstärkung, während des Drafts kam Problemfall Martavis Bryant. Doug Martin ist im Laufspiel neben Marshawn Lynch wohl auch kein Coup. Offensive Tackle Kolton Miller ist gut – aber “Pick 15”-gut? DT Maurice Hurst hat Talent, fiel wegen Herzproblemen aber in Runde 4 – das sind zu viele Fragezeichen.

NEW YORK GIANTS (FA: 28): Nachdem Megastar Odell Beckham (Bild) nun wohl bleibt, sieht es nach dem Draft doch wieder freundlicher für die G-Men aus. An zwei wählten sie mit Running Back Saquon Barkley den besten Spieler des Drafts aus – Eli Manning dürfte begeistert sein. Der zweite Pick Will Hernandez sollte mit Zugang Nate Solder die O-Line stabilisieren. Lorenzo Carter und B.J. Hill helfen der Defense.

DETROIT LIONS (FA: 19): Das Team um Mega-Verdiener Matt Stafford (Bild) wird sicher auch 2018 Punkte machen. Marvin Jones, Golden Tate und der neue Running Back LeGarrette Blount haben Qualität. Der neue Coach Matt Patricia soll mit seinem Know-How von den Patriots die Abwehr hinbiegen. Der Draft war doch etwas uninspiriert. Guard Ragnow füllt eine Lücke, war aber etwas hoch, RB Johnson ist Blount zu ähnlich, den talentierteren Guice ließen sie direkt vor den Redskins liegen.

DALLAS COWBOYS (FA: 18): “America’s Team” hat die Free Agency verschlafen. Das muss prinzipiell nicht schlecht sein, aber die Defense hätte dringend Verstärkung gebraucht, ebenso wie die Receiver. Statt den besten des Drafts zu nehmen, war Linebacker Vander Esch ein zu konservativer Pick, zudem schlugen sie einen Trade für Earl Thomas aus und zogen in Runde 2 einen Tackle, der als Guard besser wäre. Die Hoffnung ist Zeke Elliott.

BALTIMORE RAVENS (FA: 21): In seinem letzten Draft hat GM Ozzie Newsome nochmal einen rausgehauen. Neben zwei sehr fangstarken Tight Ends, die QB Joe Flacco neben den Free Agents helfen werden, haben sie die O-Line verstärkt und schnappen sich den athletischsten Quarterback des Drafts, Lamar Jackson (Bild). Ab 2019 hat Flacco kein garantiertes Geld mehr auf seinem Vertrag – es riecht nach Wachablösung…

KANSAS CITY CHIEFS (FA: 16): Der Kronprinz hat die Schlüssel zum Königreich bekommen: Patrick Mahomes (Bild) tritt bei den Chiefs die Nachfolge von Alex Smith an. Wegen Mahomes hatten die Chiefs keinen Erstrundenpick. Breeland Speaks und Derrick Nnadi müssen die Löcher in der D-Line stopfen, der Rest der Picks sind eher Karriere-Special-Teamer, da wäre mehr drin gewesen.

TENNESSEE TITANS (FA: 15): Nach dem Ende ihrer achtjährigen Playoff-Durststrecke drücken die Titans auf den Reset-Knopf. Neue Trikots, neuer Coach Mike Vrabel, neue Stars wie Malcolm Butler und Dion Lewis. Im Draft wurde mit Rashaan Evans und dem talentierten Pass Rusher Harold Landry die Defense verstärkt, etwas überraschend kam kein Receiver.

 

Welche neuen Regeln gibt es?

Auch während der abgelaufenen Offseason hat die NFL mit Zustimmung der Klub-Bosse einige Modifizierungen in ihrem Regelwerk vorgenommen. Die wichtigsten: Ein Catch ist nun eher ein Catch und auf einen Helmeinsatz folgt schneller eine Strafe.

Für einen Completed Catch genügen ab dieser Saison die Kontrolle über den Ball, zwei Füße oder ein anderes Körperteil innerhalb des Feldes auf dem Boden sowie ein sogenannter Football Move – also ein dritter Schritt oder ein Strecken des Balles in Richtung des neuen Downs. Nach dieser Bewegung muss der Spieler keine Kontrolle mehr über das Ei haben.

Senkt ein Profi seinen Kopf ab, um den Gegner mit dem Helm voran zu attackieren, wird die Aktion automatisch mit einer Raumstrafe von 15 Yards geahndet. Sogar ein Spielausschluss ist möglich. Diese Regel hat wegen der Häufigkeit der Anwendung und der komplizierten Differenzierung zwischen Foul und fairem Einsatz bereits Kritik einstecken müssen. Eine Modifizierung wurde von der NFL aber bislang abgelehnt.

TENNESSEE TITANS (FA: 15): Nach dem Ende ihrer achtjährigen Playoff-Durststrecke drücken die Titans auf den Reset-Knopf. Neue Trikots, neuer Coach Mike Vrabel, neue Stars wie Malcolm Butler und Dion Lewis. Im Draft wurde mit Rashaan Evans und dem talentierten Pass Rusher Harold Landry die Defense verstärkt, etwas überraschend kam kein Receiver.

WASHINGTON REDSKINS (FA: 17): Bei den Redskins wird vieles vom kontroversesten Pick des Drafts abhängen. Running Back Derrius Guice hat Top-Ten-Talent, fiel aber wegen nicht-sportlicher Bedenken auf 59. Die Skins haben bei ihm Insider-Wissen, er könnte ein Superstar werden, der dem neuen QB Alex Smith immens hilft. Außerdem stopfen sie mit Da’Ron Payne und Tim Settle ihr großes Loch in der Laufabwehr. In D.C. könnte etwas gehen.

 

SAN FRANCISCO 49ERS (FA: 14): Die Garoppolo-Ära bei den Niners hat begonnen. Insofern war es im Draft logisch mit dem ersten Pick die 137.5-Millionen-Investition zu schützen, aber an Nummer 9 Mike McGlinchey zu nehmen, statt eines Linebackers wie Tremaine Edmunds könnte sich rächen – angesichts der ungewissen Zukunft Reuben Fosters und Trade-Up mit den Redskins für Receiver Pettis, den sie auch ohne Trade bekommen hätten?

HOUSTON TEXANS (FA: 13): Deshaun Watson war die Quarterback-Entdeckung der vergangenen Saison – bis zu seinem Kreuzbandriss. Zur neuen kommt Watson zurück. Wegen des Trades für ihn – während des Drafts – waren die Texans 2018 erst in der 3. Runde dran. Der Pick Justin Reid könnte aber vom ersten Tag als Safety starten. Auch Center Martinas Rankin wird helfen.

DENVER BRONCOS (FA: 11): Mit Case Keenum (Bild) hatten die Broncos bereits vor dem Draft ihre größte Baustelle geschlossen. Dank den Browns, die an 4 lieber einen Cornerback wählten, fiel Denver mit Defensive End Bradley Chubb der vielleicht beste Spieler des Drafts in die Hände. Auch die Receiver Courtland Sutton und DaeSean Hamilton können mittelfristig Leistungsträger werden.

 

NFL-Champion startet gegen Atlanta

Den Auftakt in die neue Saison macht traditionell der Super-Bowl-Champion. Die Philadelphia Eagles legen am 6. September zu Hause gegen die Atlanta Falcons los. In Atlanta wird dann zum Saisonabschluss am 3. Februar der 53. Super Bowl ausgetragen.

Das erste Monday Night Game bestreiten am 10. September die New York Jets und die Detroit Lions.

Patriots starten gegen Houston

Vize-Champ New England startet mit einem Heimspiel gegen die Houston Texans in die Saison. Schon in der zweiten Woche treffen Tom Brady und Co. in der Neuauflage des letztjährigen AFC-Finals auf die Jacksonville Jaguars.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag kommt es zum Duell mit Dauerrivale Pittsburgh.

Für den Deutschen Mark Nzeocha und die San Francisco 49ers beginnt die neue Saison am 9. September mit einem Auswärtsspiel bei den Minnesota Vikings.

Sollte es der Moubarak Djeri in den Kader der Arizona Cardinals schaffen, könnte der 22-Jährige sein Debüt im Heimspiel gegen die Washington Redskins (9. September) geben. Die Cardinals hatten den deutschen Defensive Lineman Ende März verpflichtet.

Eagles spielen in London

Die Kansas City Chiefs und die Los Angeles Rams duellieren sich am 19. November um 2.15 Uhr deutscher Zeit im Estadio Azteca in Mexiko City. Das Montagsspiel ist eine von vier NFL-Partien auf internationalem Boden der neuen Saison.

Im November hatten die NFL und Mexikos Tourismusministerium einen Dreijahresvertrag unterzeichnet, der Spiele in Mexiko bis 2021 garantiert.

Drei weitere Spiele werden in London ausgetragen: in der sechsten Woche (14. Oktober) treffen die Seattle Seahawks im neuen Stadion der Tottenham Hotspur auf die Oakland Raiders, eine Woche später (21. Oktober) fordern die Tennessee Titans im Wembley Stadion die Los Angeles Chargers.

Und in Woche 8 (28. Oktober) reisen Champion Philadelphia und die Jacksonville Jaguars über den großen Teich.

Im Vorjahr waren 77.000 Zuschauer beim Spiel zwischen den New England Patriots und den Oakland Raiders zu Gast. Für die Chiefs wird es das erste Spiel in Mexiko sein. Das letzte Monday Night Game in Mexiko hatte es 2016 zwischen den Oakland Raiders und Houston Texans gegeben.

Eagles gewinnen Krimi zum NFL-Start

 

Die Philadelphia Eagles mühen sich in der NFL zu einem Auftaktsieg gegen die Atlanta Falcons – und zeigen erneut eine berühmten Spielzug aus dem Super Bowl.

Super-Bowl-Champion Philadelphia Eagles hat einen Stotterstart in die neue NFL-Saison hingelegt, in einem bis zur allerletzten Sekunde spannenden Auftakt-Thriller gegen die Atlanta Falcons aber einen knappen Sieg gefeiert.

Das Team um Quarterback Nick Foles setzte sich vor heimischer Kulisse am Ende mit 18:12 durch und lieferte den Fans damit die Krönung eines emotionalen Abends: Nach dem Super-Bowl-Triumph über die New England Patriots im Februar war vor dem Spiel das erste Meisterbanner der Franchise-Geschichte enthüllt worden – allerdings mit 45-minütiger Verspätung wegen starker Winde und Gewitter in Philadelphia.

Entscheidender Mann des Abends war anschließend Running Back Jay Ajayi, der auf insgesamt 62 Yards Raumgewinn kam und beide Touchdowns für Philadelphia erlief, darunter den entscheidenden über elf Yards gut zwei Minuten vor Ende des Spiels.

Philadelphia zeigt legendäres Super-Bowl-Play erneut

Quarterback Nick Foles, der für den weiterhin verletzten Carson Wentz auflief, erwischte dagegen keinen guten Tag: Er kam letztlich nur auf 117 Passing Yards und leistete sich obendrein eine Interception. Am Ende des ersten Viertels stand für die Eagles zudem noch kein einziges Yard Raumgewinn zu Buche.

Um die strauchelnde Offense in Schwung zu bringen, gruben die Eagles sogar ihr legendäres “Philly Special” aus dem Super Bowl wieder aus – einen Trickspielzug, bei dem Quarterback Foles selbst zum Passempfänger wird.

Im Endspiel gegen die Patritos im Februar hatte der Final-Held den Ball gefangen – im Gegensatz zu seinem damaligen Gegenüber Tom Brady – und dadurch sogar einen Touchdown verbucht.

Im dritten Viertel gegen die Falcons waren es beim Pass von Wide Receiver Nelson Agholor auf Foles zwar “nur” ein neues First Down und 15 Yards Raumgewinn – dies bedeutete aber den längsten erfolgreichen Pass des Spiels für Philly bis dahin.

Eagles-Defense gibt den Ausschlag

Letztlich war es aber vor allem der Eagles-Defense zu verdanken, dass es mit dem Auftaktsieg klappte:

Atlantas Star-Quarterback Matt Ryan kam zwar auf ordentliche 251 Yards, konnte jedoch keinen Touchdown-Pass an den Mann bringen und leistete sich ebenfalls eine Interception.

Nach Ajayis Touchdown und der anschließenden Two-Point-Conversion zum 18:12 führte Ryan sein Team allerdings noch einmal über das gesamte Feld und hatte in den Schlusssekunden sogar die Chance, das Spiel doch noch zu drehen.

Falcons verpassen Sieg in letzter Sekunde

Gleich fünf Passversuche direkt an der Endzone fanden jedoch keinen Abnehmer – auch nicht der letzte in Richtung Julio Jones in der Schlusssekunde. Dem Wide Receiver blieb damit die Krönung einer starken Leistung mit zehn Catches für 169 Yards Raumgewinn verwehrt.

“Das war ein Deja-vu”, sagte Eagles-Cornerback Ronald Darby, der Jones beim letzten Play des Spiels hauteng bewacht hatte. In den Playoffs der vergangenen Saison hatten die Falcons gegen den späteren Champion Philadelphia ebenfalls in letzter Sekunde die Chance, aus einem 10:15 noch einen Sieg zu machen – auch damals konnte Jones einen Pass von Ryan in der Endzone nicht festhalten.

“Sie haben eine großartige Defense, ein großartiges Team”, zollte Star-Receiver Jones dem Gegner Respekt: “Man macht nicht einfach mal so Punkte gegen sie. Es hat schon seine Gründe, dass sie den Super Bowl gewonnen haben.”

CAROLINA PANTHERS (FA: 12): Ob Cam Newton 2018 wieder lachen kann? Der Verlust des starken Guards Andrew Norwell wird dem Superstar wehtun. Im Draft schnappten sich die Panthers aber einige Spieler, die sofort weiterhelfen. Im Angriff vor allem Receiver D.J. Moore, dazu kamen herausragende Defensive Backs mit Donte Jackson und Rashaan Gaulden. Tight End Ian Thomas ist Greg Olsens Nachfolger, hilft aber schon 2018.

GREEN BAY PACKERS (FA: 8): Der Abgang von Jordy Nelson war für Fans und Quarterback Aaron Rodgers eine traurige Nachricht. Es wird die Frage sein, ob einer der drei jungen Receiver – unter anderem der Deutsche Equanimeous St. Brown – Nelson ersetzen kann. Die Cornerbacks Jaire Alexander und Josh Jackson sind aber exzellente Verstärkungen.

PITTSBURGH STEELERS (FA: 4): Die Defense der Steelers gehört in allen wichtigen Kategorien zu den Top 5 der NFL – allerdings wurde auch im Draft kein Ersatz für Linebacker Ryan Shazier geholt, per Trade wurde Receiver Martavis Bryant nach Oakland geschickt. Quarterback Mason Rudolph könnte Ben Roethlisbergers Erbe sein, wird aber 2018 nicht helfen. Es müssen weiter Le’Veon Bell (Bild) und Antonio Brown richten.

NEW ENGLAND PATRIOTS (FA: 7): Tom Brady hat einige Stars verloren, aus den Draftpicks machen sie zu wenig. Es wurde zu viel auf Notwendigkeit statt Talent gesetzt. Tackle Wynn soll Solder ersetzen, wäre als Guard aber besser, CB Duke Dawson ist kein Butler-Ersatz, Receiver Braxton Berrios ist eine Amendola-Kopie, lediglich RB Sony Michel sticht heraus, außerdem wurden durch Trades Top-Picks für 2019 angehäuft – für Bradys Nachfolger? Die Pats sind aktuell schwächer als 2017.

NEW ORLEANS SAINTS (FA: 5): Die Saints haben ihre verbesserte Defense in der Free Agency klug verstärkt, im Draft allerdings für einen unerfahrenen – aber ungeheuer athletischen – Quarterback-Jäger auf Kosten des Erstrundenpicks 2019 hochzutraden, ist ein Risiko: Marcus Davenport muss zünden. In der Offense gibt es mit Drew Brees (Bild) kein Problem, aber auch der Rest der Draftklasse haut nicht vom Hocker.

JACKSONVILLE JAGUARS (FA: 6): Das Prunkstück der Jaguars ist die Defense. Mit Top-Pick Taven Bryan wird die Defensive Line noch besser. Der Interception-anfällige Quarterback Blake Bortles (Foto) bleibt ein Unsicherheitsfaktor, trotzdem zogen die Jags erst spät einen QB, Der superschnelle Receiver D.J. Chark sollte Bortles helfen, mit Allen Robinson UND Allen Hurns sind allerdings die zwei besten Receiver weg.

LOS ANGELES CHARGERS (FA: 10): Die Truppe um Keenan Allen (Bild) wurde mit Center Mike Pouncey und Kicker Caleb Sturgis auf zwei Problempositionen verstärkt. Im Draft gelang an 17 mit Super-Safety Derwin James der Steal der ersten Runde. Dazu noch ein starker Linebacker in Uchenna Nwosu. Mit den Chargers ist definitiv zu rechnen.

LOS ANGELES RAMS (FA: 3): Sie können DAS Überraschungsteam werden. Mit Aqib Talib, Marcus Peters und Ndamukong Suh bekommt Aaron Donald in der Defensive brillante Verstärkung. Außerdem bekam Jared Goff (Bild) mit Brandin Cooks einen Top-Receiver. Im Draft wurde allerdings die große Schwachstelle auf Linebacker nicht beseitigt, der beste Pick könnte John Kelly (6. Runde, RB) werden.

MINNESOTA VIKINGS (FA: 2): Kirk Cousins ist der neue Starting-Quarterback. Der Kader ist top-besetzt, Running Back Dalvin Cook kehrt zurück. Im Draft schnappten sie sich in Mike Hughes noch einen hochtalentierten Cornerback. Einzige Frage: Kann Cousins im entscheidenden Moment abliefern?

PHILADELPHIA EAGLES (FA: 1): Der Titelverteidiger ersetzte seine Verluste in der Defense bereits in der Free Agency mit Michael Bennett und Haloti Ngata, im Draft schnappten sie sich den vielleicht besten Tight End Dallas Goedert, der neben Zach Ertz reifen kann und Super-Bowl-Held Trey Burton ersetzt. Auch Cornernerback Avonte Maddox war ein guter Pick.